
Altenheime müssen NANDA‑I 2024–2026 jetzt umsetzen: Begriffe, SIS‑Verknüpfung, Pflegeplanung, Vorlagen und Schulungen anpassen.
Kurz gesagt: Wenn ich in meinem Pflegeheim noch mit NANDA-I 2021–2023 arbeite, sollte ich jetzt prüfen, was sich geändert hat. Die neue Ausgabe umfasst 277 Pflegediagnosen, davon 56 neu und 123 überarbeitet. Das wirkt direkt auf Assessment, Pflegediagnosen, _Pflegeplanung und Dokumentation.
Ich nehme aus dem Beitrag vor allem diese Punkte mit:
Ich sehe außerdem: Die neue Ausgabe ist nicht nur ein Update von Wörtern. Sie macht an vielen Stellen klarer, welche Einschränkung genau vorliegt und wie ich sie im Pflegeplan begründe.
Das heißt für mich im Alltag: Ich sollte Diagnosenlisten abgleichen, SIS-Vorlagen prüfen, Schulungen planen und darauf achten, dass im Team überall dieselben aktuellen Labels genutzt werden.
| Bereich | Was ich jetzt prüfen sollte | Beispiel |
|---|---|---|
| Sturzrisiko | Alte Bezeichnung ersetzen | Risk for adult falls |
| Mobilität | Einschränkung genauer benennen | Bettmobilität, Transfer, Gehen |
| Selbstpflege | ADL einzeln statt pauschal erfassen | Waschen, Anziehen, Essen, Toilettengang |
| Ausscheidung | Darmdiagnosen neu zuordnen | Chronische funktionelle Obstipation |
| Beratung | Wissensdiagnose anpassen | Inadequate health knowledge |
Wenn ich das sauber umsetze, wird die Doku im Heimalltag einheitlicher und im Prüffall besser nachvollziehbar.

Für Pflegeheime zählt vor allem eines: Welche Diagnosen, Definitionen und Indikatoren haben sich geändert? Genau daran hängt, welche Begriffe und Kriterien im Alltag jetzt angepasst werden müssen.
Ein paar Änderungen sind für die Altenpflege direkt im Alltag spürbar. So wurde „Risk for falls" in „Risk for adult falls" aufgeteilt. Das betrifft die Formulierung der Diagnose bei Bewohnern mit Sturzrisiko ganz unmittelbar.[9] Auch andere Diagnosen wurden zusammengelegt oder als eigene Begriffe zurückgezogen, zum Beispiel im Bereich Darmfunktion und Schlaf.[9]
Darum sollten interne Diagnosenlisten jetzt durchgesehen werden. Für Leitungskräfte und Qualitätsmanager heißt das: Vorlagen auf neue, geänderte oder entfallene Begriffe prüfen. Wer noch mit Unterlagen aus der Ausgabe 2021–2023 arbeitet, macht die Dokumentation unnötig schwerer nachvollziehbar. Gerade im Heimalltag ist das ein Problem, weil jede Formulierung sitzen muss.
Die SIS-Einträge zu Kognition, Mobilität, Ernährung, Ausscheidung und Alltag lassen sich direkt mit NANDA-I-Diagnosen verbinden. Aus diesen Angaben leiten Teams die passenden Pflegediagnosen ab. Darauf bauen dann Ziele, Maßnahmen und die Evaluation im Pflegeplan auf. Gleichzeitig lässt sich so auch die Angemessenheit der Versorgung gegenüber dem Medizinischen Dienst belegen.[10][11][12]
Das ist am Ende kein Extra-Schritt, sondern eher das Bindeglied zwischen Einschätzung, Planung und Prüfung. Wenn die Begriffe in SIS, Pflegeplanung und Diagnostik sauber zusammenpassen, wirkt die Doku stimmig statt zusammengewürfelt.
Für Pflegeheime sind vor allem Änderungen bei Gebrechlichkeit, Mobilität, Selbstpflege, Ausscheidung und Gesundheitswissen wichtig. Genau hier zeigt sich im Alltag oft der Unterschied zwischen einer bloßen Beobachtung und einer sauber formulierten Pflegediagnose. Es geht also nicht nur um neue Begriffe auf dem Papier. Es geht darum, wie Beobachtungen festgehalten und in die Pflegeplanung übernommen werden.
Bei Gebrechlichkeit (Frailty) stehen vor allem Elder frailty syndrome (00353) und Risk for elder frailty syndrome im Fokus. Diese Diagnosen beschreiben die sinkenden körperlichen Reserven älterer Menschen genauer und machen die höhere Anfälligkeit bei Belastungen besser sichtbar. Typische Anzeichen wie Gewichtsverlust, Erschöpfung, Muskelschwäche und verlangsamte Aktivität lassen sich damit klarer erfassen.[1][5] Dazu kommt Readiness for enhanced healthy aging. Diese Diagnose lenkt den Blick auf Stärken und Möglichkeiten und passt deshalb gut zu Prävention sowie Erhaltungsplänen in der Langzeitpflege.[14][16]
Im Bereich Mobilität ist die neue Ausgabe deutlich genauer. Statt einer breiten Sammelkategorie gibt es jetzt einzelne Diagnosen für verschiedene Bewegungsbereiche: Impaired bed mobility, Impaired wheelchair mobility, Impaired transferring ability, Impaired sitting ability, Impaired standing ability und Impaired walking ability.[5][6] Das hat Folgen für das Assessment. Es reicht nicht mehr, allgemein eine eingeschränkte Mobilität zu notieren. Die Doku sollte genau benennen, wobei der Bewohner eingeschränkt ist. Gerade in der Langzeitpflege ist das nah an der Praxis, weil diese Beobachtungen jeden Tag anfallen.
Ähnlich ist es bei der Selbstpflege. Das frühere pauschale Selbstpflegedefizit wird jetzt feiner aufgeteilt. Zur Verfügung stehen Decreased bathing abilities, Decreased dressing abilities, Decreased feeding abilities, Decreased grooming abilities und Decreased toileting abilities. Für Bewohner mit mehreren, zusammenhängenden Einschränkungen gibt es zusätzlich Decreased self-care ability syndrome.[5][6][13][16] Dadurch lässt sich genauer festhalten, wo Hilfe nötig ist. Und genau das macht die Pflegeplanung oft deutlich brauchbarer.
Auch bei der Ausscheidung gibt es Änderungen, die in der stationären Altenpflege oft direkt ins Auge fallen. Besonders wichtig sind Impaired intestinal elimination (00344), Chronic functional constipation und Risk for chronic functional constipation.[9][16] Diese Diagnosen geben mehr Spielraum, um Darmfunktionsprobleme passend zu benennen. Das ist vor allem bei Immobilität, geringer Trinkmenge oder obstipierender Medikation hilfreich, weil chronische Verstopfung dann sauberer beschrieben werden kann.
Beim Gesundheitswissen wurde Deficient knowledge zu Inadequate health knowledge weiterentwickelt. Das klingt erst einmal nach einer kleinen sprachlichen Änderung, ist für die Doku von Beratung und Anleitung gegenüber Bewohnern und Angehörigen aber wichtig.[9][2]
Die folgende Übersicht zeigt, welche Begriffe in internen Listen, Vorlagen und Katalogen jetzt ersetzt oder geprüft werden sollten.
| Bisherige Bezeichnung | Aktuelle Bezeichnung / Status (2024–2026) | Art der Änderung | Konsequenz für die Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Frail elderly syndrome | Elder frailty syndrome (00353) | Bezeichnung aktualisiert, geriatrischer Fokus präzisiert | Interne Listen und Vorlagen umstellen.[1][5] |
| Risk for frail elderly syndrome | Risk for elder frailty syndrome | Bezeichnung aktualisiert | Risikoerfassungsbögen anpassen.[1][5] |
| Deficient knowledge | Inadequate health knowledge | Bezeichnung und Konzept verfeinert | Begriff in Anleitungs- und Beratungsdokumentation anpassen.[9][2] |
| Activity intolerance | Decreased activity tolerance | Bezeichnung angepasst | Begriffe in Mobilitäts- und Reha-Doku anpassen.[9] |
| Risk for falls | Risk for adult falls / Risk for child falls | Diagnose nach Altersgruppe aufgeteilt | Für Bewohner ausschließlich Risk for adult falls verwenden; Kataloge anpassen.[9][15] |
| Einzelne Darm-/Ausscheidungsdiagnosen | Impaired intestinal elimination (00344); Chronic functional constipation; Risk for chronic functional constipation | Bereich erweitert und differenziert | Stuhlprotokolle und Pflegepläne auf neue Diagnosen abstimmen.[9][16] |
| Selbstpflegedefizit (allgemein) | Decreased dressing/feeding/grooming/toileting abilities; Decreased self-care ability syndrome | Granulare und syndromale Selbstpflegediagnosen | Generische Diagnosen durch spezifische ADL-Bezeichnungen ersetzen; Vorlagen anpassen.[13][16] |
Praktisch heißt das: Die aktuelle Diagnoseliste sollte Zeile für Zeile mit der Ausgabe 2024–2026 abgeglichen werden. Veraltete, umbenannte und neue Begriffe sollten dabei klar markiert werden.
Wie diese Diagnosen in Assessment, Pflegeplanung und rechtssichere Dokumentation übersetzt werden, zeigt der nächste Abschnitt.
Die genannten Änderungen bei Mobilität, Selbstpflege und Sturzrisiko greifen jetzt direkt in Assessment und Diagnoseformulierung ein. NANDA-I 2024–2026 verlangt ein strukturiertes Assessment als Grundlage jeder Pflegediagnose. Dabei trennt NANDA-I Merkmale, Einflussfaktoren und Risiken klarer voneinander.[18][4]
Für den Pflegealltag heißt das ganz konkret: Pflegefachkräfte halten bei jedem Assessment fest, was sie beobachten, welche Faktoren mit hineinspielen und wie daraus im Team eine dokumentierte Entscheidung entsteht.
Systematisch erfasst werden sollen vor allem:
Gerade die Anpassungen bei Sturzrisiko, Mobilität und Selbstpflege machen die Diagnoseformulierung genauer. Ein Beispiel aus der Praxis: Eine 87-jährige Bewohnerin ist in den letzten sechs Monaten zweimal gestürzt, nutzt einen Rollator und zeigt beim Drehen ein unsicheres Gangbild. Daraus formuliert die Pflegefachkraft die Diagnose Risk for adult falls. Begründet wird sie mit hohem Alter, eingeschränkter Mobilität, Sturzanamnese und Umgebungsrisiken.[17][18]
Genau diese Verknüpfung aus Diagnoselabel, Risikofaktoren und Assessment macht die Diagnose nachvollziehbar und im Prüffall belastbar.
Aus dem Assessment ergibt sich dann direkt die Dokumentation im Pflegeplan.
NANDA-I verknüpft SIS-Befund, Pflegeziele, Maßnahmen und Evaluation.[19][4] Für eine rechtssichere Dokumentation müssen vier Punkte klar erkennbar sein: die Diagnosebegründung mit konkreten Merkmalen oder Risikofaktoren aus dem SIS-Assessment, ein messbares Ziel mit Zeitrahmen, Maßnahmen mit Bezug auf die beeinflussenden Faktoren und Evaluationseinträge, die dieselben Indikatoren wieder aufgreifen.[17][18][4]
Darauf kommt es auch dem Medizinischen Dienst an. Der klinische Begründungspfad muss lückenlos nachvollziehbar sein: Warum wurde genau diese Diagnose gewählt? Was wurde geplant und umgesetzt? Und wie wurde das Ergebnis bewertet?
Dazu kommt ein Punkt, der leicht übersehen wird: Es sollten die aktuellen NANDA-I-2024–2026-Labels und -Codes genutzt werden. Veraltete oder umbenannte Bezeichnungen können im Prüffall Probleme machen.[5][20][4]
Sinnvoll sind deshalb standardisierte Vorlagen, in denen Ziele, Maßnahmen und Evaluationspunkte schon mit den passenden SIS-Feldern verknüpft sind.[17][18] Das spart nicht nur Zeit. Es hilft auch, dass Einträge im Alltag nicht auseinanderlaufen.

dexter health hilft Pflegefachkräften dabei, Beobachtungen direkt nach dem Bewohnerkontakt per Sprache zu dokumentieren. Der SIS-Assistent strukturiert diese Eingaben automatisch, ordnet sie den passenden SIS-Bereichen zu und hilft dabei, aktuelle NANDA-I-Begriffe einheitlich zu nutzen.[19][4]
Im Alltag führt das zu einer schnelleren und gleichmäßigeren Dokumentation. Einträge werden vollständiger, Begründungen klarer und die Versorgung wird so dokumentiert, dass sie im Prüffall nachvollzogen werden kann. Sensible Gesundheitsdaten werden dabei nach EU-Datenschutzstandards (DSGVO) sicher und rechtskonform verarbeitet.
Welche Standards, Vorlagen und Zuständigkeiten jetzt angepasst werden müssen, zeigt die folgende Checkliste.
NANDA-I 2024–2026 Umstellung: 9-Schritte-Implementierungsplan für Pflegeheime
Nach den Änderungen bei Diagnosen, Begriffen und Kriterien geht es jetzt an die Arbeit im Haus. Legen Sie NANDA-I 2024–2026 als verbindliche Grundlage für Pflegediagnosen fest und stellen Sie die aktuelle deutschsprachige Ausgabe für PDL, QM und Dokumentationsverantwortliche bereit. Daraus ergeben sich drei direkte Aufgaben: Begriffe prüfen, Schulungen anpassen und Zuständigkeiten klar festlegen.
Gleichen Sie alle internen Diagnosebezeichnungen mit der aktuellen NANDA-I-Edition ab. Ersetzen Sie veraltete, umbenannte oder gestrichene Begriffe in SIS-Vorlagen, Pflegeplanungen und Katalogen.[2][3][5] Prüfen Sie außerdem alle Erhebungsbögen darauf, ob Befunde und Einflussfaktoren direkt zu den aktuellen NANDA-I-Merkmalen passen.[3][4][8]
Wenn Vorlagen und Begriffe bereinigt sind, muss das Team die neue Logik sicher anwenden können. Schulen Sie gezielt die Diagnosen, die im Heimalltag besonders oft vorkommen: Sturz, Mobilität, Ernährung, Kontinenz, Schmerz, Kognition und psychosoziale Belastungen. Fallbasierte Übungen helfen hier oft am meisten. Der Weg vom SIS-Eintrag bis zur korrekten Diagnoseformulierung zeigt sehr direkt, wie das Gelernte in der Praxis sitzt.[3][4][8]
Für die Einführung braucht es feste Rollen, klare Fristen und einen Ablauf, der nicht im Tagesgeschäft untergeht. Die Pflegedienstleitung trifft die strategische Entscheidung und sorgt für die nötigen Rahmenbedingungen. Das Qualitätsmanagement überführt die Anforderungen in Standards und Prüfkriterien. Dokumentationsverantwortliche passen Kataloge und Vorlagen im System an.[3][4][7]
| Umsetzungsschritt | Verantwortlich | Zeitrahmen | Voraussetzung |
|---|---|---|---|
| Aktuelle NANDA-I-Ausgabe beschaffen | PDL | Woche 1 | – |
| Überblick über Änderungen gewinnen, Prioritäten für die Geriatrie festlegen | PDL + QM | Wochen 1–2 | Buch vorhanden |
| Aktuelle Diagnoseliste aus dem Dokumentationssystem exportieren | Dokumentationsverantwortliche | Woche 2 | Systemzugang |
| Diagnoseliste mit NANDA-I 2024–2026 abgleichen | QM + Dokumentationsverantwortliche | Wochen 3–4 | Export und Prioritäten abgeschlossen |
| Internen Katalog und SIS-Vorlagen aktualisieren | Dokumentationsverantwortliche | Wochen 5–6 | Abgleich abgeschlossen |
| Standards und SOPs anpassen | QM | Wochen 6–8 | Katalog und Vorlagen aktualisiert |
| Schlüsselanwender schulen | PDL + QM | Wochen 7–9 | SOPs und Vorlagen finalisiert |
| Rollout im gesamten Pflegeteam, Nutzung begleiten | Wohnbereichsleitungen + QM | Wochen 9–12 | Schulung abgeschlossen |
| Umsetzung evaluieren | QM + PDL | Monat 4–6 | Rollout abgeschlossen |
Jetzt zählt vor allem eins: Diagnosen, Bezeichnungen und Indikatoren müssen in allen Vorlagen einheitlich zur aktuellen Edition verwendet werden. Veraltete Begriffe führen sonst zu inkonsistenter Dokumentation. Und genau das macht die Begründung im Alltag schwerer, als sie sein muss.
Die Umstellung folgt im Kern einer einfachen Linie: prüfen, anpassen, schulen, umsetzen. Mit einem KI-gestützten Dokumentationswerkzeug wie dexter health lassen sich aktuelle NANDA-I-Begriffe direkt in die tägliche Dokumentation übernehmen, ohne den Aufwand unnötig zu erhöhen.[3][4][8]
Die Umstellung auf NANDA-I 2024–2026 sollte zeitnah erfolgen, damit Ihre Pflegedokumentation den aktuellen pflegefachlichen Standards entspricht.
So dokumentieren Sie fachlich korrekt, einheitlich und rechtssicher. Zugleich erfüllen Sie die Anforderungen an eine ergebnisorientierte und individuell formulierte Pflegedokumentation nach den aktuellen Qualitätsvorgaben.
Für Pflegeheime sind vor allem NANDA-I-Diagnosen wichtig, die zu den in QPR und SIS geforderten Qualitätsbereichen und den sechs SIS-Themenfeldern passen.
Besonders oft geht es um Diagnosen aus diesen Bereichen:
Entscheidend ist dabei nicht nur die passende Diagnose. Genauso wichtig ist eine nachvollziehbare und fachlich gut begründete Dokumentation, die zeigt, wie sich die jeweilige Situation ganz konkret auf den Alltag der Bewohnerin oder des Bewohners auswirkt.
Setzen Sie Änderungen individuell, mit klarem Ziel und nach dem Prinzip „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“ um. Statt allgemeiner Aussagen sollten in der Dokumentation konkrete und messbare Ziele stehen, am besten nach dem SMART-Prinzip. Festgehalten werden dabei nur Abweichungen vom vereinbarten Standard.
Richten Sie die Maßnahmenplanung direkt an der SIS aus. Risikoeinschätzungen, etwa zu Sturz oder Dekubitus, sollten Sie mit objektiven Daten begründen und immer so dokumentieren, dass sie zum aktuellen Gesundheitszustand passen.
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