
Konkrete Beispiele und Tipps für präzise SIS-Maßnahmenformulierungen, typische Fehler, rechtliche Risiken und wie KI die Dokumentation erleichtert.
Die SIS-Maßnahmenplanung ist ein zentraler Bestandteil der Pflege, der seit 2015 mit dem Strukturmodell eingeführt wurde. Sie setzt auf eine individuelle, personenzentrierte Dokumentation, um die Pflegequalität zu steigern und rechtliche Anforderungen zu erfüllen. Doch nicht jede Formulierung in der Dokumentation ist hilfreich. Gute Formulierungen sind klar, messbar und individuell, während schlechte Formulierungen oft ungenau oder zu allgemein bleiben.
Eine präzise SIS-Dokumentation schützt nicht nur vor rechtlichen Problemen, sondern sichert auch die Lebensqualität der Bewohner. Mit KI-Tools wie dexter health können Pflegekräfte Zeit sparen und Fehler vermeiden.
Gute SIS-Formulierungen zeichnen sich durch Individualität, Klarheit und Messbarkeit aus. Statt vager Aussagen wie „Sturzgefahr beobachten" sollten spezifische klinische Faktoren wie Sehprobleme, Gleichgewichtsstörungen oder Harninkontinenz benannt werden. Diese Präzision verbessert nicht nur die Pflegequalität, sondern erfüllt auch die Anforderungen des Medizinischen Dienstes (MD).
Ein zentrales Ziel ist die Ergebnisorientierung: Die Dokumentation sollte aufzeigen, wie sich Maßnahmen konkret auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bewohner auswirken. Die Universität Bielefeld erklärt dazu:
„Aus pflegerischer Sicht bietet das neue System die Chance, Qualitätsdiskussionen und Praktiken der Qualitätssicherung auf eine fachlich fundierte Basis zu stellen"[1].
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Einsatz von evidenzbasierten Maßnahmen. Bei der Sturzprävention könnten dies beispielsweise regelmäßige Toilettengänge bei Inkontinenz, Transferhilfen bei Gleichgewichtsproblemen oder angepasste Sehhilfen bei Sehschwäche sein. Studien zeigen, dass Harninkontinenz das Sturzrisiko mit einer Odds Ratio von 8,47 erhöht, während Sehprobleme das Risiko um den Faktor 6,93 steigern[2].
Die Dokumentation sollte zudem das Selbstbestimmungsrecht der Bewohner respektieren und individuelle Wünsche berücksichtigen. Statt einer allgemeinen Formulierung wie „Patient wird mobilisiert" wäre beispielsweise zu schreiben: „Herr Müller wünscht täglich einen Spaziergang im Garten mit Rollator und Begleitung". Solche personenzentrierten Formulierungen zeigen, dass die Maßnahmen auf die Bedürfnisse des Bewohners abgestimmt sind und seine Autonomie wahren.
Sturzprävention bei Sehbeeinträchtigung:
„Frau Schmidt trägt wegen ihrer Makuladegeneration (Visus rechts 0,3, links 0,4) eine angepasste Brille. Orientierungslichter sind in allen Räumen installiert. Bei Transfers erhält sie Unterstützung durch eine Pflegefachkraft. Vierteljährliche Augenarztkontrollen werden dokumentiert."
Inkontinenzmanagement mit Sturzprävention:
„Herr Wagner hat eine Dranginkontinenz. Individuelles Toilettenprogramm: alle 2 Stunden tagsüber (8:00, 10:00, 12:00, 14:00, 16:00, 18:00 Uhr) und einmal nachts (2:00 Uhr). Der Toilettenweg ist frei von Hindernissen, und ein Nachtlicht wurde im Flur angebracht. Ziel: Verringerung der nächtlichen Sturzgefahr durch geplante Toilettengänge."
Infektionsprävention bei Schluckstörungen:
„Frau Becker hat eine Dysphagie nach einem Schlaganfall. Mundpflege wird täglich nach dem Frühstück und Abendessen mit einer weichen Zahnbürste und fluoridhaltiger Zahnpasta durchgeführt. Eine speziell geschulte Pflegekraft übernimmt die Mundpflege. Wöchentliche Kontrolle der Mundschleimhaut auf Rötungen oder Beläge erfolgt."
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) betont:
„in Alters- und Pflegeheime wirken sich insbesondere Handhygiene beim Personal und Mundhygiene bei Bewohnenden positiv auf die Infektionsraten aus"[3].
Medikamentenmanagement bei Polypharmazie:
„Herr Klein nimmt täglich 8 Medikamente, darunter Benzodiazepine (Lorazepam 1 mg abends) und ein Antikonvulsivum (Gabapentin 300 mg 3x täglich). Eine vierteljährliche Medikationsüberprüfung mit dem Hausarzt ist vereinbart. Bei Anzeichen von Schwindel oder Gangunsicherheit wird sofort Rücksprache gehalten. Ein Sturzprotokoll wird geführt."
Diese detaillierte Dokumentation ist entscheidend, da Sedativa und Antikonvulsiva nachweislich mit einem erhöhten Sturzrisiko verbunden sind[2].
Ernährungsmanagement bei Diabetes:
„Frau Hoffmann hat Diabetes mellitus Typ 2 (HbA1c-Zielwert: 7,0 %). Tägliche Blutzuckermessung am Morgen (Zielwert: 100–125 mg/dl). Kohlenhydratreduzierte Ernährung mit drei Hauptmahlzeiten. Sie wünscht keine Einschränkungen bei der Lebensmittelauswahl, ist jedoch bereit, sich alle drei Monate von der Diabetesberaterin beraten zu lassen. Wöchentliche Gewichtskontrollen werden durchgeführt."
SIS-Dokumentation: Gute vs. schlechte Formulierungen im Vergleich
Obwohl klare Richtlinien existieren, treten in der Praxis immer wieder typische Fehler auf, die bei MD-Prüfungen bemängelt werden. Dazu gehören unvollständige Einträge, subjektive Beschreibungen und vage Formulierungen. Auch fehlende Unterschriften, undatierte Einträge oder nachträgliche Änderungen können den Eindruck erwecken, dass Lücken in der Dokumentation vertuscht werden sollen.
Ein weiteres Problem sind generische Textbausteine, die ohne Anpassung kopiert werden. Seit der Einführung des neuen Qualitätsprüfungssystems im Jahr 2019 wird jedoch verstärkt Wert auf individuelle Einträge gelegt, was solche Standardformulierungen unzureichend macht.
Technische Fehler, wie falsche Abkürzungen oder Verwechslungen (z. B. „Hyper-" statt „Hypo-"), können schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Ein tragisches Beispiel aus den USA zeigt, wie gefährlich ungenaue Dokumentation sein kann: 1984 verstarb die Patientin Libby Zion, weil ihre Medikamentenhistorie nicht korrekt geführt wurde. Die Kombination aus Beruhigungsmitteln und einem nicht dokumentierten Antidepressivum führte zu einem tödlichen Herzstillstand [6].
Zusätzlich können fehlende Nachweise über durchgeführte Maßnahmen zu rechtlichen Problemen und hohen Schadensersatzforderungen führen. Ein bekanntes Beispiel ist der Fall Susan Meek v. Southern Baptist Hospital of Florida, der die Bedeutung einer lückenlosen Dokumentation unterstreicht [6].
Hier sind einige typische Beispiele für unzureichende Formulierungen, die in der SIS-Dokumentation häufig vorkommen:
Um die Unterschiede zwischen schlechten und guten Formulierungen zu verdeutlichen, folgt eine tabellarische Gegenüberstellung:
| Schlechte Formulierung | Gute Formulierung | Problem der schlechten Formulierung | Vorteil der guten Formulierung |
|---|---|---|---|
| „Bewohner auf Sturzgefahr beobachten." | „Herr Wagner hat eine Dranginkontinenz. Individuelles Toilettenprogramm: alle 2 Stunden tagsüber (8:00, 10:00, 12:00, 14:00, 16:00, 18:00 Uhr)." | Keine konkreten Risikofaktoren oder Maßnahmen benannt. | Klare, spezifische Maßnahmen mit festgelegtem Zeitplan. |
| „Bewohnerin klagt über Schmerzen. Medikament gegeben." | „Bewohnerin berichtet 8/10 stechende Schmerzen im unteren Rücken; 5 mg Oxycodon um 14:00 Uhr verabreicht. Neubewertung um 14:30 Uhr, Schmerz auf 3/10 reduziert." | Subjektiv, keine Schmerzskala, kein Zeitpunkt, keine Erfolgskontrolle. | Präzise Angaben und Nachweis der Wirksamkeit der Maßnahme. |
| „Wunde sieht okay aus." | „Dekubitus am Sakrum, Grad II, 2 cm × 2 cm, kein Exsudat, rosafarbenes Wundbett. Verbandwechsel nach Protokoll." | Vage, nicht klinisch, keine Verlaufskontrolle möglich. | Erfüllt Anforderungen an klinische Genauigkeit und Dokumentationsstandards. |
| „Bewohnerin hat gut gegessen." | „75 % des proteinreichen Mittagessens verzehrt; 250 ml Wasseraufnahme. Keine Anzeichen von Dysphagie festgestellt." | Keine messbaren Daten für die Beurteilung der Ernährung. | Detaillierte Überwachung von Ernährungs- und Flüssigkeitsstatus. |
Diese Beispiele zeigen, wie wichtig präzise und individuell angepasste Formulierungen sind, um sowohl den Anforderungen der Qualitätsprüfung als auch der Patientensicherheit gerecht zu werden.

Im hektischen Pflegealltag fehlt oft die Zeit für sorgfältige und vollständige SIS-Dokumentation. Genau hier setzt dexter health an: Ein KI-gestützter Assistent, der präzise und zeitsparend dokumentiert. Aber wie genau wird das umgesetzt?
Mit der Sprachdokumentation können Beobachtungen und Maßnahmen direkt per Spracheingabe erfasst werden. Die KI wandelt diese Eingaben in strukturierte Einträge um – selbst bei Unsicherheiten in der Formulierung oder Sprachbarrieren liefert sie zuverlässige Ergebnisse [10].
Ein weiterer Vorteil ist die automatische Strukturierung. Der Assistent organisiert Informationen wie Anamnese, Risikoeinschätzungen und Maßnahmenplanung und stellt sicher, dass gesetzlich vorgeschriebene Details wie Datum, Uhrzeit und Rollenangaben korrekt erfasst werden [8][9]. Dadurch werden typische Fehler wie unvollständige oder fehlerhafte Einträge von Anfang an vermieden.
Die Integration in bestehende Systeme macht Schluss mit doppelter Arbeit. Einträge können direkt am Bewohnerbett vorgenommen werden, wodurch Informationsverluste minimiert und die rechtliche Dokumentation gesichert werden [10][11][9].
Neben der Zeitersparnis und der Reduzierung von Fehlern unterstützt dexter health die Pflegekräfte auch fachlich. Standardisierte Vorlagen und anpassbare Textbausteine helfen dabei, die Anforderungen des Strukturmodells zu erfüllen. Dieses Modell setzt bewusst auf offene Textfelder statt auf vorgegebene Checkboxen [10]. So bleibt die fachliche Expertise der Pflegekräfte im Mittelpunkt, während mehr Zeit für die direkte Betreuung der Bewohner gewonnen wird.
Hier sind fünf konkrete Schritte, die Ihre SIS-Maßnahmenplanung effizienter und effektiver gestalten können:
Standardisierte Risikoinstrumente nutzen: Arbeiten Sie mit strukturierten Tools, um Risiken wie Dehydration, Sturzgefahr oder Dekubitus frühzeitig zu erkennen. Dokumentieren Sie die daraus abgeleiteten Maßnahmen sorgfältig und informieren Sie sowohl Bewohner als auch Angehörige darüber [5]. Diese systematische Vorgehensweise schützt nicht nur bei externen Prüfungen, sondern erfüllt auch gesetzliche Anforderungen.
Nach Vorfällen die präventiven Maßnahmen prüfen: Nach Zwischenfällen oder Infektionen ist es wichtig, die Umsetzung der vorbeugenden Maßnahmen genau zu überprüfen. Wurden alle Maßnahmen korrekt angewendet und dokumentiert? Diese Überprüfung hilft, Schwachstellen aufzudecken und die Dokumentation stetig zu verbessern [3]. Wiederkehrende Ereignisse lassen zudem erkennen, ob die Maßnahmen klar und konkret genug formuliert waren.
Regelmäßige Schulungen zum Indikatorenmodell: Halten Sie Ihr Team mit den Schulungsmaterialien der Pflegeverbände auf dem neuesten Stand der Qualitätsprüfungs-Richtlinie [1]. Seit Herbst 2019 liegt der Fokus auf der Ergebnisqualität. Es reicht nicht, Aufgaben nur abzuhaken – dokumentieren Sie stattdessen messbare Ergebnisse, um den tatsächlichen Erfolg der Maßnahmen zu zeigen.
KI-gestützte Tools zur Dokumentationsqualität einführen: Nutzen Sie Technologien wie dexter health, um Routineaufgaben zu automatisieren und Formulierungsfehler zu reduzieren [4]. Solche KI-Lösungen übernehmen die Strukturierung und stellen sicher, dass alle erforderlichen Details erfasst werden, was Zeit spart und die Qualität der Dokumentation erhöht.
Individualisierung in den Mittelpunkt stellen: Jede Maßnahmenplanung sollte die individuellen Bedürfnisse, Wünsche und Einschränkungen des Bewohners klar widerspiegeln [5]. Realistische und erreichbare Ziele vermeiden Probleme bei Prüfungen und zeigen, dass die Planung auf einer fundierten fachlichen Einschätzung basiert [7].
Diese Ansätze sorgen für eine strukturierte und zielgerichtete Maßnahmenplanung, die sowohl den Prüfungsanforderungen als auch den Bedürfnissen der Bewohner gerecht wird.
Die Qualität der SIS-Maßnahmenplanung ist entscheidend dafür, ob Prüfungen erfolgreich verlaufen und Bewohner die bestmögliche Pflege erhalten. Gute Formulierungen sollten immer objektiv, klar und individuell auf die Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt sein – basierend auf beobachtbaren Fakten [7]. Im Gegensatz dazu können ungenaue oder standardisierte Formulierungen leicht zu Missverständnissen führen, die bei Audits durch den Medizinischen Dienst problematisch werden können. Dies zeigt, wie wichtig eine strukturierte und faktenbasierte Maßnahmenplanung ist.
Seit November 2019 hat das neue Qualitätsprüfungssystem einen stärkeren Fokus auf messbare Ergebnisse gelegt. Statt bloßer Checklisten müssen alle Maßnahmen nachweisbar dokumentiert werden [1]. Praktische Maßnahmen wie konsequente Handhygiene für das Personal oder gezielte Mundhygiene für Bewohner können dabei direkt die Infektionsraten in Pflegeeinrichtungen senken [3].
Hier kommt dexter health ins Spiel: Der KI-gestützte SIS-Assistent hilft, Einträge automatisch zu strukturieren und alle relevanten Details zu erfassen. Das spart nicht nur Zeit, sondern verbessert auch die Qualität der Dokumentation.
Wichtig ist, dass jede Maßnahmenplanung realistische und erreichbare Ziele enthält, die auf den Bewohner abgestimmt sind. Nur so schaffen Sie eine solide Grundlage für eine kontinuierliche Qualitätssicherung und erfolgreiche Prüfungen – zum Vorteil der Bewohner und zur Entlastung Ihres Teams.
In der SIS-Maßnahmenplanung kommt es oft zu Problemen, wenn Formulierungen unklar oder unpräzise sind. Das beeinträchtigt nicht nur die Verständlichkeit, sondern erschwert auch die Nachvollziehbarkeit der Dokumentation. Dadurch können wichtige Informationen fehlen, und die Pflegeplanung wird weniger individuell gestaltet. Solche Schwächen können sich negativ auf die Qualitätssicherung auswirken und bei Prüfungen durch Aufsichtsbehörden zu Beanstandungen führen.
Ein weiterer Stolperstein ist die inkonsistente Verwendung von Fachbegriffen und eine lückenhafte Dokumentation der Maßnahmen sowie deren Ergebnisse. Das erschwert die Zusammenarbeit im Team und kann Missverständnisse im Pflegealltag hervorrufen.
Nicht zu unterschätzen ist auch die Bedeutung von Schulungen und Motivation des Pflegepersonals. Fehlt es an fundiertem Wissen oder Engagement, leidet die Qualität der Dokumentation. Das wirkt sich direkt auf die Effizienz und die Präzision der Pflegeplanung aus.
KI-Tools wie dexter health helfen Pflegekräften, die Maßnahmenplanung und Dokumentation effizienter zu gestalten und gleichzeitig die Qualität der Einträge zu verbessern. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz können die individuellen Bedürfnisse und Risikofaktoren von Pflegebedürftigen genauer analysiert werden. Das ermöglicht es, Maßnahmen klarer und präziser zu formulieren.
Ein weiterer Vorteil: KI unterstützt bei der Bewertung der Wirksamkeit von Maßnahmen, indem sie Daten analysiert und auswertet. Dadurch wird nicht nur die Einhaltung von Pflegestandards erleichtert, sondern auch die Dokumentation verständlicher und fehlerfreier. Diese Tools entlasten Pflegekräfte im Alltag und sorgen dafür, dass die Pflege weiterhin auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt bleibt – und das in hoher Qualität.
Eine individuelle Maßnahmenplanung passt die Pflege gezielt an die persönlichen Bedürfnisse, Ziele und Ressourcen der Pflegebedürftigen an. Das macht die Maßnahmen nicht nur wirksamer, sondern auch leichter umsetzbar und besser akzeptiert – sowohl von den Betroffenen als auch vom Pflegepersonal. Im Gegensatz dazu können standardisierte, unpersönliche Formulierungen schnell zu Missverständnissen führen und die Pflegequalität beeinträchtigen.
Ein weiterer Vorteil: Individuell angepasste Maßnahmen lassen sich bei Veränderungen im Zustand der Pflegebedürftigen flexibel anpassen und präzise evaluieren. Das sorgt nicht nur für eine gleichbleibend hohe Pflegequalität, sondern erfüllt auch rechtliche Anforderungen und steigert die Zufriedenheit aller Beteiligten – von den Pflegekunden bis hin zum Team.