SIS-Maßnahmenplan schreiben: 4 Beispiele

July 22, 2026

SIS-Maßnahmenplan schreiben mit 4 Beispielen aus Pflegealltag: Grundpflege, Behandlungspflege, Betreuung und Hauswirtschaft einfach erklärt.

SIS-Maßnahmenplan in der stationären Langzeitpflege: So werden aus allgemeinen Vorgaben arbeitsfähige Anleitungen

Ein Maßnahmenplan ist nur dann nützlich, wenn er in der Praxis trägt. Genau daran scheitern viele Dokumentationen im Pflegeheim: Sie sind formal vorhanden, helfen dem Team im Alltag aber zu wenig. Neue Mitarbeitende verstehen sie nicht sofort, Vertretungskräfte müssen nachfragen, und in Prüfungen wird sichtbar, dass dokumentierte Planung und tatsächliche Durchführung nicht sauber zusammenpassen.

Das Video "SIS-Maßnahmenplan schreiben: 4 Beispiele" liefert dafür einen praxisnahen Ausgangspunkt: Maßnahmenpläne sollen konkret, nachvollziehbar und handlungsleitend sein. Für die stationäre Langzeitpflege ist das besonders relevant, denn hier geht es nicht nur um Einzelleistungen, sondern um Schichtorganisation, wechselnde Mitarbeitende, Risikosteuerung und eine Dokumentation, die das tatsächliche Versorgungsgeschehen abbildet.

Dieser Beitrag richtet sich an professionelle Anwenderinnen und Anwender in der stationären Langzeitpflege – also Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte, Wohnbereichsleitungen und Mitarbeitende, die täglich mit SIS, Maßnahmenplanung, Evaluation und Übergaben arbeiten. Ziel ist nicht, das Video nachzuerzählen, sondern die Kernaussagen für den Pflegeheim-Alltag nutzbar zu machen.

Key Takeaways

  • Ein SIS-Maßnahmenplan ist keine Textfläche, sondern eine Arbeitsanleitung für die Durchführung konkreter Pflegehandlungen.
  • Gute Maßnahmenpläne beantworten mindestens: Was wird getan, wo, wie und mit welchen Besonderheiten?
  • Für die stationäre Langzeitpflege reicht es oft nicht, nur allgemeine Formulierungen wie "Unterstützung bei Körperpflege" zu dokumentieren.
  • Vorinformationen sind entscheidend: Gewohnheiten, Ressourcen, benötigte Hilfsmittel, Sicherheitsaspekte und Kommunikationshinweise.
  • Ein Maßnahmenplan muss so verständlich sein, dass auch eine nicht eingearbeitete Vertretungskraft sicher handeln kann.
  • Nicht jede Information gehört in jeden Satz: Zeiten, Intervalle oder Zuständigkeiten können je nach Dokumentationssystem an anderer Stelle hinterlegt sein.
  • Formulierungen sollten beobachtbar und ausführbar sein – nicht abstrakt, nicht doppeldeutig.
  • Prüfen Sie im Alltag regelmäßig: Könnte jemand auf Basis dieses Plans die Maßnahme tatsächlich korrekt durchführen?

Was ein Maßnahmenplan im SIS-Kontext leisten muss

Im Video wird der Maßnahmenplan als Beschreibung einer Tätigkeit verstanden, die von einer Pflegekraft bei einer bestimmten Person durchgeführt werden soll. Das ist ein hilfreicher Kern. Für die stationäre Langzeitpflege lässt sich das präzisieren:

Ein Maßnahmenplan muss drei Funktionen gleichzeitig erfüllen:

  1. Versorgung steuern
    Er beschreibt, wie eine pflegerische oder betreuende Handlung konkret umgesetzt wird.
  2. Teamkommunikation sichern
    Er sorgt dafür, dass verschiedene Mitarbeitende in vergleichbarer Weise handeln.
  3. Nachvollziehbarkeit herstellen
    Er zeigt, dass die dokumentierte Versorgung zur individuellen Situation der Bewohnerin oder des Bewohners passt.

Damit unterscheidet sich ein guter Maßnahmenplan deutlich von bloßen Sammelbegriffen wie:

  • "Unterstützung bei ATL"
  • "Hilfe bei der Körperpflege"
  • "Betreuung nach Bedarf"
  • "BZ-Kontrolle durchführen"

Solche Formulierungen sind zu grob. Sie sagen, dass etwas passiert, aber nicht wie.

Die zentrale Frage: Könnte eine Vertretungskraft damit arbeiten?

Das wohl stärkste Praxisprinzip aus dem Video ist sinngemäß dieses: Ein Maßnahmenplan ist dann gut, wenn auch eine Pflegekraft, die die Person nicht gut kennt, damit handlungsfähig ist.

Gerade in stationären Einrichtungen ist das hochrelevant. Gründe dafür gibt es genug:

  • kurzfristige Personalausfälle
  • Springer- oder Leihpersonaleinsatz
  • bereichsübergreifende Unterstützung
  • neue Mitarbeitende in der Einarbeitung
  • Fachkraft-Hilfskraft-Mix mit unterschiedlichen Vorkenntnissen

Wenn ein Plan nur für die Stammmitarbeitenden verständlich ist, ist er als Steuerungsinstrument zu schwach. Gute Dokumentation reduziert Rückfragen und vermeidet Versorgungsbrüche.

Welche Fragen ein Maßnahmenplan beantworten sollte

Im Video wird auf die klassischen W-Fragen verwiesen. Zugleich wird eingeschränkt, dass nicht jede Frage immer im Maßnahmenplan selbst stehen muss. Diese Differenzierung ist wichtig.

Für die stationäre Langzeitpflege sind vor allem diese Fragen praktisch relevant:

1. Was macht die Pflegekraft?

Die Maßnahme muss klar benannt sein:

  • Teilwaschung am Waschbecken
  • Unterstützung beim Ankleiden
  • kapilläre Blutzuckermessung
  • Mobilisation zum Frühstück
  • Begleitung zur sozialen Aktivierung

2. Wo findet die Maßnahme statt?

Der Ort ist nicht banal. Er beeinflusst Ablauf, Hilfsmittel und Sicherheit:

  • im Bewohnerzimmer
  • im Bad
  • am Bett
  • im Speiseraum
  • im Wohnbereich

3. Wie läuft die Maßnahme ab?

Hier liegt die eigentliche Qualität. Beschrieben werden sollten:

  • Reihenfolge
  • Mitwirkung der Bewohnerin/des Bewohners
  • benötigte Hilfsmittel
  • Ressourcen
  • pflegerische Besonderheiten
  • Sicherheitsaspekte
  • individuelle Wünsche oder Gewohnheiten

4. Wann und wie oft?

Im Video wird dazu gesagt, dass dies im ambulanten Kontext teils über Touren bzw. Einsätze mitgesteuert wird. Für die stationäre Langzeitpflege gilt: Das ist systemabhängig.
Wenn Zeitpunkt oder Frequenz im Dokumentationssystem bereits eindeutig über Schichtbezug, Leistungszuordnung oder Tagesstruktur abgebildet sind, muss das nicht zwingend in jedem Satz wiederholt werden. Wenn nicht, gehört es hinein.

Wichtig ist daher nicht ein starres Schema, sondern: Die Information muss dort stehen, wo das Team sie im Alltag zuverlässig findet.

Der oft übersehene Teil: Das "Vorwort" vor der Maßnahme

Ein besonders nützlicher Gedanke aus dem Video ist die Idee eines kurzen einleitenden Blocks vor dem eigentlichen Ablauf. Für die stationäre Pflege kann man das als kontextgebende Vorinformation verstehen.

Dazu gehören etwa:

  • Bewohnerin öffnet nicht selbstständig die Zimmertür
  • Hörgerät morgens vor Ansprache einsetzen
  • orientiert zur Person, nicht sicher zu Ort/Zeit
  • reagiert schreckhaft bei unerwarteter Berührung
  • lehnt Hilfe zunächst verbal ab, nimmt sie nach Erklärung an
  • bevorzugt Intimpflege durch weibliche Pflegepersonen
  • Rollator steht regelmäßig links neben dem Bett
  • Kompressionsstrümpfe vor Transfer bereitlegen
  • Waschutensilien im Badschrank, obere Ablage

Solche Angaben wirken klein, sind aber für einen guten Ablauf entscheidend. Sie reduzieren Fehler, sparen Rückfragen und verbessern die Individualisierung.

Vier Beispiele aus dem Video – übertragen auf die stationäre Praxis

Das Video arbeitet mit vier typischen Situationen: Hauswirtschaft, Betreuung, Blutzuckermessung und kleine Körperpflege. Für Pflegeheime lassen sich daraus hilfreiche Muster ableiten.

Beispiel 1: Hauswirtschaft – im Pflegeheim seltener eigenständig, aber dennoch planungsrelevant

Im ambulanten Bereich ist Hauswirtschaft oft eine eigenständige Maßnahme. In der stationären Langzeitpflege ist sie anders organisiert und nicht 1:1 übertragbar. Trotzdem bleibt der Gedanke wichtig: Auch unterstützende Tätigkeiten brauchen Klarheit, wenn sie Teil der Versorgung sind.

Im Heim kann das zum Beispiel relevant sein bei:

  • individueller Unterstützung im Bewohnerzimmer
  • Wäscheorganisation mit Beteiligung der Bewohnerin/des Bewohners
  • Vorbereitung persönlicher Dinge für den Tag
  • Ordnung im Nahbereich bei starker Einschränkung
  • begleiteter Beteiligung an alltagspraktischen Handlungen

Statt pauschal "Zimmerordnung unterstützen" wäre besser:

  • Bewohner in Entscheidungen einbeziehen
  • Nachtkästchen gemeinsam ordnen
  • Brille, Hörgerät und Rufanlage erreichbar platzieren
  • Schmutzwäsche in den gekennzeichneten Wäschesack geben
  • auf vertraute Anordnung persönlicher Gegenstände achten

Der Mehrwert liegt darin, dass die Handlung nicht nur erledigt, sondern bewohnerorientiert umgesetzt wird.

Beispiel 2: Betreuung – Aktivierung braucht mehr als gute Absicht

Das Video beschreibt eine Betreuungssituation mit Vorbereitung, passender Kleidung, Nutzung des Rollators und anschließendem Spaziergang. Für die stationäre Langzeitpflege ist das sehr anschlussfähig.

Ein guter Maßnahmenplan zur sozialen Betreuung oder Alltagsbegleitung sollte nicht nur benennen, dass aktiviert wird, sondern:

  • woran die Person teilnehmen kann
  • wie viel Anleitung nötig ist
  • welche Motivation gut funktioniert
  • welche Einschränkungen beachtet werden müssen
  • woran Überforderung erkennbar ist

Beispielhafte Struktur für den stationären Bereich

Maßnahme: Begleitung zur Nachmittagsaktivierung im Wohnbereich

Kontext:

  • Bewohnerin nimmt bei direkter Ansprache teil
  • benötigt verbale Erinnerung und Begleitung zum Aufstehen
  • nutzt Rollator sicher auf ebenem Boden
  • lehnt große Gruppen häufig ab, akzeptiert kleine Runde

Ablauf:

  • Bewohnerin ansprechen und Aktivität kurz erklären
  • beim Aufstehen sichern, Rollator bereitstellen
  • auf passende Schuhe achten
  • in langsamem Tempo in den Aufenthaltsbereich begleiten
  • zur Teilnahme motivieren, aber keine Überredung bei klarer Ablehnung
  • auf Ermüdung und Unruhe achten
  • nach Aktivität zurück begleiten und nach Befinden fragen

Das klingt schlicht, ist aber exakt der Unterschied zwischen gelebter und nur behaupteter Individualisierung.

Beispiel 3: Blutzuckermessung – Behandlungspflege muss präzise sein

Im Video wird die Blutzuckermessung als klare, schrittweise Handlung beschrieben: Begrüßung, Vorbereitung, Durchführung, Dokumentation, Information der betroffenen Person, Entsorgung und Abschluss.

Für die stationäre Langzeitpflege ist dabei vor allem eines entscheidend: Behandlungspflege braucht einen standardisierbaren Kern und zugleich individuelle Hinweise.

Ein praxistauglicher Maßnahmenplan zur BZ-Messung sollte je nach System mindestens erkennen lassen:

  • ob die Person kooperiert oder erinnert werden muss
  • wo Material gelagert ist
  • ob Händewaschen möglich ist oder alternative Hautdesinfektion erfolgt
  • an welcher Stelle regelhaft gemessen wird, sofern intern so festgelegt
  • was anschließend zu beachten ist
  • wo und wie dokumentiert wird
  • welche Rückmeldung oder Weiterleitung bei Auffälligkeiten erfolgt

Was im Video nicht spezifiziert wird, sind Grenzwerte, ärztliche Anordnungen oder Eskalationswege. Diese dürfen daher nicht unterstellt werden. In der Praxis müssen solche Punkte jedoch an der richtigen Stelle im System hinterlegt sein.

Gerade bei Behandlungspflege gilt: Ein Maßnahmenplan ersetzt nicht die ärztliche Verordnung und auch nicht interne Standards. Er verbindet beides mit dem individuellen Bewohnerbezug.

Beispiel 4: Kleine Körperpflege – der klassische Prüfstein für Dokumentationsqualität

Das vierte Beispiel aus dem Video ist besonders wertvoll, weil es zeigt, wie aus einer allgemeinen Maßnahme eine konkrete Handlungskette wird. Genau hier entstehen im Alltag viele Schwächen.

Typische unzureichende Formulierungen sind:

  • "Unterstützung bei der Morgentoilette"
  • "Teilweise Übernahme der Körperpflege"
  • "Hilfestellung beim Waschen und Ankleiden"

Besser ist eine Beschreibung, die Ressourcen und Übernahmen trennt.

Worauf es dabei ankommt

  • Was kann die Bewohnerin oder der Bewohner selbst?
  • Wobei braucht es Anleitung?
  • Was wird teilweise übernommen?
  • Was wird vollständig übernommen?
  • Wie wird Intimsphäre gewahrt?
  • Welche Vorlieben oder Abneigungen sind relevant?
  • Welche Risiken bestehen, etwa Sturz, Kreislaufprobleme, Schmerz, Abwehr?

Beispielhafte Konkretisierung

Statt:

Unterstützung bei kleiner Morgenpflege im Bad

Besser:

  • Bewohner zum Bad begleiten
  • Oberkörperwäsche nach Bereitstellung der Utensilien selbstständig
  • Unterstützung beim Waschen von Rücken und Unterschenkeln
  • Intimpflege nach Anleitung selbstständig, bei Bedarf diskrete Teilübernahme
  • beim An- und Auskleiden des Unterkörpers unterstützen
  • auf sicheren Stand achten, bei Ermüdung Waschvorgang im Sitzen fortführen
  • anschließend Hautbeobachtung und Rückmeldung bei Auffälligkeiten

Hier wird sichtbar, was Fachlichkeit im Maßnahmenplan bedeutet: Ressourcenförderung plus Durchführungssicherheit.

Was das Video stark macht – und wo stationäre Teams ergänzen müssen

Das Video ist vor allem stark in einem Punkt: Es fordert weg von leeren Sammelbegriffen hin zu konkreten Ablaufbeschreibungen. Das ist fachlich sinnvoll und im Pflegeheim sofort nutzbar.

Für stationäre Einrichtungen braucht es aber einige Ergänzungen:

1. Schichtbezug und Tagesstruktur mitdenken

Im Heim sind Maßnahmen oft eingebettet in:

  • Früh-, Spät- und Nachtdienst
  • feste Essens- und Medikamentenzeiten
  • Lagerungs- oder Mobilisationsintervalle
  • Wochenstruktur
  • Schnittstellen zwischen Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft

Deshalb muss klar sein, wo Zeitbezüge dokumentiert werden und wie das Team sie wiederfindet.

2. Risiken expliziter abbilden

Im Video liegt der Fokus auf dem Ablauf. In der stationären Pflege gehören oft zusätzlich dazu:

  • Sturzgefährdung
  • Dekubitusrisiko
  • Kontrakturgefahr
  • Aspirationsrisiko
  • Schmerz
  • Weglauftendenz
  • herausforderndes Verhalten

Diese Risiken müssen nicht in jedem Schritt wiederholt werden, aber der Maßnahmenplan sollte dort konkret werden, wo das Risiko die Durchführung beeinflusst.

3. Schnittstelle zur Evaluation sichern

Ein Maßnahmenplan ist nie "fertig für immer". Er muss zur aktuellen Situation passen. Typische Anlässe zur Anpassung:

  • Ressourcen verbessern oder verschlechtern sich
  • Bewohner lehnt bestimmte Abläufe ab
  • Hilfsmittel ändern sich
  • neue ärztliche Anordnungen kommen hinzu
  • Stürze, Hautveränderungen oder Gewichtsverlust verändern den Bedarf

Wenn der Plan veraltet ist, wird er zur Scheinsicherheit.

Ein praxistaugliches Schreibprinzip für Pflegekräfte

Wer im Alltag Maßnahmenpläne formulieren muss, kann mit einer einfachen Denklogik arbeiten:

1. Erst die Situation klären

  • Was ist die konkrete Maßnahme?
  • Was ist individuell besonders?
  • Welche Ressourcen bestehen?
  • Was muss aus Sicherheitsgründen beachtet werden?

2. Dann den Ablauf in sinnvolle Schritte übersetzen

Nicht jeden Handgriff ausformulieren, aber genug, damit die Durchführung eindeutig wird.

3. Fachbegriffe nur dort nutzen, wo sie dem Team helfen

Zu abstrakte oder verkürzte Sprache verschlechtert die Nutzbarkeit.
Zu viel Fließtext ebenfalls.

4. Nur Relevantes aufnehmen

Ein Maßnahmenplan ist kein Roman. Er muss nicht alles enthalten, sondern das, was für sichere, richtige und individuelle Durchführung notwendig ist.

Woran Sie schwache Maßnahmenpläne erkennen

Im Pflegeheim lohnt sich ein schneller Selbsttest. Ein Plan ist wahrscheinlich zu schwach, wenn:

  • nur Oberbegriffe ohne Ablauf genannt werden
  • Ressourcen und Übernahmen nicht getrennt sind
  • individuelle Wünsche fehlen
  • Hilfsmittel nicht erkennbar sind
  • Risiken nicht berücksichtigt werden
  • Vertretungskräfte trotzdem nachfragen müssen
  • Dokumentation und tatsächliche Durchführung voneinander abweichen

Ein weiterer Warnhinweis: Wenn Teams den Maßnahmenplan im Alltag kaum nutzen, sondern "alles nur aus Erfahrung wissen", ist die Dokumentation nicht robust genug.

Formulierungsbeispiele: schwach vs. brauchbar

Schwach

  • Hilfe bei Körperpflege
  • Betreuung nach Bedarf
  • BZ-Kontrolle durchführen
  • Mobilisation unterstützen

Brauchbar

  • Bewohnerin zur Morgenpflege ins Bad begleiten, Oberkörperwäsche nach Vorbereitung selbstständig, Unterstützung bei Rücken, Beinen und Ankleiden des Unterkörpers
  • Tägliche Aktivierung durch kurze Einzelansprache, Begleitung mit Rollator in den Aufenthaltsbereich, Teilnahme an kleiner Gruppenrunde bei Bereitschaft
  • Kapilläre Blutzuckermessung vor dem Frühstück nach Vorbereitung der Materialien, Wert dokumentieren und bei Abweichungen nach interner Regelung weitergeben
  • Transfer vom Bett in den Sessel mit Stand-by-Sicherung und Rollator, Bewohner zum Mithelfen anleiten

Der Unterschied ist klar: Die zweite Variante ist handlungsleitend.

Was stationäre Teams jetzt konkret tun können

Für professionelle Anwender ist der nächste sinnvolle Schritt nicht die Grundsatzdiskussion, sondern die Überarbeitung vorhandener Texte.

Praktisches Vorgehen im Wohnbereich

  1. Nehmen Sie drei häufige Maßnahmenpläne heraus
    • kleine Körperpflege
    • Mobilisation/Transfer
    • Blutzucker-/Vitalzeichenkontrolle
  2. Prüfen Sie jeden Plan mit vier Fragen
    • Versteht eine neue Kollegin sofort, was zu tun ist?
    • Sind Ressourcen der Bewohnerin/des Bewohners erkennbar?
    • Fehlen individuelle Hinweise?
    • Passt der Text zur tatsächlichen Durchführung?
  3. Streichen Sie Leerformeln Alles, was selbstverständlich oder inhaltsarm ist, kann überarbeitet werden.
  4. Ergänzen Sie nur die Informationen, die im Alltag wirklich gebraucht werden Das erhöht Nutzbarkeit und Lesbarkeit.
  5. Stimmen Sie Formulierungslogiken im Team ab Einheitliche Struktur erleichtert Orientierung und Einarbeitung.

Fazit

Das Video zeigt einen wichtigen Grundsatz, den stationäre Einrichtungen direkt übernehmen können: Ein Maßnahmenplan muss praktisch funktionieren, nicht nur formal existieren. Seine Qualität zeigt sich nicht am Umfang, sondern daran, ob eine Pflegekraft daraus sicher, individuell und nachvollziehbar handeln kann.

Für die stationäre Langzeitpflege bedeutet das konkret:

  • weg von pauschalen Sammelbegriffen
  • hin zu klaren, bewohnerbezogenen Ablaufbeschreibungen
  • mit erkennbaren Ressourcen, Besonderheiten und Sicherheitsaspekten

Wer Maßnahmenpläne so schreibt, verbessert nicht nur die Dokumentation. Er verbessert auch Übergaben, Einarbeitung, Vertretungssicherheit und letztlich die Anschlussfähigkeit zwischen geplanter und gelebter Pflege.

Source: "Maßnahmenplan schreiben mit Beispielen | Pflege Vlog | Pflege Kanal" - Pflege Kanal, YouTube, Jan 28, 2024 - https://www.youtube.com/watch?v=a7I8DZUb0Bo

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