
Ein Blick auf SIS Themenfeld 1: Wie kognitive und kommunikative Fähigkeiten die Pflegeplanung unterstützen.
Die strukturierte Informationssammlung (SIS) hat sich mittlerweile als ein essenzieller Bestandteil der Pflegeplanung in stationären Pflegeeinrichtungen etabliert. Dieses moderne Dokumentationssystem, das das frühere Modell nach Fichter und Meier abgelöst hat, basiert auf einer präzisen und bedarfsgerechten Informationssammlung, um die Pflegequalität gezielt zu verbessern. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf das erste Themenfeld der SIS: die kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten. Dabei klären wir, warum diese Informationen so wichtig sind und wie sie in der Dokumentation sinnvoll erfasst werden können.
Das Ziel der SIS ist es, eine personenzentrierte Pflege zu gewährleisten, die sich an den Fähigkeiten, Bedürfnissen und Risiken der Bewohner orientiert. Das erste Themenfeld legt den Fokus darauf, wie gut ein Bewohner:
Diese Aspekte sind nicht nur für die Erstellung eines effektiven Maßnahmenplans entscheidend, sondern wirken sich direkt auf die Lebensqualität der Bewohner und die Arbeitsbelastung der Pflegeteams aus.
Die Pflegefachkraft prüft, ob der Bewohner Personen aus seinem Alltag – wie Angehörige, Pflegekräfte oder Nachbarn – erkennt. Ebenso wird bewertet, ob er weiß, wo er sich befindet, und ob er zeitliche Parameter wie Uhrzeit, Datum oder Jahreszeit erfassen kann.
Beispiel:
Ein Bewohner könnte örtlich orientiert sein, aber Schwierigkeiten haben, die Tageszeit oder das Jahr zu benennen. Solche Details helfen, gezielte Unterstützung anzubieten, etwa durch Kalender oder Uhren.
Zwei Schlüsselfragen stehen hier im Fokus:
Diese Informationen geben Einblick in mögliche kognitive Einschränkungen, wie z. B. Demenz, und beeinflussen, wie Aufgaben oder Informationen vermittelt werden sollten.
Kann der Bewohner Entscheidungen treffen, die seinem Wohlbefinden dienen? Beispielsweise: Zieht er sich bei Kälte warm genug an oder erkennt er Gefahren wie eine offene Flamme?
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Bewohner könnte sich unpassend kleiden oder vergessen, eine Gefahr wie glatte Böden zu vermeiden. Solche Erkenntnisse fließen direkt in die Maßnahmenplanung ein, etwa durch die Bereitstellung von Hilfsmitteln oder regelmäßige Erinnerungshilfen.
Die Fähigkeit, Gesagtes zu verstehen und darauf zu reagieren, ist essenziell für den Alltag in einer Pflegeeinrichtung. Bewohner, die Anweisungen nicht umsetzen können, benötigen möglicherweise angepasste Kommunikationsmethoden.
Ein zentraler Punkt ist die Frage, ob der Bewohner grundlegende Bedürfnisse wie Hunger, Durst oder Schmerzen mitteilen kann. Diese Fähigkeit beeinflusst maßgeblich die Pflegeinterventionen.
Es ist wichtig zu dokumentieren, ob der Bewohner verbal (z. B. durch Sprache) oder nonverbal (z. B. durch Gestik und Mimik) kommuniziert. Hierzu zählen auch Einschränkungen wie Aphasien oder Hörprobleme.
Nimmt der Bewohner aktiv an Gesprächen teil? Falls nicht, könnten Gründe wie Hörprobleme, Sprachbarrieren oder kognitive Einschränkungen vorliegen. Solche Beobachtungen führen oft dazu, dass Hilfsmittel wie Hörgeräte oder Brillen eingeführt werden.
Herr Meer zeigt typische Merkmale, die für die SIS-Dokumentation relevant sind:
Solche Detailaufnahmen sind entscheidend, um einen individuellen Maßnahmenplan zu erstellen, der gezielt auf seine Fähigkeiten und Einschränkungen eingeht.
Die Erfassung der kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten erfordert ein hohes Maß an Beobachtung und Empathie. Pflegefachkräfte sollten dabei folgende Punkte beachten:
Die sorgfältige Erfassung der kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten ist ein unverzichtbarer Schritt für jede Pflegeeinrichtung, die eine individuelle und qualitativ hochwertige Betreuung gewährleisten möchte. Insbesondere im Kontext von Zeitdruck und Fachkräftemangel können klare Beobachtungen und Dokumentationen nicht nur den Pflegeprozess optimieren, sondern auch die Belastung der Pflegeteams reduzieren. Mit einem gut durchdachten Maßnahmenplan profitieren sowohl die Bewohner als auch die Pflegefachkräfte langfristig.
Source: "SIS: Themenfeld 1 | Pflege Modelle | Pflege Kanal" - Pflege Kanal, YouTube, Feb 18, 2024 - https://www.youtube.com/watch?v=GmgAsNGMHw8