Pflegeplanung schreiben: Beispiele mit Lösung und Formulierungshilfen

03.02.2026

So schreiben Sie eine Pflegeplanung für Examen und Pflegeheim: Pflegeprobleme, Ressourcen, SMART-Ziele und Maßnahmen, 3 Beispiele mit Lösung und Vorlage.

Eine Pflegeplanung schreiben Sie so: Sie sammeln Informationen, beschreiben Pflegeprobleme und Ressourcen, formulieren Ziele nach SMART und planen Maßnahmen so genau, dass jede Kollegin sie ohne Rückfragen umsetzen kann. Zum festgelegten Datum prüfen Sie die Wirkung. Im Pflegeheim mit Strukturmodell entfallen gesonderte Ziele. Dort planen Sie im Maßnahmenplan entlang der Tagesstruktur.

Stand: September 2026

Auf einen Blick

  • Die Planung der Pflege ist nach § 4 Abs. 2 PflBG eine vorbehaltene Tätigkeit von Pflegefachpersonen.
  • In Ausbildung und Examen gilt meist der klassische Pflegeprozess mit 6 Schritten, PESR-Schema und AEDL.
  • Viele Pflegeheime nutzen das Strukturmodell mit SIS und Maßnahmenplan.

Ausbildung und Examen: Lesen Sie ab den 6 Schritten weiter. Praxis im Pflegeheim: Starten Sie beim Strukturmodell. Beide Wege enden bei denselben Beispielen.

Inhalt

Was eine Pflegeplanung ist und wer sie schreibt

Die Pflegeplanung legt fest, was eine Person selbst kann und wie das Team sie unterstützt. Sie ist Arbeitsgrundlage für alle, die die Person versorgen.

Pflegeplanung, Pflegeplan, Maßnahmenplan

BegriffBedeutung
PflegeplanungDer Vorgang: vom Erfassen des Bedarfs bis zur Festlegung der Maßnahmen
PflegeplanDas Dokument der klassischen Planung mit Problemen, Ressourcen, Zielen, Maßnahmen und Evaluation
MaßnahmenplanElement 2 im Strukturmodell. Er ist dort die Pflegeplanung und folgt der Tagesstruktur

Wer die Pflegeplanung schreiben darf

Nach § 4 Abs. 2 Nr. 1 PflBG gehören die Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs und die Planung der Pflege zu den vorbehaltenen Tätigkeiten. Sie sind Pflegefachpersonen mit Berufserlaubnis vorbehalten. Arbeitgeber dürfen diese Aufgaben anderen Personen weder übertragen noch dulden (§ 4 Abs. 3 PflBG). In der Ausbildung üben Sie die Pflegeplanung unter Anleitung.

Klassische Pflegeplanung oder Strukturmodell: der Vergleich

Es gibt 2 verbreitete Arten, eine Pflegeplanung zu schreiben.

MerkmalKlassische PflegeplanungStrukturmodell (SIS)
Pflegeprozess6 Schritte nach Fiechter und Meier4 Phasen
InformationssammlungPflegeanamnese, oft gegliedert nach ATL oder AEDLSIS mit Eigeneinschätzung (Feld B), 6 Themenfeldern und Matrix
Probleme und RessourcenEigene Spalte, oft im PESR-SchemaIn den Themenfeldern beschrieben, keine gesonderten Pflegediagnosen
ZieleNahziele und Fernziele nach SMARTKeine gesonderten Ziele. Übergeordnete Ziele ergeben sich aus Feld B
MaßnahmenJe Problem geplantEntlang der Tagesstruktur über 24 Stunden, Routinen per Verweis auf Verfahrensanweisungen
BerichteVerlauf zu Problemen und ZielenBerichteblatt mit Abweichungen, akuten Ereignissen und positiven Kontaktmomenten
EvaluationZu festen ZieldatenIndividuell und anlassbezogen, wenige feste Termine

Welches Modell Sie brauchen

Im Examen gibt Ihre Pflegeschule das Format vor, häufig den klassischen Pflegeplan. Im Pflegeheim gilt das Dokumentationssystem der Einrichtung. Die Maßstäbe und Grundsätze nach § 113 SGB XI für die vollstationäre Pflege erkennen das Strukturmodell ausdrücklich an, lassen aber andere Verfahren zu (Ziffer 3.1.3). Wie Sie mit den Lebensaktivitäten planen, zeigt der Beitrag zur Pflegeplanung mit ATL.

Die 6 Schritte der Pflegeplanung in der Ausbildung

In der Ausbildung wird meist das Modell von Fiechter und Meier gelehrt. Seine 6 Schritte bilden einen Kreislauf.

  1. Informationssammlung: Sie erheben im Gespräch und aus vorhandenen Unterlagen, was die Person kann und was sie sich wünscht.
  2. Erkennen von Pflegeproblemen und Ressourcen: Sie formulieren Probleme im PESR-Schema und benennen Fähigkeiten.
  3. Festlegen der Pflegeziele: Sie beschreiben, was die Person bis wann erreichen soll, als Nahziel und Fernziel nach SMART.
  4. Planung der Pflegemaßnahmen: Sie legen fest, wer was wann wie oft und wie tut.
  5. Durchführung der Pflege: Das Team setzt die Maßnahmen um.
  6. Beurteilung der Wirkung: Sie prüfen zum Zieldatum, ob das Ziel erreicht ist, und passen die Planung an.

Jeden Schritt ausführlich erklärt der Beitrag zum Pflegeprozess nach Fiechter und Meier.

Pflegeplanung im Pflegeheim: SIS und Maßnahmenplan

Das Strukturmodell besteht nach den EinSTEP-Schulungsunterlagen 3.1 (Februar 2026) aus 4 Elementen: der Strukturierten Informationssammlung (SIS), dem Maßnahmenplan, dem Berichteblatt und der Evaluation. Es steuert einen 4-phasigen Pflegeprozess. Anders als 6-phasige Modelle verzichtet es auf die gesonderte Dokumentation von Pflegeproblemen, Ressourcen und Zielen. Übergeordnete Ziele ergeben sich aus den Wünschen in Feld B der SIS. Laut den Hinweisen des MDS zum Strukturmodell (2019) bedeutet die neue Bezeichnung Maßnahmenplan keinen Wegfall der Pflegeplanung.

SIS: die Grundlage

Die SIS hat 4 Felder. In Feld B schildert die Person ihre Situation und ihre Wünsche, möglichst in wörtlicher Rede. Feld C1 enthält 6 Themenfelder: kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Mobilität und Beweglichkeit, krankheitsbezogene Anforderungen und Belastungen, Selbstversorgung, Leben in sozialen Beziehungen sowie Wohnen/Häuslichkeit (vollstationär). In der Matrix (Feld C2) schätzt die Pflegefachkraft Risiken wie Dekubitus, Sturz, Inkontinenz, Schmerz und Ernährung ein. Die SIS soll in der Regel 7 Tage nach dem Einzug abgeschlossen sein. Die Anleitung dazu steht unter SIS ausfüllen.

Digital unterstützt dexter.sis diesen Schritt: Die Software erstellt aus dem Bewohnergespräch einen SIS-Entwurf in den 6 Themenfeldern. Die Pflegefachkraft prüft den Entwurf, ergänzt ihn und gibt ihn frei.

Maßnahmenplan: die Tagesstruktur

Der Maßnahmenplan beschreibt kurz entlang der Tagesstruktur über 24 Stunden die individuelle Pflege und Betreuung, das Risikomanagement und die Behandlungspflege. Eine Grundbotschaft am Anfang wird empfohlen. Sie fasst knapp zusammen, was alle im Kontakt mit der Person wissen sollten. Routinen, die in Verfahrensanweisungen der Einrichtung beschrieben sind, wiederholen Sie im Plan nicht. Sie beschreiben nur die individuellen Abweichungen. Nach den Maßstäben und Grundsätzen soll dabei erkennbar sein, welches Ziel die jeweilige Maßnahme verfolgt. Formulierungen für die einzelnen Themenfelder finden Sie in den Textbausteinen zur SIS-Maßnahmenplanung.

Berichteblatt und Evaluation

Im Berichteblatt dokumentieren Sie Abweichungen vom Maßnahmenplan, akute Ereignisse und positive Kontaktmomente. Was täglich laut Plan geschieht, wiederholen Sie dort nicht. Einzelnachweise bleiben nötig für ärztlich angeordnete Behandlungspflege, für Positionswechsel bei Dekubitusrisiko und im Einzelfall für Maßnahmen des Risikomanagements. Die Evaluation erfolgt individuell und anlassbezogen. Ein schematischer Evaluationszeitraum ist nicht erforderlich. Feste Anlässe sind zum Beispiel die halbjährliche Indikatorenerhebung und Pflegevisiten. Bei akuten Veränderungen evaluieren Sie unverzüglich.

Pflegeprobleme formulieren mit dem PESR-Schema

In der klassischen Pflegeplanung formulieren Sie Pflegeprobleme meist nach dem PESR-Schema. Es ist eine gängige Lehrbuchdarstellung ohne gesetzliche Vorgabe. Das R ergänzt das PES-Format im deutschsprachigen Raum um die Ressourcen. Viele Pflegeschulen verbinden die Teile mit „b/d“ (bedingt durch) und „a/d“ (angezeigt durch).

TeilBedeutungLeitfrageBeispiel
PProblemWas kann die Person nicht oder nur mit Hilfe?Frau K. kann Rücken, Beine und Füße nicht selbst waschen
EEinflussfaktoren, Ursache (auch Ä für Ätiologie)Wodurch entsteht das Problem?b/d Halbseitenlähmung rechts nach Schlaganfall
SSymptome, KennzeichenWoran ist es beobachtbar?a/d erreicht Rücken und Füße mit der linken Hand nicht, ermüdet nach 10 Minuten
RRessourcenWas kann die Person selbst?Wäscht Gesicht, Oberkörper und Arme im Sitzen selbst, möchte selbstständiger werden

Eine Übersicht über Aufbau und Domänen der Pflegediagnosen bietet der Beitrag NANDA-Pflegediagnosen im Überblick.

Aktuelle, potenzielle und verdeckte Pflegeprobleme

ArtBedeutungBeispiel
AktuellBesteht jetzt und ist beobachtbarHerr D. kann nicht allein aufstehen
PotenziellEin Risiko, das noch nicht eingetreten istFrau T. hat ein Dekubitusrisiko, die Haut ist intakt
VerdecktBesteht vermutlich, ist aber noch nicht bestätigtFrau S. isst wenig, die Ursache ist noch unklar

Pflegeprobleme: vorher und nachher

UnklarKonkret
Bewohnerin ist verwirrt.Frau H. findet nachts ihr Zimmer nicht, b/d Demenz, a/d läuft zwischen 2 und 4 Uhr suchend über den Flur.
Sturzgefahr.Herr D. ist sturzgefährdet b/d unsicheres Gangbild und nächtlichen Harndrang, a/d 2 Stürze in den letzten 3 Monaten beim nächtlichen Toilettengang.
Isst schlecht.Frau S. isst von den Hauptmahlzeiten weniger als die Hälfte b/d Druckstellen durch die Zahnprothese, a/d Gewicht in 2 Monaten von 58 auf 55 kg gesunken.

Mehr Beispiele und die NANDA-Systematik erklärt der Beitrag zum PESR-Schema.

Ressourcen in der Pflege formulieren: Beispiele

Ressourcen sind Fähigkeiten und Unterstützung, auf die Sie die Pflege aufbauen. Beschreiben Sie sie so genau wie die Probleme.

ArtBeispiel
KörperlichSteht mit Festhalten am Haltegriff selbst auf.
KognitivIst zeitlich und örtlich orientiert, nutzt einen Wandkalender für Termine.
Emotional und motivationalMöchte wieder allein zum Speisesaal gehen und übt dafür gern.
SozialTochter telefoniert täglich um 18 Uhr mit ihr und besucht sie sonntags.
Räumlich und materiellEigener Rollator, Einzelzimmer mit Haltegriffen am WC.
Gewohnheit und VorliebeDuscht seit Jahren abends und mag das Wasser warm (ca. 38 °C).

Gewohnheiten wie die Wassertemperatur gehören zu den Vorlieben. Sie fließen in die Maßnahmen ein.

UnklarKonkret
Bewohner ist mobil.Herr B. geht mit Rollator selbst bis zu 50 Meter auf dem Wohnbereich.
Kann sich teilweise selbst waschen.Wäscht Gesicht, Oberkörper und Arme im Sitzen am Waschbecken selbst.
Hat Familie.Sohn kommt jeden Mittwoch und begleitet ihn zum Spaziergang im Garten.

Pflegeziele formulieren nach der SMART-Regel

Ein Pflegeziel beschreibt, was die Person bis zu einem Datum erreicht. Formulieren Sie es positiv und aus ihrer Sicht. Es muss überprüfbar sein. In der Pflegeausbildung wird SMART meist so aufgelöst: spezifisch, messbar, akzeptiert (auch: attraktiv), realistisch, terminiert. Eine verbindliche Norm gibt es dafür nicht. Maßgeblich ist, was Ihre Schule oder Einrichtung vorgibt.

SMART-Kriterien in der Pflege

BuchstabeBedeutungPrüffrageBeispiel
SspezifischWer erreicht was genau?Frau M. geht von ihrem Zimmer zum Speisesaal.
MmessbarWoran erkenne ich, dass das Ziel erreicht ist?20 Meter mit Vierpunktstock ohne Pause
Aakzeptiert (auch: attraktiv)Will die Person das Ziel selbst?Frau M. möchte wieder mit den anderen essen.
RrealistischIst das Ziel mit ihren Ressourcen erreichbar?Sie schafft heute 10 Meter und hat 2-mal pro Woche Physiotherapie.
TterminiertBis wann gilt das Ziel?bis 31.10.2026

Ein SMART-Ziel Schritt für Schritt

So wird aus einem vagen Wunsch ein prüfbares Ziel. Beispiel Trinken:

  1. Ausgangssatz: „Frau S. soll mehr trinken.“
  2. Spezifisch: Frau S. trinkt über den Tag verteilt aus ihrer eigenen Tasse.
  3. Messbar: Die Menge wird im Trinkprotokoll erfasst. Zielwert ist die mit der Hausärztin abgestimmte Trinkmenge von 1.300 ml.
  4. Akzeptiert: Sie mag Früchtetee und Buttermilch. Beides wird angeboten.
  5. Realistisch: Sie trinkt derzeit etwa 800 ml. Eine erste Etappe ist 1.100 ml.
  6. Terminiert: 1.100 ml bis 10.10.2026, 1.300 ml bis 31.10.2026.

Ergebnis: „Frau S. trinkt bis zum 10.10.2026 täglich mindestens 1.100 ml, am liebsten Früchtetee und Buttermilch (Trinkprotokoll). Bis zum 31.10.2026 trinkt sie täglich 1.300 ml.“

Nahziel und Fernziel

Das Fernziel beschreibt den Zustand, den die Person langfristig erreichen soll. Nahziele sind Etappen dorthin. Im Beispiel ist 1.100 ml das Nahziel und 1.300 ml das Fernziel. Nahziele zeigen früh, ob eine Maßnahme wirkt. Die Zeiträume legen Sie individuell fest.

Zieltypen mit Beispielen

ZieltypWofürBeispiel
ErhaltungszielFähigkeit bewahrenHerr B. geht bis 31.12.2026 weiterhin selbst mit Rollator zur Toilette.
RehabilitationszielFähigkeit zurückgewinnenFrau M. zieht bis 15.11.2026 ihre Bluse im Sitzen selbst an.
PräventionszielRisiko verringernDie Haut an Kreuzbein und Fersen von Frau T. bleibt bis 31.10.2026 intakt.
KompensationszielEinschränkung mit Hilfsmitteln ausgleichenFrau H. findet ab 20.10.2026 mit dem Foto an der Tür ihr Zimmer.
Palliatives ZielWohlbefinden und LinderungHerr L. gibt bis 08.10.2026 in Ruhe Schmerzen von höchstens 3 auf der Skala von 0 bis 10 an.

SMART-Ziele: vorher und nachher

UnklarSMART
Mobilität verbessern.Herr B. geht bis 31.10.2026 3-mal täglich mit Rollator und Begleitung 20 Meter über den Flur.
Ausreichend trinken.Frau S. trinkt bis 10.10.2026 täglich mindestens 1.100 ml (Trinkprotokoll).
Schmerzfrei sein.Frau T. gibt bis 10.10.2026 in Ruhe Schmerzen von höchstens 3 auf der Skala von 0 bis 10 an (aktuell 6).
Selbstständig waschen.Herr M. wäscht ab 15.10.2026 Gesicht, Oberkörper und Arme am Waschbecken im Sitzen selbst.
Sturzfrei bleiben.Herr D. klingelt bis 31.10.2026 nachts vor dem Aufstehen und trägt dabei rutschfeste Hausschuhe.
Soll sich wohlfühlen.Frau A. nimmt bis 30.11.2026 1-mal pro Woche an der Singgruppe teil (ihr Wunsch beim Einzug).

„Sturzfrei“ und „schmerzfrei“ sind selten realistisch. Planen Sie das Verhalten, das das Risiko senkt.

Pflegemaßnahmen formulieren

Eine Maßnahme ist gut formuliert, wenn eine neue Kollegin sie ohne Rückfragen umsetzen kann (Kollegentest). Nehmen Sie ausdrückliche Wünsche der Person auf, etwa „laut und langsam sprechen“ oder „Körperpflege nur durch Pflegerinnen“.

Die W-Fragen für Pflegemaßnahmen

FrageBeispiel
Was?Waschen von Rücken und Beinen
Wer?Pflegekraft des Frühdienstes
Wann und wie oft?Täglich gegen 7:30 Uhr, nach dem ersten Kaffee
Wie?Teilübernahme, Frau K. wäscht Gesicht und Oberkörper selbst
Womit?Eigene Waschlotion, Wasser ca. 38 °C
Wo?Im Bad am Waschbecken, im Rollstuhl sitzend

Hilfeformen

HilfeformHäufiges KürzelBedeutungBeispiel
AnleitungAPerson handelt, Pflegekraft erklärtRasur mit Elektrorasierer nach Anleitung
BeaufsichtigungBPflegekraft ist dabei, greift bei Bedarf einDuschen im Sitzen, Pflegekraft bleibt im Bad
UnterstützungUHilfe bei einzelnen HandgriffenKnöpfe schließen, Strümpfe anziehen
TeilübernahmeTÜPflegekraft übernimmt festgelegte TeileRücken und Beine waschen
Vollständige ÜbernahmeVÜPflegekraft übernimmt allesMundpflege bei Bewusstseinsstörung

Die Kürzel sind nicht einheitlich. Verwenden Sie die Kürzel, die Ihre Schule oder Einrichtung festgelegt hat.

Pflegemaßnahmen: vorher und nachher

UnklarKonkret
Bei der Körperpflege unterstützen.Täglich um 8 Uhr im Bad: Frau K. wäscht Gesicht und Oberkörper selbst, Pflegekraft wäscht Rücken und Beine (TÜ), Wasser ca. 38 °C, eigene Waschlotion.
Mobilisieren.Täglich um 10 und 15 Uhr je 15 Minuten Begleitung auf dem Flur, Rollator, Pause auf der Bank am Fenster nach Wunsch.
Sturzprophylaxe durchführen.Rutschfeste Hausschuhe vor dem Bett, Rollator nachts in Griffweite, Nachtlicht an, Klingel am Kopfkissen.
Lagern.Positionswechsel nach dem individuellen Bewegungsplan, Frau T. dreht sich mit Anleitung selbst auf die Seite, jeder Positionswechsel wird im Bewegungsprotokoll abgezeichnet.

Pflegeplanung Formulierungshilfen nach AEDL und SIS-Themenfeld

Die Tabelle ordnet jede der 13 AEDL nach Krohwinkel einem passenden SIS-Themenfeld zu (TF 1 bis 6) und gibt je 1 Formulierungsbeispiel. Die Zuordnung ist eine Orientierung. Ein Thema kann mehrere Themenfelder berühren. Im Strukturmodell schreiben Sie die Ziel-Spalte nicht gesondert. Das Modell selbst erklärt der Beitrag zum ABEDL-Modell nach Krohwinkel.

AEDLSISProblem mit RessourceZielMaßnahme
KommunizierenTF 1Hört rechts schlecht, versteht kurze Sätze gutTeilt ihre Wünsche im Gespräch mitVon links, laut und langsam in kurzen Sätzen sprechen
Sich bewegenTF 2Geht unsicher, nutzt Rollator nach ErinnerungGeht mit Rollator allein zum SpeisesaalRollator vor jedem Aufstehen bereitstellen und erinnern
Vitale Funktionen aufrechterhaltenTF 3Bluthochdruck, nimmt Tabletten zuverlässigBlutdruck im ärztlich vorgegebenen BereichMessung und Medikamente laut ärztlicher Anordnung
Sich pflegenTF 4Wäscht Oberkörper selbst, Rücken und Beine nichtWäscht zusätzlich die Oberschenkel selbstWaschlappen links bereitlegen, Rücken und Beine übernehmen
Essen und trinkenTF 4Trinkt ohne Erinnerung wenig, mag FrüchteteeTrinkt die festgelegte TagesmengeFrüchtetee zu festen Zeiten anbieten, Protokoll führen
AusscheidenTF 4Harndrang nachts, meldet sich zuverlässigErreicht nachts rechtzeitig die ToiletteKlingel am Bett, Begleitung zur Toilette anbieten
Sich kleidenTF 4Kann Knöpfe nicht schließen, wählt Kleidung selbstZieht sich mit wenig Hilfe selbst anKleidung nach Wahl bereitlegen, nur Knöpfe schließen
Ruhen und schlafenTF 2 oder TF 6Schläft schwer ein, hört abends gern RadioSchläft vor Mitternacht einAb 21 Uhr Radio leise, Tür einen Spalt offen
Sich beschäftigenTF 5Zieht sich zurück, war GärtnerGeht 2-mal pro Woche in den GartenBei trockenem Wetter Gartenbegleitung anbieten
Sich als Mann oder Frau fühlenTF 4 oder TF 5Schämt sich bei der Intimpflege, äußert Wünsche klarErlebt die Intimpflege als würdevollIntimpflege nur durch Pflegerinnen, Tür geschlossen
Für eine sichere Umgebung sorgenTF 1 oder TF 2Erkennt Stolperfallen nicht, folgt HinweisenBewegt sich im Zimmer ohne HindernisseWege freiräumen, Teppich nach Absprache entfernen
Soziale Bereiche des Lebens sichernTF 5Vermisst Nachbarin, telefoniert gernHält Kontakt zur NachbarinSonntags beim Telefonat unterstützen
Mit existenziellen Erfahrungen umgehenTF 5Trauert um den Ehemann, betet gernFindet Trost in ihrem GlaubenBesuch der Seelsorge nach Wunsch vermitteln

3 Pflegeplanung-Beispiele mit Lösung

Die folgenden Fälle sind frei erfunden. Sie zeigen, wie aus einer Fallbeschreibung eine Pflegeplanung wird.

Beispiel 1: Pflegeplanung für das Examen (klassisch)

Fallbeispiel (frei erfunden): Frau Erika M., 79 Jahre, lebt seit 1 Woche im Pflegeheim. Vor 4 Wochen hatte sie einen Schlaganfall mit Halbseitenlähmung rechts. Sie ist Rechtshänderin. Sie wäscht Gesicht und Oberkörper mit links, erreicht Rücken und Füße aber nicht. Mit Vierpunktstock und Begleitung geht sie 10 Meter. Sie sucht oft nach Wörtern, versteht aber alles. Ihr Wunsch: „Ich will wieder allein zum Essen gehen.“ Physiotherapie kommt 2-mal pro Woche.
Pflegeproblem (PESR)RessourcenPflegezielMaßnahmenEvaluation
Kann Rücken, Beine und Füße nicht selbst waschen b/d Halbseitenlähmung rechts, a/d erreicht diese Stellen mit links nichtWäscht Gesicht und Oberkörper im Sitzen, ist motiviertNahziel: wäscht bis 15.10.2026 zusätzlich die Oberschenkel selbstTäglich 7:30 Uhr am Waschbecken im Rollstuhl, Utensilien links, Oberschenkel mit Anleitung, Rest TÜ15.10.2026
Sturzgefahr b/d Halbseitenlähmung, a/d unsicheres Gangbild, geht nur 10 MeterSteht mit Haltegriff auf, Physiotherapie, eigener WunschGeht bis 31.10.2026 mit Vierpunktstock und Begleitung die 20 Meter zum Speisesaal3-mal täglich zu den Mahlzeiten begleiten, rechts von ihr gehen, Stuhl auf halber Strecke, feste Schuhe31.10.2026
Kann Bedürfnisse nur teilweise äußern b/d Wortfindungsstörung, a/d bricht Sätze abVersteht alles, nickt und schüttelt zuverlässig den KopfTeilt bis 15.10.2026 Toilettengang, Durst und Schmerz über Ja-Nein-Fragen oder Bildkarte mitJa-Nein-Fragen stellen, Zeit lassen, Sätze nicht für sie beenden, Bildkarte links am Nachttisch15.10.2026

Warum so formuliert:

  • Jedes Problem nennt eine Ursache und ein beobachtbares Zeichen.
  • Die Ziele greifen Frau M.s eigenen Wunsch auf und bauen auf ihren Ressourcen auf.
  • Die Maßnahmen nennen Zeitpunkt, Ort, Häufigkeit und Hilfeform.
  • Jedes Ziel hat ein Datum, an dem die Evaluation stattfindet.

Beispiel 2: Pflegeheim nach SIS und Maßnahmenplan

Fallbeispiel (frei erfunden): Herr Walter B., 84 Jahre, ist vor 5 Tagen mit Demenz ins Pflegeheim gezogen. Er war 40 Jahre Gärtner. Er findet sein Zimmer nicht immer. Er geht mit Rollator unsicher und vergisst ihn oft. Nachts steht er 2- bis 3-mal auf. Rechts hört er schlecht. Er trinkt ohne Erinnerung wenig. Seine Frau kommt täglich am Nachmittag. In Feld B sagt er: „Morgens will ich meine Ruhe und meinen Kaffee. Und ich will raus in den Garten.“

Grundbotschaft: „Herr B. war 40 Jahre Gärtner und ist am liebsten draußen. Morgens braucht er Ruhe und seinen Kaffee.“

Matrix (Auszug): Sturz: ja, weitere Einschätzung notwendig. Ernährung: weitere Einschätzung notwendig, befristete Beobachtung der Trinkmenge für 7 Tage. Dekubitus, Inkontinenz, Schmerz: nein.

TageszeitIndividuelle MaßnahmeBezug
GanztagsVon links, laut und langsam in kurzen Sätzen sprechenTF 1
MorgensErst Kaffee im eigenen Sessel, dann Körperpflege am Waschbecken: Gesicht und Hände wäscht er nach Aufforderung selbst, Rücken und Beine TÜ, Rasur nach Anleitung, sonst nach VerfahrensanweisungFeld B, TF 4
VormittagsBei trockenem Wetter 20 Minuten Begleitung in den Garten, vorher Rollator bereitstellen und an die Bremsen erinnernFeld B, TF 2, TF 5, Matrix Sturz
Mahlzeiten und 10, 15 UhrGetränk anbieten, Trinkmenge bis 19.10.2026 im Protokoll erfassenTF 4, Matrix Ernährung
NachmittagsBesuch der Ehefrau, keine Gruppenangebote, Volksmusik im Zimmer nach WunschTF 5
Abends und nachtsNachtlicht an, Tür einen Spalt offen, Rollator und Klingel in Griffweite, rutschfeste Hausschuhe vor dem Bett, beim Aufstehen Begleitung zur Toilette anbietenTF 2, TF 6, Matrix Sturz

Berichteblatt (Beispiel für eine Abweichung): „12.10.2026, 7:40 Uhr: Herr B. lehnte die Körperpflege ab, er habe schlecht geschlafen. Um 9:30 Uhr erneut angeboten, dann angenommen.“

Evaluation: Am 19.10.2026 nach der befristeten Beobachtung, nach einem Sturz sofort.

Warum so formuliert:

  • Es gibt keine gesonderten Ziele. Seine Wünsche aus Feld B prägen die Maßnahmen.
  • Die Routine der Körperpflege steht in der Verfahrensanweisung. Der Plan beschreibt nur das Individuelle.
  • Jedes Risiko aus der Matrix findet sich als Maßnahme in der Tagesstruktur wieder.
  • Das Berichteblatt enthält nur die Abweichung vom Plan.

Beispiel 3: Dekubitusrisiko nach Expertenstandard

Fallbeispiel (frei erfunden): Frau Luise T., 88 Jahre, lebt seit 2 Jahren im Pflegeheim. Nach einer Lungenentzündung liegt sie seit 10 Tagen überwiegend im Bett, meist auf dem Rücken. Allein wechselt sie ihre Position kaum. Mit Anleitung dreht sie sich auf die Seite. Sie ist harninkontinent. Ihre Haut ist intakt. Sie möchte wieder mit den anderen zu Mittag essen. Im Rollstuhl hält sie derzeit 20 Minuten durch.

Der DNQP-Expertenstandard Dekubitusprophylaxe (2. Aktualisierung 2017) verlangt ein Screening und bei nicht ausgeschlossenem Risiko eine differenzierte Einschätzung. Die Bewegung plant die Pflegefachkraft auf Basis einer individuellen Bewegungsförderungsplanung, die Haut begutachtet sie in individuell bestimmten Abständen. Feste Intervalle wie „alle 2 Stunden“ gibt die Standardtabelle nicht vor. Mehr dazu im Überblick zu den Expertenstandards in der Pflege.

Pflegeproblem (PESR)RessourcenPflegezielMaßnahmenEvaluation
Dekubitusrisiko b/d stark eingeschränkte Mobilität nach Pneumonie und Harninkontinenz, a/d wechselt die Position im Bett kaum selbstDreht sich mit Anleitung auf die Seite, Haut intaktDie Haut an Kreuzbein, Gesäß und Fersen bleibt intaktPositionswechsel nach individuellem Bewegungsplan (Abstände nach Hautinspektion und Befinden), Frau T. dreht mit, Fersen frei lagern, im Bewegungsprotokoll abzeichnenBewegungsplan am 08.10.2026, Risikoeinschätzung sofort bei Veränderung der Mobilität
Sitzt nur 20 Minuten im Rollstuhl b/d Schwäche nach Pneumonie, a/d bittet dann erschöpft ins BettMöchte wieder im Speisesaal essenSitzt bis 22.10.2026 beim Mittagessen 45 Minuten im SpeisesaalTransfer mit 1 Pflegekraft, druckverteilendes Sitzkissen nach Einschätzung, zum Gewichtverlagern anleiten22.10.2026

Im Strukturmodell kreuzen Sie in der Matrix Dekubitus mit „ja“ an. Die Maßnahmen stehen im Maßnahmenplan bei den Tageszeiten. Die Positionswechsel zeichnen Sie einzeln ab.

Warum so formuliert:

  • Die Abstände der Positionswechsel folgen der individuellen Einschätzung und sind im Bewegungsplan festgehalten.
  • Der Wunsch, im Speisesaal zu essen, wird zum Ziel und fördert zugleich die Bewegung.

Pflegeplanung Vorlage zum Kopieren

Markieren Sie die Tabelle und kopieren Sie sie in Ihr Textprogramm.

Vorlage 1: Klassische Pflegeplanung

Pflegeproblem (PESR)RessourcenPflegeziel (SMART)Maßnahmen (W-Fragen)Evaluation (Datum, Ergebnis)
     
     
     

Vorlage 2: Maßnahmenplan nach Strukturmodell

TageszeitIndividuelle MaßnahmeBezug (Feld B, TF, Matrix)Verweis Verfahrensanweisung
Morgens   
Vormittags   
Mittags   
Nachmittags   
Abends   
Nachts   

Was der MD bei der Maßnahmenplanung prüft

Nach der Qualitätsprüfungs-Richtlinie vollstationär (QPR, Ziffer 11 Abs. 4) müssen die individuelle Tagesstrukturierung und die individuelle Maßnahmenplanung in jedem Fall schriftlich vorliegen. Fehlen sie oder ist die Planung lückenhaft, wertet der MD das als Defizit. Eine einseitig auf die Dokumentation ausgerichtete Prüfung soll vermieden werden (Ziffer 11 Abs. 2). Das Fachgespräch hat deshalb hohes Gewicht. Geprüft wird unter anderem,

  • ob die Maßnahmenplanung die aktuellen Fähigkeiten und Beeinträchtigungen berücksichtigt, etwa bei der Mobilität
  • ob die Planung nach einer Rückkehr aus dem Krankenhaus angepasst wurde, wenn sich der Bedarf verändert hat
  • ob sich die Risiken als Maßnahmen im Plan wiederfinden
  • ob SIS und Matrix zusammenpassen: Wer in Themenfeld 2 als bettlägerig beschrieben ist, braucht eine nachvollziehbare Einschätzung zum Dekubitusrisiko

Rechtsgrundlage ist § 113 SGB XI, der eine praxistaugliche, den Pflegeprozess unterstützende Pflegedokumentation verlangt.

Häufige Fehler und bessere Formulierungen

Häufiger FehlerBessere Formulierung
Ziel beschreibt die Pflegehandlung: „Bewohnerin wird mobilisiert.“Ziel beschreibt die Person: „Frau M. geht bis 31.10.2026 mit Vierpunktstock 20 Meter.“
Unerreichbares Ziel: „Herr D. stürzt nicht mehr.“„Herr D. klingelt nachts vor dem Aufstehen.“
Feste Intervalle ohne Einschätzung: „Alle 2 Stunden lagern.“„Positionswechsel nach individuellem Bewegungsplan, Abstände laut Einschätzung vom 01.10.2026.“
Wertung: „Bewohner ist unkooperativ.“„Herr B. lehnt die Körperpflege vor dem Frühstück ab.“
Routine im Maßnahmenplan wiederholt.„Körperpflege nach Verfahrensanweisung, Abweichung: erst nach dem Kaffee.“
Risiko in der Matrix, aber keine Maßnahme im Plan.Sturzrisiko: Maßnahmen nachts im Plan eintragen (Nachtlicht, Klingel, Hausschuhe).
Plan nach Krankenhausaufenthalt unverändert.SIS und Maßnahmenplan nach der Rückkehr sofort überprüfen und anpassen.

Checkliste für die Pflegeplanung im Examen

  • Fall 2-mal lesen und Ressourcen markieren
  • Wunsch der Person wörtlich notieren
  • Jedes Problem im PESR-Schema mit Ursache und Zeichen
  • Aktuelle und potenzielle Probleme trennen
  • Mindestens 1 Ressource je Problem
  • Jedes Ziel prüfen: spezifisch, messbar, akzeptiert (auch: attraktiv), realistisch, terminiert
  • Nahziel und Fernziel mit Datum
  • Maßnahmen mit Zeit, Ort, Hilfeform und Häufigkeit
  • Prophylaxen am Expertenstandard ausrichten und Abstände individuell begründen
  • Evaluationsdatum zu jedem Ziel

Häufige Fragen zur Pflegeplanung

Wie schreibe ich eine gute Pflegeplanung?

Beginnen Sie mit dem Gespräch mit der pflegebedürftigen Person. Beschreiben Sie dann Pflegeprobleme und Ressourcen konkret, formulieren Sie Ziele nach SMART und planen Sie Maßnahmen so genau, dass jede Kollegin sie ohne Rückfragen umsetzen kann. Im Strukturmodell entfallen gesonderte Ziele. Dort planen Sie im Maßnahmenplan entlang der Tagesstruktur.

Welche 6 Schritte umfasst die Pflegeplanung?

Nach der gängigen Lehrbuchdarstellung von Fiechter und Meier hat der Pflegeprozess 6 Schritte: 1. Informationssammlung, 2. Erkennen von Pflegeproblemen und Ressourcen, 3. Festlegen der Pflegeziele, 4. Planung der Pflegemaßnahmen, 5. Durchführung der Pflege, 6. Beurteilung der Wirkung. Das Strukturmodell in der Langzeitpflege arbeitet mit 4 Phasen und verzichtet auf die gesonderte Dokumentation der Schritte 2 und 3.

Wie formuliere ich ein Pflegeproblem?

Formulieren Sie ein Pflegeproblem nach dem PESR-Schema: P nennt das Problem, E die Einflussfaktoren oder Ursachen, S die beobachtbaren Symptome und R die Ressourcen. Beispiel: Frau K. kann Rücken und Füße nicht selbst waschen, bedingt durch eine Halbseitenlähmung rechts, angezeigt durch fehlende Reichweite mit der linken Hand. Sie wäscht Gesicht und Oberkörper selbst.

Wie formuliere ich Ziele in der Pflegeplanung richtig?

Ein Pflegeziel beschreibt, was die pflegebedürftige Person bis zu einem Datum erreicht. Formulieren Sie es positiv, aus ihrer Sicht und nach SMART. Beispiel: Frau M. geht bis zum 31.10.2026 mit Vierpunktstock und Begleitung die 20 Meter von ihrem Zimmer zum Speisesaal. Im Strukturmodell entfallen gesonderte Ziele. Übergeordnete Ziele ergeben sich dort aus Feld B der SIS.

Was bedeutet SMART in der Pflegeplanung?

In der Pflegeplanung dient SMART als Prüfraster für Pflegeziele. In der Pflegeausbildung wird SMART meist so aufgelöst: spezifisch, messbar, akzeptiert (auch: attraktiv), realistisch, terminiert. Ein Ziel erfüllt SMART, wenn klar ist, wer was erreicht und woran man das Ergebnis erkennt. Die Person trägt das Ziel mit, es ist mit ihren Ressourcen erreichbar und hat ein Datum.

Was ist das SMART-Schema?

Das SMART-Schema ist eine Merkhilfe für die Formulierung von Zielen, die auch außerhalb der Pflege verbreitet ist. Jeder Buchstabe steht für ein Kriterium: spezifisch, messbar, akzeptiert (auch: attraktiv), realistisch, terminiert. Eine verbindliche Norm für das Schema gibt es nicht. Maßgeblich ist, was Ihre Pflegeschule oder Ihre Einrichtung vorgibt.

Wie formuliere ich Maßnahmen in der Pflege?

Formulieren Sie Pflegemaßnahmen so, dass eine neue Kollegin sie ohne Rückfragen umsetzen kann. Beantworten Sie die W-Fragen: was getan wird, wer es tut, wann und wie oft, wie genau, womit und wo. Nennen Sie die Hilfeform, etwa Anleitung oder Teilübernahme, und die Wünsche der Person. Für Routinen aus einer Verfahrensanweisung genügt ein Verweis.

Was unterscheidet Pflegeplanung und Maßnahmenplan im Strukturmodell?

Der Maßnahmenplan ist die Pflegeplanung im Strukturmodell. Er folgt der Tagesstruktur über 24 Stunden. Er enthält die individuelle Pflege und Betreuung, das Risikomanagement und die Behandlungspflege. Gesonderte Pflegeziele und PESR-Formulierungen entfallen. Routinen stehen in Verfahrensanweisungen, im Plan stehen die individuellen Abweichungen.

Gibt es eine Vorlage für die Pflegeplanung?

Ja. In diesem Beitrag finden Sie 2 leere Vorlagen als Tabelle zum Kopieren. Die erste ist für die klassische Pflegeplanung mit den Spalten Pflegeproblem, Ressourcen, Pflegeziel, Maßnahmen und Evaluation. Die zweite ist für den Maßnahmenplan nach Strukturmodell entlang der Tageszeiten. Im Pflegeheim gilt das Formular Ihres Dokumentationssystems.

Wie oft muss die Pflegeplanung evaluiert werden?

In der klassischen Pflegeplanung prüfen Sie jedes Ziel zu dem Datum, das Sie beim Ziel festgelegt haben. Im Strukturmodell ist kein schematischer Evaluationszeitraum erforderlich. Dort evaluieren Sie individuell und anlassbezogen, etwa nach einem Sturz oder Krankenhausaufenthalt. Feste Anlässe sind zum Beispiel die halbjährliche Indikatorenerhebung und Pflegevisiten. Bei akuten Veränderungen evaluieren Sie sofort.

Quellen

Verwandte Blogbeiträge

Weitere Artikel zu SIS & Pflegeplanung

dexter health

KI für die Pflege. Wir sorgen dafür, dass Pflegekräfte mehr Zeit haben.

Bonner Wall 126, 50677 Köln, Deutschland
Blog
Kontakt
Impressum
Datenschutz
LinkedInFacebookInstagram
© 2026 dexter health GmbH
DSGVO-konform
EU-KI-Verordnung
heyData EU AI trusted logo