SIS Maßnahmenplanung: 50 Textbausteine & Beispiele für die Pflegeplanung
April 11, 2026
50 praxisfähige Textbausteine für die SIS-Maßnahmenplanung - klare 5‑W-Anweisungen für Mobilität, Hygiene, Ernährung, Medikamente und Sicherheit.
Die SIS-Maßnahmenplanung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Pflegedokumentation. Sie hilft Pflegekräften, Zeit zu sparen und gleichzeitig hohe Qualitätsstandards einzuhalten. Mit 50 Textbausteinen und Beispielen bietet dieser Artikel praktische Unterstützung, um Routinetätigkeiten effizient zu dokumentieren und individuell anzupassen.
Kernpunkte:
Textbausteine erleichtern die Erstellung von Maßnahmenplänen, z. B. für Mobilität, Hygiene, Ernährung und Medikamente.
Die 5 W-Fragen (Wer, Was, Wie, Wo, Wann) sorgen für klare und präzise Anleitungen.
Tools wie der dexter health SIS-Assistent optimieren die Nutzung von Textbausteinen und reduzieren Schreibaufwand.
Beispiele decken alle wichtigen Pflegebereiche ab: Mobilität, Hygiene, Ernährung, Medikamente und psychosoziale Maßnahmen.
Die vorgestellten Textbausteine bieten eine einfache Möglichkeit, die Pflegeplanung zu strukturieren und an individuelle Bedürfnisse anzupassen. Dies spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch für eine rechtssichere Dokumentation.
Die 5 W-Fragen der SIS-Maßnahmenplanung in der Pflege
1. Mobilität und Transfer
Mobilität ist ein zentraler Bestandteil der SIS, und die Maßnahmenplanung dient als klare Anleitung für das gesamte Pflegeteam. Ziel ist es, dass jede Pflegekraft die Vorgaben problemlos umsetzen kann.
„Der Maßnahmenplan... enthält klare, chronologische Angaben darüber, was wann von wem zu tun ist." [3]
Um dies sicherzustellen, helfen die fünf W-Fragen bei der präzisen Planung:
Wer führt die Maßnahme durch (z. B. Pflegekraft mit Qualifikationsniveau 2)?
Was wird konkret gemacht (z. B. Transfer mit Rutschbrett)?
Wie wird unterstützt (z. B. über die starke linke Seite)?
Wo findet die Maßnahme statt (z. B. vom Bett zum Rollstuhl)?
Wann wird sie durchgeführt (z. B. täglich um 7:45 Uhr)? [2]
Diese detaillierte Vorgehensweise ergänzt den Basismaßnahmenplan und trägt dazu bei, die Qualität der Pflegedokumentation gemäß den QM-Standards in der stationären Pflege sicherzustellen.
Beispiele für Textbausteine zu Mobilität und Transfer:
Transfer Bett-Rollstuhl: Unterstützung durch eine Pflegekraft (QN 2) unter Verwendung eines Rutschbretts über die starke linke Seite; Bremsen des Rollstuhls vorher fixieren.
Gehtraining mit Rollator: Täglicher Spaziergang im Flur (ca. 20 m) nach dem Mittagessen; Begleitung zur Sturzprophylaxe durch Pflegekraft (QN 1).
Lagerungswechsel (Dekubitusprophylaxe): Alle drei Stunden Mikrolagerung (links/rechts/Rücken) gemäß Lagerungsplan, um Druck auf die Sakralregion zu entlasten.
Aufstehtraining vom Sessel: Verbale Anleitung zum Vorrücken an die Stuhlkante und gezielte Nutzung der Armlehnen zur Unterstützung.
Treppensteigen: Hilfe beim Aufstieg in den ersten Stock; Nutzung des Handlaufs auf der rechten Seite und Einlegen von Pausen nach jeweils fünf Stufen.
Mobilisierung an die Bettkante: Morgendliches Sitzen für fünf Minuten vor dem Aufstehen, um den Kreislauf zu stabilisieren und Schwindel zu vermeiden.
Kontrakturenprophylaxe: Passives Durchbewegen der Sprung- und Kniegelenke während der morgendlichen Grundpflege, um die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten.
Sicherer Toilettentransfer: Verwendung eines wandmontierten Haltegriffs; Stand-by-Assistenz, um Gleichgewichtsverlust zu verhindern.
Rollstuhl-Handling: Anleitung zum eigenständigen Wegklappen der Fußstützen vor dem Aufstehen, um Stolperfallen zu vermeiden.
Gleichgewichtstraining am Waschbecken: Freies Stehen während der Mundpflege unter Aufsicht, um Rumpfstabilität und Koordination zu fördern.
Diese Textbausteine können mit einem Basismaßnahmenplan kombiniert und an individuelle Bedürfnisse angepasst werden, beispielsweise bei Hemiplegie nach einem Schlaganfall oder bei Adipositas. Dabei ist es wichtig, auf die entsprechenden Pflegestandards im QM-Handbuch zu verweisen, anstatt jede Handlung detailliert zu beschreiben.
Auch in anderen Bereichen wird die Maßnahmenplanung klar und nachvollziehbar gestaltet, um eine einheitliche und qualitativ hochwertige Pflege zu gewährleisten.
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2. Hygiene- und Pflegemaßnahmen
Hygiene- und Pflegemaßnahmen spielen eine zentrale Rolle in der stationären Altenpflege. Die SIS-Dokumentation verlangt präzise Angaben, die sich an den fünf W-Fragen orientieren. Statt allgemeiner Formulierungen wie „Körperpflege durchführen“ sollte spezifisch beschrieben werden, ob die Pflege am Waschbecken oder im Bett erfolgt und welche Hilfsmittel dabei verwendet werden.
„Das gesamte Pflegeteam ist darauf angewiesen, dass die Maßnahmen individuell, konkret und zielgerichtet formuliert werden." (Stefanie Hellmann & Rosa Rößlein)
Bewohnerinnen und Bewohner sollen so viel wie möglich eigenständig übernehmen, beispielsweise die Reinigung von Gesicht und Oberkörper, während Pflegekräfte bei schwer erreichbaren Bereichen unterstützen. Es ist sinnvoll, auf QM-Standards (z. B. „Ganzkörperwäsche nach Standard XY“) zu verweisen, anstatt jede Handlung detailliert zu beschreiben. Die folgenden Textbausteine zeigen, wie diese Anforderungen in der Praxis umgesetzt werden können.
Beispiele für Textbausteine zu Hygiene und Pflege
Teilwäsche am Waschbecken:
Der Bewohner sitzt auf einem Waschhocker und wäscht Gesicht, Arme sowie den vorderen Oberkörper eigenständig. Die Pflegekraft hilft bei der Reinigung des Rückens und der unteren Extremitäten.
Zahnpflege mit elektrischer Zahnbürste:
Der Bewohner reinigt selbstständig die erreichbaren Bereiche. Die Pflegekraft übernimmt die Nachreinigung der Backenzähne und Innenflächen, um Karies vorzubeugen.
Intimhygiene nach Toilettengang:
Der Bewohner nutzt die Rufanlage, um Unterstützung anzufordern. Nach der eigenständigen Nutzung der Toilette übernimmt die Pflegekraft die Intimreinigung und trägt eine Hautschutzcreme auf.
An- und Auskleiden (Unterkörper):
Die Oberbekleidung zieht der Bewohner selbst an. Die Pflegekraft assistiert gezielt beim Ankleiden von Hose, Strümpfen und Schuhen, um die vorhandenen Fähigkeiten zu erhalten.
Rasur mit Elektrorasierer:
Der Bewohner führt die Rasur weitgehend eigenständig durch. Bei Bedarf erfolgt ein Nachrasieren durch die Pflegekraft, optional mit anschließender Anwendung eines Aftershaves.
Haarpflege:
Der Bewohner kämmt und frisiert sich eigenständig vor dem Spiegel. Die Pflegekraft unterstützt bei Bedarf, insbesondere am Hinterkopf. Ein wöchentlicher Friseurbesuch wird eingeplant.
Hautpflege zur Dekubitusprophylaxe:
Während der morgendlichen Ganzkörperwäsche wird die Haut, insbesondere an der Sakralregion und den Fersen, sorgfältig beobachtet. Trockene Stellen werden mit einer rückfettenden Lotion behandelt.
Wundversorgung (steriler Verbandwechsel):
Die Wunde am rechten Unterschenkel wird täglich mit steriler Kochsalzlösung gereinigt, desinfiziert und mit einem Hydrokolloidverband versorgt.
Inkontinenzversorgung:
Die Inkontinenzeinlage wird alle vier Stunden gewechselt. Anschließend wird der Intimbereich gründlich gereinigt, getrocknet und mit einem hautschützenden Mittel behandelt.
Flüssigkeitskontrolle während der Pflege:
Bei jeder Pflegeinteraktion wird dem Bewohner ein Getränk, wie Wasser oder Tee, angeboten, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken und die Hydration sicherzustellen.
3. Ernährungs- und Flüssigkeitsmaßnahmen
Im Themenfeld 3 dokumentiert die SIS Ernährungs- und Flüssigkeitsmaßnahmen, die die Bedürfnisse der Bewohner mit fachlichen Anforderungen verknüpfen. Basismaßnahmenpläne decken Routineaufgaben wie Standardmahlzeiten ab, während individuelle Abweichungen ergänzt werden. Pro Grunderkrankung sollten idealerweise 4–6 konkrete Maßnahmen festgelegt werden.
Jede Maßnahme muss ein festgelegtes Zeitfenster, spezifische Hilfsmittel, die erforderliche Qualifikation des Personals und einen Verweis auf den QM-Standard enthalten. Die Dokumentation gibt dabei genau an, welche Form der Unterstützung erforderlich ist: vollständige Hilfe, Teilhilfe (z. B. Schneiden von Fleisch) oder lediglich verbale Anleitung.
Im Folgenden sind Beispiele für Textbausteine aufgeführt, die diese Anforderungen umsetzen.
Beispiele für Textbausteine zu Ernährung und Flüssigkeit
Mundgerechte Zubereitung:
Die Mahlzeiten werden in kleine, mundgerechte Stücke geschnitten, um einem Bewohner mit eingeschränkter Feinmotorik das selbstständige Essen zu ermöglichen. Die Pflegekraft bereitet die Speisen vor und beaufsichtigt den Essvorgang.
Begleitung in den Speisesaal:
Der Bewohner wird mit seinem Rollator zum Frühstück in den Speisesaal begleitet (ab 7:45 Uhr). Dies unterstützt die soziale Teilhabe und erhält die Mobilität.
Flüssigkeitsbereitstellung am Bett:
Während der Abendroutine wird eine Flasche Mineralwasser auf den Nachttisch gestellt, um die Flüssigkeitsaufnahme während der Nacht sicherzustellen und Dehydration vorzubeugen.
Tabletteneinnahme mit Flüssigkeit:
Die Medikamente werden morgens um 8:15 Uhr mit einem Glas Mineralwasser verabreicht. Die Pflegekraft achtet darauf, dass der Bewohner ausreichend trinkt, um ein sicheres Schlucken zu gewährleisten.
Frühstückszubereitung durch Angehörige:
An Wochenenden bereiten Familienangehörige das Frühstück im Bewohnerzimmer zu. Die Pflegekraft dokumentiert die Nahrungsaufnahme und steht bei Bedarf unterstützend zur Verfügung.
Flüssigkeitskontrolle bei Herzinsuffizienz:
Die tägliche Trinkmenge wird auf 1.500 ml begrenzt und in einer Strichliste dokumentiert. Die Pflegefachkraft überwacht die Einhaltung und informiert bei Abweichungen den behandelnden Arzt.
Soziale Hydration beim Kaffeetrinken:
Der Bewohner nimmt täglich um 15:00 Uhr am gemeinsamen Kaffeetrinken im Aufenthaltsraum teil. Die soziale Interaktion fördert die Flüssigkeitsaufnahme in entspannter Atmosphäre.
Unterstützung beim Schneiden von Speisen:
Der Bewohner isst eigenständig, benötigt jedoch Hilfe beim Schneiden von Fleisch und festeren Beilagen. Die Pflegekraft übernimmt diese Aufgabe zu Beginn der Mahlzeit.
Andicken von Flüssigkeiten bei Dysphagie:
Alle Getränke werden mit einem Andickungsmittel auf Stufe 2 (honigartige Konsistenz) angepasst. Die Pflegefachkraft bereitet die Getränke vor und überwacht die Schluckvorgänge.
Flexible Mahlzeitenzeiten nach Biorhythmus:
Das Abendessen wird in einem Zeitfenster zwischen 17:30 und 18:30 Uhr angeboten, um den individuellen Tagesrhythmus des Bewohners zu respektieren und dessen Selbstbestimmung zu fördern.
4. Medikamenten- und Therapiemaßnahmen
Themenfeld 4 der SIS beschreibt detailliert das „Wer, Was, Wie, Wo und Wann“ bei Medikamenten- und Therapiemaßnahmen [2]. Diese Maßnahmen müssen aus der pflegefachlichen Einschätzung abgeleitet und so klar formuliert sein, dass jedes Teammitglied sie ohne Rückfragen ausführen kann. Diese Struktur erleichtert nicht nur den Pflegealltag, sondern sorgt auch für eine rechtssichere Dokumentation. Hierbei spielt die Qualifikation des Personals eine zentrale Rolle: Während Injektionen ausschließlich von Pflegefachkräften durchgeführt werden dürfen, können einfachere Unterstützungsleistungen auch von Assistenzkräften übernommen werden [1].
Jede Maßnahme umfasst ein definiertes Zeitfenster, die benötigten Hilfsmittel, den QM-Standard sowie die erforderliche Qualifikation. Die Dokumentation dient dabei nicht nur als Nachweis der erbrachten Leistungen, sondern schützt rechtlich und stellt sicher, dass bei Schichtwechseln alle relevanten Informationen weitergegeben werden [4]. Auf dieser Basis wurden praxisnahe Textbausteine entwickelt, die direkt angewendet werden können.
Beispiele für Textbausteine zu Medikamenten und Therapie
Selbstständige Tabletteneinnahme:
Der Bewohner nimmt die vorbereiteten Tabletten eigenständig mit einem Glas Wasser ein. Die Pflegekraft erinnert verbal und dokumentiert die Einnahme.
Subkutane Insulininjektion:
Eine subkutane Insulininjektion wird gemäß ärztlicher Verordnung von einer Pflegefachkraft verabreicht. Die Injektionsstelle wird dabei rotierend gewechselt.
Tabletten zerkleinern:
Die Tabletten werden unmittelbar vor der Verabreichung gemörsert und in Apfelmus eingerührt, um das Schlucken zu erleichtern. Dabei werden pharmazeutische Vorgaben beachtet.
Wirkungskontrolle nach Medikamentengabe:
30 Minuten nach der Gabe eines Antihypertensivums wird der Blutdruck gemessen und dokumentiert.
Augentropfen applizieren:
Augentropfen werden zweimal täglich (8:00 und 20:00 Uhr) unter Einhaltung strenger Hygienestandards verabreicht.
Medikamentenbestellung koordinieren:
Wöchentliche Überprüfung des Medikamentenbestands und Einholung von Folgerezepten über die Stammapotheke.
Bedarfsmedikation dokumentieren:
Bei der Gabe von Schmerzmitteln nach Bedarf werden Grund, Zeitpunkt und Wirksamkeit schriftlich festgehalten.
Compliance-Förderung bei Ablehnung:
Bei Ablehnung von Medikamenten wird ein motivierendes Gespräch geführt, um aufzuklären. Die Ablehnungsgründe werden dokumentiert.
Sichere Lagerung von Betäubungsmitteln:
BtM-pflichtige Medikamente werden im verschlossenen Betäubungsmittelschrank aufbewahrt. Jede Entnahme wird mit Datum, Uhrzeit und Handzeichen im BtM-Buch dokumentiert.
Abstimmung mit dem Hausarzt:
Bei gesundheitlichen Veränderungen wird zeitnah Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten, um den Medikationsplan anzupassen. Änderungen werden direkt in der Dokumentation vermerkt.
5. Psychosoziale und Sicherheitsmaßnahmen
Nachdem Maßnahmen zu Mobilität, Hygiene, Ernährung und Medikamenten klar strukturiert wurden, liegt der Fokus hier auf psychosozialen und sicherheitsbezogenen Aspekten im Pflegealltag. Wie in den vorangegangenen Bereichen stehen auch hier praktische und konkrete Ansätze im Vordergrund – diesmal rund um psychosoziale Unterstützung und Sicherheitsvorkehrungen.
Psychosoziale Maßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen sind essenziell für eine gute Pflege. Im Rahmen der SIS (Strukturierte Informationssammlung) wird dabei besonders die Alltagskompetenz der Bewohner hervorgehoben. Das bedeutet, physische, kognitive, emotionale und soziale Ressourcen zu fördern und zu erhalten. Ziel ist eine aktivierende Pflege, die Bewohner dazu ermutigt, ihre Fähigkeiten zu nutzen, anstatt sich nur auf passive Versorgung zu verlassen.
Die Planung der Maßnahmen erfolgt individuell und praxisnah. Margarete Stöcker, eine Expertin für das SIS-Modell, bringt es treffend auf den Punkt:
„Pflege beginnt mit dem Gespräch, nicht mit dem Stift." [3]
Sicherheitsmaßnahmen werden durch Basispläne für wiederkehrende Routinen wie Nachtkontrollen oder Türverriegelungen konkretisiert. Zusätzlich sollten 4 bis 6 gezielte Maßnahmen für individuelle Risiken, wie etwa Sturzgefahr oder Desorientierung, festgelegt werden [1]. Um flexibel auf die Tagesverfassung der Bewohner eingehen zu können, werden Zeitkorridore anstelle fester Uhrzeiten genutzt.
Beispiele für Textbausteine zu psychosozialen und Sicherheitsmaßnahmen
Tagesstruktur durch persönliche Rituale:
Der Bewohner schaut täglich um 20:00 Uhr die Tagesschau. An Wochenenden steht er eine Stunde später auf (7:45 Uhr statt 6:45 Uhr). Diese Gewohnheiten werden im Tagesablauf berücksichtigt.
Teilnahme an sozialen Aktivitäten:
Montags bis freitags nimmt der Bewohner am Vorlese- und Singkreis teil. Die Begleitung durch den Sozialen Dienst fördert die gesellschaftliche Teilhabe.
Orientierungshilfen im Wohnbereich:
Ein Nachtlicht im Flur erleichtert die nächtliche Orientierung. Persönliche Gegenstände und Fotos sind gut sichtbar platziert.
Ressourcenförderung bei kognitiven Einschränkungen:
Die Pflegekraft führt täglich ein Orientierungsgespräch (z. B. zu Datum, Wochentag, Jahreszeit) und motiviert den Bewohner, seinen Tischkalender selbstständig zu nutzen.
Sturzprävention mit Hilfsmitteln:
Der Bewohner nutzt eigenständig seinen Rollator. Die Pflegekraft kontrolliert täglich dessen Funktionstüchtigkeit und Bremsen.
Rufanlage nach Toilettengang:
Nach jedem Toilettengang aktiviert der Bewohner das Rufsystem, um bei Bedarf Unterstützung beim Aufstehen zu erhalten und Stürze zu vermeiden.
Einbindung von Angehörigen:
Familienbesuche finden jeden Sonntag um 14:00 Uhr statt und sind fester Bestandteil des Wochenplans. Die Pflegekraft erinnert den Bewohner gegebenenfalls an den Termin.
Sicherheit durch Türverriegelung:
Auf Wunsch wird die Zimmertür nachts von innen verschlossen. Ein Zweitschlüssel liegt im Dienstzimmer für Notfälle bereit.
Begleitung zu religiösen Angeboten:
Jeden Mittwoch um 10:00 Uhr wird der Bewohner zum Gottesdienst in der Hauskapelle begleitet, um spirituelle Bedürfnisse zu berücksichtigen.
Nächtliche Sicherheitskontrolle:
Zwischen 23:00 und 1:00 Uhr wird diskret kontrolliert, ob der Bewohner sicher im Bett liegt und die Bettdecke korrekt positioniert ist. Auffälligkeiten werden im Berichtsblatt dokumentiert.
Fazit
Standardisierte Textbausteine in der SIS-Maßnahmenplanung sind kein bürokratischer Ballast, sondern ein hilfreiches Werkzeug, das Pflegekräften repetitive Aufgaben erleichtert. Sie dienen als Basismaßnahmenplan und werden durch 4 bis 6 individuelle Maßnahmen ergänzt [1]. Diese Bausteine schaffen Transparenz bei Zeitkorridoren, benötigten Hilfsmitteln und den erforderlichen Qualifikationsniveaus – genau die Informationen, die das gesamte Pflegeteam für eine sichere Durchführung benötigt. Gleichzeitig sorgen sie für eine fachlich fundierte Dokumentation, die eng mit den QM-Standards verknüpft ist [3]. Margarete Stöcker bringt es auf den Punkt:
„Dokumentation muss sich auf das Wesentliche konzentrieren – auf das, was für die Pflegequalität entscheidend ist." [3]
Diese Zeitersparnis öffnet die Tür für zusätzliche digitale Lösungen. Dexter health bietet hier eine innovative Lösung an: Mit Sprachdokumentation und einem SIS-Assistenten können standardisierte Textbausteine nahtlos in bestehende Dokumentationssysteme integriert werden. Das Ergebnis? Weniger Schreibaufwand und mehr Zeit für die direkte Pflege am Menschen.
FAQs
Wie passe ich Textbausteine individuell an, ohne sie zu allgemein zu machen?
Um Textbausteine wirklich passend zu gestalten, sollten sie direkt auf die individuellen Bedürfnisse und Lebensumstände des Pflegebedürftigen eingehen. Dabei helfen konkrete Beobachtungen, persönliche Fähigkeiten und Vorlieben, um die Formulierungen persönlicher und treffender zu machen.
Es ist wichtig, spezifische Details einzufügen, wie etwa Alltagsroutinen, Gewohnheiten oder auch mögliche Risikofaktoren. So wird die Pflegeplanung nicht nur genauer, sondern spiegelt auch die tatsächliche Situation wider – ohne in allgemeine oder unpersönliche Aussagen abzurutschen.
Welche Maßnahmen gehören in den Basismaßnahmenplan und welche als individuelle SIS-Maßnahmen dazu?
Der Basismaßnahmenplan umfasst standardisierte Maßnahmen, die für alle Pflegebedürftigen gleichermaßen gelten. Diese Maßnahmen decken die grundlegende Pflege sowie die Tagesstrukturierung ab und orientieren sich an allgemeinen pflegerischen Prinzipien.
Im Gegensatz dazu stehen die individuellen SIS-Maßnahmen, die gezielt auf die spezifischen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Risiken einer Person abgestimmt werden. Diese Maßnahmen basieren auf der Strukturierten Informationssammlung (SIS) und sind so gestaltet, dass sie die individuelle Situation berücksichtigen und eine passgenaue Pflege ermöglichen.
Wie formuliere ich Maßnahmen rechtssicher mit den 5 W-Fragen im Pflegealltag?
Die 5 W-Fragen helfen dabei, Maßnahmen klar und nachvollziehbar zu dokumentieren. Diese Fragen lauten:
Wer: Wer ist verantwortlich? Zum Beispiel eine Pflegefachkraft.
Was: Welche konkrete Maßnahme wird durchgeführt? Zum Beispiel die Mobilisation.
Wie: Wie soll die Maßnahme umgesetzt werden? Etwa durch gezielte Bewegungsübungen.
Wo: Wo findet die Maßnahme statt? Zum Beispiel im Patientenzimmer.
Wann: Wann wird die Maßnahme durchgeführt? Zum Beispiel täglich am Morgen.
Es ist wichtig, dass die Formulierungen individuell, präzise und zielgerichtet sind. Nur so kann der Pflegeprozess eindeutig und rechtssicher dokumentiert werden.