
Klare Anleitung zur Anwendung der SIS-Leitfragen: Feld B vs. C1, alle 6 Themenfelder, Risikomatrix und Maßnahmenplanung.
Die SIS-Leitfragen sind im Wortlaut vorgegeben und gelten für alle 6 Themenfelder. Für die Praxis in der stationären Langzeitpflege zählt vor allem dies: Feld B hält die Sicht der Bewohnerin oder des Bewohners fest, Feld C1 Ihre pflegefachliche Einschätzung. Die Leitfragen steuern das Gespräch, sie sind keine Abhakliste. Maßgeblich ist laut Artikel die EinSTEP-Fassung Version 3.1, Februar 2026.
Für Ihren Arbeitsalltag ist der Kern des Artikels klar: Nicht die Menge der Einträge zählt, sondern die saubere Zuordnung. Das betrifft besonders die 6 Themenfelder, die nach EinSTEP vollständig bearbeitet werden sollen. Wenn sich eine Bewohnerin oder ein Bewohner nicht selbst äußern kann, dürfen Angehörige oder rechtliche Betreuende Angaben ergänzen. Bleiben Punkte offen, kann eine befristete Beobachtung in den ersten 7 Tagen nach Einzug oder Pflegebeginn helfen.
Wichtig finde ich auch den Hinweis zur Sprache in der SIS. Kurze Stichpunkte reichen. In C1 ist die Reihenfolge sinnvoll: erst Ressource, dann Einschränkung. Statt allgemeiner Sätze wie „braucht Hilfe bei der Körperpflege“ sind konkrete Angaben für die Pflegeplanung nutzbarer, zum Beispiel welche Teilhandlung selbstständig gelingt und wobei Unterstützung nötig ist.
Der Artikel macht zudem die Dokumentationskette klar:
Besonders für Prüfungen durch den Medizinischen Dienst (MD, früher MDK) oder für interne QM-Zwecke ist diese Trennung wichtig. Ein Ja in C2 braucht laut Artikel eine passende Maßnahme. Umgekehrt gehören Maßnahmen nicht in C1.
Ebenfalls hilfreich ist der Quellenhinweis: Wer mit Vorlagen arbeitet, sollte den Wortlaut immer mit den Originalunterlagen von ein-step.de abgleichen. Der Artikel bezieht sich auf den Stand Februar 2026. Bei interner Nutzung als Muster oder Schulungsgrundlage sollte daher vorab geprüft werden, ob nach dem 02/2026 bereits eine neuere Fassung veröffentlicht wurde.
Mein kurzes Fazit für die Praxis: Der Beitrag ist vor allem als Arbeitsorientierung nützlich. Er bündelt die Leitfragen, erklärt die Rollen von B und C1 und erinnert an typische Fehler wie Textbausteine, unklare Perspektiven oder zu allgemeine Aussagen. Für Pflegefachkräfte in der vollstationären Langzeitpflege ist das eine klare Hilfe, wenn SIS-Gespräche knapp, sauber und einzelfallbezogen dokumentiert werden sollen.
SIS Leitfragen: Dokumentationskette und 6 Themenfelder im Überblick
Die Leitfragen bilden den verbindlichen Gesprächsrahmen für alle 6 Themenfelder der SIS. Als Pflegefachkraft nutzen Sie diese Fragen, um das Gespräch klar zu führen und die Angaben der pflegebedürftigen Person gezielt aufzunehmen. Dabei gilt: Die Leitfragen sind ein Gesprächsrahmen, keine Checkliste zum Punkt-für-Punkt-Abhaken.
Im Anschluss an das Gespräch ordnen Sie die Antworten fachlich zu. Die Angaben der pflegebedürftigen Person dokumentieren Sie in Feld B, Ihre fachliche Einschätzung als Pflegefachkraft in Feld C1 [1][2].
Kann sich die Person nicht selbst äußern, ergänzen Angehörige oder rechtliche Betreuerinnen und Betreuer die Angaben [3][1]. Wenn danach noch Punkte offenbleiben, hilft eine zeitlich befristete Beobachtung in den ersten 7 Tagen nach Einzug oder Pflegebeginn [2][1]. Danach folgt die Übersicht mit den Leitfragen zu den einzelnen Themenfeldern.
Die Tabelle bündelt die 6 Themenfelder mit den offiziellen Leitfragen aus EinSTEP und kurzen Formulierungshilfen. Sie dient als Arbeitsmittel für Gesprächsführung und Dokumentation. So bleibt die Dokumentation knapp und auf den Einzelfall bezogen. Die Tabelle gilt für die vollstationäre Langzeitpflege. Themenfeld 6 ist je nach Versorgungssetting anders formuliert.
| Themenfeld | Leitfragen (offizieller EinSTEP-Wortlaut) | Beispielantwort (redaktionelle Formulierungshilfe) |
|---|---|---|
| 1. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten | Inwieweit ist die pflegebedürftige Person in der Lage, sich zeitlich, persönlich und örtlich zu orientieren sowie Risiken und Gefahren zu erkennen? Wie gut kann sie verbal oder nonverbal kommunizieren, sehen, hören, sprechen? | Zeitlich, örtlich und zur Person orientiert; versteht komplexe Sätze; schätzt eigene Grenzen realistisch ein. |
| 2. Mobilität und Beweglichkeit | Inwieweit ist die pflegebedürftige Person in der Lage, sich frei und selbständig innerhalb und außerhalb der Wohnung zu bewegen? | Geht im Wohnbereich sicher mit dem Rollator; Treppensteigen nur mit personeller Unterstützung; nachts unsicher beim Transfer. |
| 3. Krankheitsbezogene Anforderungen und Belastungen | Inwieweit liegen krankheits- und therapiebedingte sowie für Pflege- und Betreuung relevante Einschränkungen bei der pflegebedürftigen Person vor? Schmerzsituation? Medikamentenmanagement? | Zustand nach Hüft-TEP vor 3 Monaten; äußert Schmerzen beim Aufstehen; benötigt Unterstützung beim Richten und Verabreichen der Medikamente. |
| 4. Selbstversorgung | Inwieweit ist die Fähigkeit der pflegebedürftigen Person zur Körperpflege, zum Kleiden, zur Ernährung und zur Ausscheidung eingeschränkt? Nächtlicher Hilfebedarf? | Wäscht Oberkörper selbstständig am Waschbecken; Hilfe beim Duschen und der Fußpflege nötig; trinkt ca. 1 Liter täglich; Toilettengang selbstständig. |
| 5. Leben in sozialen Beziehungen | Inwieweit kann die pflegebedürftige Person Aktivitäten im näheren Umfeld und im außerhäuslichen Bereich selbst gestalten? | Tochter besucht zweimal wöchentlich; nimmt regelmäßig am Kaffeenachmittag teil; wünscht wieder Kontakt zum örtlichen Kirchenchor. |
| 6. Wohnen und Häuslichkeit | Inwieweit kann die pflegebedürftige Person ihre Bedürfnisse und Selbstbestimmung im Hinblick auf individuelles Wohnen und Häuslichkeit in der Pflegeeinrichtung umsetzen und inwieweit kann dies zum Wohlbefinden beitragen? | Hat eigene Möbel zur Zimmergestaltung mitgebracht; legt Wert auf ungestörte Mittagsruhe zwischen 13:00 und 14:30 Uhr bei geschlossener Tür. |
Die Leitfragen stammen aus den offiziellen EinSTEP-Materialien, Version 3.1, Februar 2026 [1][2]. Die Beispielantworten sind nur Formulierungshilfen. Sie müssen immer an den Einzelfall angepasst werden. Vorgefertigte Textbausteine sollten Sie vermeiden, weil sie die Einzelfallbeurteilung verfälschen können.
In der Spalte Leitfragen kann eine Zelle mehrere Fragen enthalten. Das entspricht dem offiziellen Wortlaut von EinSTEP und ist kein Darstellungsfehler [1][2].
Die Spalte Beispielantwort ist bewusst stichpunktartig gehalten. EinSTEP empfiehlt für die Dokumentation in Feld C1 ebenfalls Stichpunkte [1]. In der Praxis heißt das: zuerst Fähigkeiten benennen, dann Einschränkungen. Außerdem helfen aktive Formulierungen, die Situation klar und knapp zu beschreiben.
Die Tabelle zeigt nur das vollstationäre Setting. Wenn Sie in einem anderen Versorgungsbereich arbeiten, müssen Sie Themenfeld 6 durch den dort gültigen Wortlaut ersetzen [2][3].
Nach dem offiziellen Wortlaut geht es in der Praxis vor allem um die Zuordnung: Welche Information gehört in welches Feld?
Die Leitfragen ordnen die SIS in 6 Themenfelder. Dokumentiert wird dabei nur, was im Einzelfall für die Pflege und Betreuung relevant ist.[2][3]
Für die SIS gibt es 3 Ebenen: Feld B mit der wörtlichen Aussage der Bewohnerin oder des Bewohners, Feld C1 mit der fachlichen Einschätzung der Pflegefachkraft und Fremdangaben nur dann, wenn sie klar als solche kenntlich sind.[3][1]
Wenn Selbsteinschätzung und pflegefachliche Einschätzung voneinander abweichen, werden beide Sichtweisen festgehalten. In C1 steht dann kurz, worin die Abweichung liegt und was dazu geklärt wurde.[3][1] Vorgefertigte Textbausteine sollten nicht genutzt werden, weil sie den Blick auf den Einzelfall verzerren können.[2]
Für die Güte der Dokumentation zählt daher nicht nur die Quelle der Information, sondern auch eine genaue Wortwahl.
| Schwache Formulierung | Konkrete Alternative |
|---|---|
| Kann nicht mehr alleine gehen. | Geht mit Rollator; nutzt ihn sicher beim Aufstehen und Hinsetzen. |
| Braucht Hilfe bei der Körperpflege. | Wäscht den Oberkörper selbstständig am Waschbecken; braucht Unterstützung beim Duschen. |
| Trinkt zu wenig. | Gibt an, täglich weniger als 1 Liter zu trinken, um nächtliche Toilettengänge zu vermeiden. [1] |
| Auf Sturzgefahr achten. | Rollator nachts griffbereit ans Bett stellen; Nachtlicht einschalten. |
In Feld C1 reichen Stichpunkte. Sinnvoll ist eine kurze Reihenfolge: erst die Fähigkeit, dann die Einschränkung.
Auf die Leitfragen folgt die fachliche Dokumentation. Der Übergang von Papier zur KI-Pflegedokumentation bietet hierbei enorme Zeitersparnis. Feld B ist ausschließlich für die Sicht der Bewohnerin oder des Bewohners vorgesehen. Feld C1 gehört der Pflegefachkraft. Dort halten Sie den fachlichen Blick auf Ressourcen, Unterstützungsbedarf und biografische Besonderheiten fest [2][3].
Formulieren Sie in C1 kurz und fähigkeitsorientiert: zuerst die Ressource, dann die Einschränkung. Stichpunkte sind ausreichend.
Die Dokumentationskette verbindet C1, C2 und den Maßnahmenplan. Jede risikorelevante Beobachtung aus C1 muss in C2 wieder aufgenommen werden. Jedes Ja in C2 braucht eine konkrete Maßnahme im Maßnahmenplan [1][2].
Fehler entstehen in der Praxis oft durch eine falsche Zuordnung oder durch zu allgemeine Aussagen. Diese drei Punkte kommen besonders oft vor:
Prüfen Sie die SIS vor der internen Weitergabe oder vor dem Einsatz als Vorlage kurz durch. Die Checkliste richtet sich an Pflegefachkräfte beim SIS ausfüllen, PDL und QM.
Sie führt die Prüfung von der SIS bis zum Maßnahmenplan.
| Prüfpunkt | Anforderung | Grundlage |
|---|---|---|
| Alle 6 Themenfelder vorhanden | Alle 6 Themenfelder sind vollständig dokumentiert. | EinSTEP Version 3.1 (Februar 2026) [1][2] |
| Leitfragen im aktuellen Wortlaut | Die Leitfragen werden mit dem aktuellen EinSTEP-Wortlaut abgeglichen. | [2][3] |
| Perspektiven klar getrennt | Feld B enthält den O-Ton der Bewohnerin oder des Bewohners. Feld C1 enthält die fachliche Einschätzung der Pflegefachkraft. | [1][2] |
| Drittangaben klar kennzeichnen | Informationen von Angehörigen oder anderen Dritten: Herkunft klar kennzeichnen. | [1][3] |
| Fähigkeitsorientiert dokumentieren | Ressourcen vor Einschränkungen, knapp in Stichpunkten. | [1][2] |
| Keine Textbausteine | Vorgefertigte Textbausteine sind zu vermeiden. | [1][2] |
| Roter Faden zur Pflegeplanung | C1, C2 und Maßnahmenplan sind lückenlos verknüpft. | [1][2] |
| Fachliche Verantwortung beachten | Abschließende Bewertung in den Themenfeldern und der Risikomatrix nur durch eine Pflegefachkraft nach § 4 PflBG. | [1] |
Der Quellen- und Update-Check folgt im nächsten Abschnitt.
Die folgende Quellenprüfung bezieht sich auf die Tabelle mit Leitfragen und Beispielantworten oben. Maßgeblich sind die „Informations- und Schulungsunterlagen zum Strukturmodell", Version 3.1 vom Februar 2026. Dieser Abgleich ist vor allem dann wichtig, wenn Sie die Leitfragen intern als Vorlage oder als Prüfgrundlage nutzen.
Bevor Sie Formulierungen aus diesem Artikel weitergeben oder als Muster verwenden, gleichen Sie den genauen Wortlaut der Leitfragen mit den Originalunterlagen ab. Die jeweils gültigen SIS-Bögen und Schulungsunterlagen stehen auf ein-step.de getrennt nach Versorgungsbereich zum Download bereit. Prüfen Sie daher vor jeder internen Nutzung den Veröffentlichungsstand der Originalunterlagen. Prüfen Sie auch, ob nach Februar 2026 bereits eine neuere Version veröffentlicht wurde.
Digitale Dokumentationshilfen können den Aufbau der Dokumentation stützen. Inhalt, Einschätzung und Freigabe liegen jedoch bei der zuständigen Pflegefachkraft nach § 4 PflBG, unabhängig vom eingesetzten Werkzeug. EinSTEP lehnt vorgefertigte Textbausteine ab, weil sie der individuellen Situationseinschätzung widersprechen. So bleibt die Dokumentation eine Arbeitshilfe, ohne die fachliche Prüfung zu ersetzen.
Die SIS-Leitfrage in den 6 Themenfeldern lautet: Gibt es Hinweise auf ein Risiko? In der Risikomatrix antworten Sie darauf nur mit Ja oder Nein. Ein zusätzlicher Risikoausschluss ist nicht nötig.
Bei Ja prüfen Sie, ob eine weitere Einschätzung nötig ist, zum Beispiel durch eine befristete Beobachtung oder mit einem standardisierten Instrument.
Halten Sie abweichende Angaben in der SIS nachvollziehbar fest. Maßgeblich ist, die Sichtweise der pflegebedürftigen Person im Originalwortlaut zu dokumentieren und sie in den Themenfeldern um Ihre fachliche Einschätzung zu ergänzen.
Die SIS bleibt dabei vollständig. Risiken ordnen Sie über die Risikomatrix und den Maßnahmenplan ein. Ein ausdrücklicher Risikoausschluss ist nicht erforderlich.
Ein Ja in C2 bedeutet: Bei der Ersteinschätzung wurde ein pflegesensitives Risiko erkannt. Die SIS ist damit die Grundlage für die weitere Risikoeinschätzung und für die Maßnahmenplanung.
Ein ausdrücklicher Risikoausschluss in den Themenfeldern ist nicht nötig. Ob ein Risiko besteht oder nicht, muss sich nachvollziehbar aus der Risikomatrix und dem Maßnahmenplan ergeben.
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