
Checkliste zur MDK‑Prüfung 2026: Was Pflegeheime zu Dokumentation, ePA‑Pflicht, Prüfungsintervallen und erweiterten Pflegekompetenzen wissen müssen.
Die MDK-Prüfung 2026 bringt ab dem 1. Januar neue Standards für Pflegeheime in Deutschland. Der Fokus liegt stärker auf der Pflegequalität und weniger auf Bürokratie. Hier sind die wichtigsten Änderungen:
Um vorbereitet zu sein, sollten Pflegeheime ihre Dokumentation überprüfen, digitale Systeme einführen und das Personal schulen. Frühzeitige Prüfungsankündigungen und interne Audits helfen, die neuen Anforderungen zu erfüllen.
MDK-Prüfung 2026: Neue Anforderungen und Änderungen für Pflegeheime im Überblick
Die MD-Prüfung 2026 bringt einige Änderungen mit sich, die den Alltag in Pflegeheimen spürbar beeinflussen. Eine zentrale Neuerung: Die Dokumentationspflicht wird gesetzlich auf das „erforderliche Maß“ begrenzt. Dieses Prinzip gilt künftig auch ausdrücklich für Qualitätsprüfungen[2]. Das Ziel? Weniger Bürokratie, mehr Zeit für die Pflege. Gleichzeitig wird ab dem 1. Januar 2026 verlangt, dass alle Einrichtungen nachweisen, dass ihre Software-Systeme „ePA-fähig“ sind – also die elektronische Patientenakte unterstützen. Ohne diesen Nachweis drohen Kürzungen bei der Telematikinfrastruktur-Pauschale[2].
Ein weiterer Meilenstein: Pflegekräfte übernehmen ab 2026 eigenverantwortlich bestimmte ärztliche Aufgaben. Diese neuen Kompetenzen müssen präzise in der Pflegeplanung und Dokumentation festgehalten werden[2]. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken unterstreicht:
„Die Digitalisierung wird bei all diesen strukturellen Veränderungen eine zentrale Komponente sein, und wir bereiten derzeit ein umfassendes Gesetzespaket vor, um diese Entwicklung voranzutreiben."[2]
Diese Änderungen bilden die Grundlage für die aktualisierten Bewertungskriterien, die im nächsten Abschnitt genauer betrachtet werden.
Die MD-Prüfung 2026 legt den Fokus auf die Ergebnisqualität anstelle einer detaillierten Prozessdokumentation. Im Mittelpunkt stehen sechs zentrale Lebensbereiche: Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, der Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen sowie die Gestaltung des Alltagslebens[6][5]. Besonders wichtig: Der Bereich Selbstversorgung macht 40 % der Gesamtbewertung aus, während die Gestaltung des Alltagslebens mit 15 % gewichtet wird[5].
Die Bewertung orientiert sich am Prinzip der Selbstständigkeit. Ein Bewohner gilt als selbstständig, wenn er eine Handlung eigenständig oder mit einem Hilfsmittel ausführen kann – ohne menschliche Unterstützung[5]. Dieses Prinzip verlangt eine klare und präzise Dokumentation, die aufzeigt, welche Unterstützung tatsächlich erforderlich ist und warum. Die SIS-Dokumentation muss dabei alle sechs wissenschaftlich definierten Bereiche umfassen: kognitive/kommunikative Fähigkeiten, Mobilität, krankheitsbedingte Belastungen, Selbstversorgung, soziale Beziehungen sowie Wohnen und Haushaltsführung[7].
Die neuen Bewertungskriterien bringen auch praktische Änderungen im Arbeitsalltag mit sich. Eine wichtige Neuerung ist die frühere Prüfungsankündigung durch den MD, die mehr Planungssicherheit bietet, ohne den Pflegealltag unnötig zu beeinträchtigen[2]. Einrichtungen, die eine hohe Pflegequalität nachweisen können, profitieren zudem von verlängerten Prüfungsintervallen von zwei Jahren anstelle der bisherigen jährlichen Prüfungen[2]. Das gibt mehr Raum für langfristige Qualitätsarbeit statt kurzfristiger Prüfungsvorbereitungen.
In der Dokumentation gilt künftig: Beschränken Sie sich auf das Wesentliche. Der Fokus liegt auf Abweichungen vom Pflegeplan, nicht auf der routinemäßigen Erfassung unveränderter Tätigkeiten[7][2]. Diese Umstellung erfordert allerdings Schulungen für das Team, insbesondere in Hinblick auf die erweiterten medizinischen Kompetenzen der Pflegekräfte.
| Änderungsbereich | Neue Anforderung 2026 | Auswirkung auf den Betrieb |
|---|---|---|
| Prüfungsintervall | 2 Jahre bei hoher Qualität | Weniger Prüfungen für gut bewertete Einrichtungen[2] |
| Dokumentationsumfang | Gesetzlich auf „erforderliches Maß“ begrenzt | Reduzierter Verwaltungsaufwand[2] |
| Digitale Systeme | Verpflichtend ePA-fähige Software | Technische Aufrüstung und Schulungen notwendig[2] |
| Pflegekräfte-Kompetenzen | Eigenverantwortliche ärztliche Tätigkeiten | Erweiterung des Aufgabenbereichs für Pflegekräfte[2] |
| Prüfungsankündigung | Frühzeitige Mitteilung durch MD | Bessere Planbarkeit ohne Störung des Pflegealltags[2] |
Um bestens auf die MD-Prüfung 2026 vorbereitet zu sein, ist eine strukturierte Herangehensweise entscheidend. Ein zentraler Punkt ist die gründliche Überprüfung der Pflegedokumentation: Stellen Sie sicher, dass alle notwendigen Unterlagen – wie Medikationspläne, Arztberichte und Behandlungslisten – vollständig sind und sämtliche sechs Lebensbereiche abdecken[5].
Ein besonders wichtiger Aspekt dabei ist die präzise Dokumentation der Selbstständigkeit der Bewohner. Nach den neuen MDK-Kriterien muss klar ersichtlich sein, ob eine Tätigkeit „selbstständig“ (allein oder mithilfe eines Hilfsmittels) ausgeführt werden kann oder ob Unterstützung notwendig ist. Diese Angaben haben direkten Einfluss auf die Pflegegradeinstufung[5]. Zusätzlich empfiehlt es sich, ein Pflegetagebuch zu führen. Dieses sollte spezifische Unterstützungsbedarfe sowie Schwankungen in der Selbstständigkeit dokumentieren – insbesondere bei Bewohnern mit Demenz[5].
Ein weiterer Schritt in der Vorbereitung ist die Digitalisierung Ihrer Einrichtung. Bis zum 1. Januar 2026 müssen Sie über eine ePA-fähige Software verfügen. Tools wie dexter health bieten Unterstützung durch Sprachdokumentation und einen intelligenten SIS-Assistenten[2]. Solche digitalen Lösungen erleichtern nicht nur die Dokumentation, sondern verbessern auch die Qualität und Effizienz Ihrer Unterlagen. Das spart Zeit und sorgt für eine bessere Vorbereitung auf die neuen Bewertungskriterien.
Auch Schulungen und die Optimierung von Arbeitsabläufen spielen eine wichtige Rolle. Pflegekräfte müssen auf die erweiterten medizinischen Kompetenzen, die sie ab 2026 eigenverantwortlich ausüben dürfen, vorbereitet sein[2]. Gleichzeitig sollten die Arbeitsprozesse angepasst werden: Konzentrieren Sie sich bei der Dokumentation auf Abweichungen vom Pflegeplan, anstatt routinemäßig unveränderte Tätigkeiten festzuhalten[2].
Um sicherzustellen, dass Ihre Prozesse den Anforderungen entsprechen, sind regelmäßige interne Audits und Probeprüfungen unerlässlich. Simulieren Sie die MD-Prüfung mit den offiziellen Bewertungsrichtlinien[5] und beziehen Sie die Hauptpflegepersonen mit ein. Überprüfen Sie dabei auch, ob alle technischen Voraussetzungen erfüllt sind. Diese Probeläufe helfen, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und zu beheben, bevor der MD vor Ort ist.
Eine bestandene MD-Prüfung ist kein Ziel, sondern vielmehr der Startschuss für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Die echte Herausforderung liegt darin, die hohen Qualitätsstandards nicht nur für den Prüfungstag, sondern dauerhaft im Pflegealltag zu verankern. Hier sind Ansätze, wie das gelingen kann.
Ein solides Qualitätsmanagementsystem basiert auf dem 3-Säulen-Prinzip: interne Datenerfassung, regelmäßige interne Qualitätsprüfungen und externe MD-Inspektionen[1]. Konkret heißt das: Alle sechs Monate sollten interne Qualitätsprüfungen durchgeführt werden, deren Ergebnisse elektronisch an die Datenauswertungsstelle (DAS) übermittelt werden[1].
Im Fokus stehen dabei die 10 verpflichtenden Qualitätsindikatoren, wie Mobilität, Dekubitusentwicklung und Schmerzerfassung[1]. Diese Indikatoren sind Frühwarnsysteme, die helfen, Probleme zu erkennen, bevor sie zu schwerwiegenden Defiziten führen, die in die Kategorien C oder D fallen könnten[4].
Der MD-Prüfbericht bietet eine wertvolle Orientierung: Die darin enthaltenen Empfehlungen liefern konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen[3]. Einrichtungen, die durchgehend gute Ergebnisse vorweisen, profitieren seit dem 1. Januar 2023 von einer Erleichterung – sie werden nur noch alle zwei Jahre geprüft, statt jährlich[1].
Neben einem durchdachten Qualitätsmanagementsystem spielt die digitale Transformation eine Schlüsselrolle. Tools wie dexter health können dabei helfen, Standards nachhaltig in den Pflegealltag zu integrieren. Mit Funktionen wie Sprachdokumentation und einem intelligenten SIS-Assistenten lassen sich bewohnerspezifische Einträge effizient erstellen. MD-Prüfer nutzen ebenfalls Software, um technische Plausibilitätsprüfungen durchzuführen. So werden kopierte Einträge oder unrealistische Verbesserungen schnell erkannt[1].
KI-gestützte Systeme automatisieren die Erfassung der 10 Qualitätsindikatoren und bereiten diese für die halbjährliche Übermittlung auf. Das spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch dafür, dass Ihre Einrichtung jederzeit prüfbereit ist[1]. Darüber hinaus helfen digitale Übersichten dabei, Ihr Team gezielt auf die Fachgespräche mit den MD-Prüfern vorzubereiten – ein zentraler Bestandteil jeder Inspektion[3].
Der große Vorteil von Technologie? Sie macht Qualität zu einem festen Bestandteil des Alltags, anstatt sie nur für den Prüfungstag unter Zeitdruck „auf Hochglanz“ zu bringen[3].
Die MD-Prüfung 2026 bietet eine klare Möglichkeit, die Pflegequalität gezielt zu verbessern. Drei Faktoren sind dabei entscheidend: gründliche Vorbereitung, digitale Hilfsmittel und gut geschultes Personal. Wer diese Bereiche konsequent stärkt, profitiert langfristig: Einrichtungen, die kontinuierlich hohe Standards nachweisen, werden zukünftig nur noch alle zwei Jahre geprüft, anstatt jährlich[2]. Diese strategische Herangehensweise hilft dabei, den steigenden Anforderungen auch in Zukunft gerecht zu werden.
Digitale Tools nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein. Sie erleichtern nicht nur die effiziente und nachvollziehbare Dokumentation, sondern helfen auch dabei, die neuen Vorgaben fest im Pflegealltag zu integrieren. Ebenso wichtig sind die halbjährlichen internen Qualitätsprüfungen, die elektronische Übermittlung der 10 Qualitätsindikatoren an die Datenauswertungsstelle sowie die regelmäßige Schulung des Teams. Diese Maßnahmen schaffen ein stabiles Fundament, um unvorhergesehene Herausforderungen am Prüfungstag sicher zu meistern[1].
Qualität ist kein einmaliges Ziel, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Durch die konsequente Umsetzung dieser Schritte erzielen Sie nicht nur eine Verbesserung für den Prüftag, sondern auch für den Alltag Ihrer Einrichtung. Mit klaren Strukturen und moderner Technologie wird die MD-Prüfung zu einem routinierten Nachweis Ihrer täglichen Arbeit. Der Schlüssel liegt darin, frühzeitig mit den Vorbereitungen zu beginnen – und nicht erst dann, wenn die Prüfungsankündigung eintrifft.
Um bestens auf die MDK-Prüfung 2026 vorbereitet zu sein, sollten Pflegeheime einige wesentliche Schritte einleiten. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die regelmäßige Überprüfung der gesetzlichen Vorgaben sowie der Einhaltung aktueller Qualitätsstandards. Hierbei kann eine strukturierte Pflegeplanung, die sich an den SIS-basierten Standards orientiert und durch digitale Dokumentationssysteme unterstützt wird, enorm hilfreich sein.
Darüber hinaus sollten Pflegeprozesse regelmäßig analysiert und optimiert werden, um den neuen Bewertungs- und Qualitätskriterien zu entsprechen. Schulungen für das gesamte Team sowie die digitale Aufbereitung aller relevanten Unterlagen spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie sowohl Effizienz als auch Transparenz fördern.
Eine detaillierte Checkliste bietet eine praktische Möglichkeit, alle relevanten Bereiche wie Pflegequalität, Dokumentation und Organisation zu überprüfen. So können mögliche Schwachstellen frühzeitig erkannt und behoben werden. Klare Kommunikation und ein gut abgestimmtes Team sorgen letztlich dafür, dass die Pflegequalität einheitlich und nachvollziehbar bleibt.
Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) bringt für Pflegeheime eine deutliche Veränderung mit sich, da sie die Dokumentationsabläufe digitalisiert und beschleunigt. Um den gestiegenen Anforderungen an Qualitätssicherung und Transparenz gerecht zu werden, müssen Pflegeheime sicherstellen, dass alle relevanten Pflege- und Behandlungsdaten vollständig, korrekt und zeitnah erfasst werden.
Gleichzeitig rücken Themen wie Datenschutz und Datensicherheit stärker in den Fokus. Besonders sensible Gesundheitsdaten müssen geschützt und dürfen ausschließlich autorisierten Personen zugänglich gemacht werden. Trotz dieser Herausforderungen bietet die ePA auch Vorteile: Sie kann Arbeitsprozesse erleichtern, etwa durch automatisierte Prüfungen oder die frühzeitige Erkennung von Risiken. Damit Pflegeheime sowohl die gesetzlichen Vorgaben einhalten als auch die Pflegequalität verbessern können, sollten sie ihre internen Abläufe sowie ihre technische Infrastruktur entsprechend modernisieren.
Ab 2026 werden Pflegekräfte mehr Verantwortung übernehmen, vor allem in den Bereichen Pflegeplanung, Dokumentation und Qualitätssicherung. Sie spielen dabei eine zentrale Rolle, um die Pflegequalität zu verbessern und sicherzustellen, dass gesetzliche Vorgaben eingehalten werden.
Mit dieser erweiterten Eigenverantwortung können Pflegekräfte besser auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner eingehen und gleichzeitig die Anforderungen der MDK-Prüfungen erfüllen. Das schafft nicht nur mehr Flexibilität, sondern stärkt auch ihre Position im Pflegealltag.