
KI-Tools ermöglichen Zeitarbeitskräften saubere SIS-Dokumentation ab dem ersten Tag: Spracheingabe, automatische Zuordnung und Human-in-the-Loop.
Pflegedokumentation leicht gemacht – auch für Zeitarbeitskräfte.
Pflegeeinrichtungen stehen vor einer Herausforderung: Zeitarbeitskräfte müssen häufig ohne umfassende Einarbeitung sofort einspringen. Während die praktische Arbeit meist gelingt, zeigt die Dokumentation oft Schwächen – besonders bei der Nutzung des SIS-Systems.
Mit KI-gestützten Tools wird der Einstieg für Zeitarbeitskräfte erleichtert, die Dokumentation präziser und der Pflegealltag effizienter.
KI-gestützte Pflegedokumentation: Zeitersparnis & Effizienzgewinne auf einen Blick
Das Strukturmodell mit der Strukturierten Informationssammlung (SIS) bildet die Basis für die Pflegeplanung. Im Zentrum steht die Zuordnung von Beobachtungen zu den sechs Themenfeldern der SIS, wie etwa Kognition und Kommunikation, Mobilität oder haushaltsnahe Aktivitäten.
Dabei sind drei Elemente entscheidend, die stets konsistent sein müssen: die SIS-Ersterfassung, die Maßnahmenplanung und die täglichen Pflegeberichte [5]. Für Zeitarbeitskräfte heißt das: Sie müssen ab dem ersten Tag genau wissen, was, wo und wann dokumentiert werden soll.
Diese klaren Standards schaffen die Grundlage für den Einsatz moderner KI-Werkzeuge, die den Einarbeitungsprozess deutlich erleichtern können.
Mit diesen Grundlagen können KI-gestützte Tools die Dokumentation ab dem ersten Tag erheblich vereinfachen. Moderne Systeme ermöglichen es, Beobachtungen direkt am Patientenbett per Sprachbefehl oder Eingabe festzuhalten. Das Tool erstellt daraufhin einen strukturierten Entwurf, der nur noch überprüft und freigegeben werden muss [6].
Dieser Ansatz – „Prüfen statt Schreiben“ – reduziert die Einstiegshürden enorm. Besonders hilfreich ist die automatische Formulierungshilfe, die Eingaben in eine professionelle Pflegesprache umwandelt. So werden typische Unsicherheiten, die Zeitarbeitskräfte während der Einarbeitung ausbremsen, direkt behoben.
„Die Mitarbeitenden sind jetzt selbstsicherer, weil sie wissen, dass es professionell übersetzt und besser formuliert wird und ihre Eingabe korrigiert wird. Sie müssen nicht mehr fragen, ob es gut klingt oder ob sie es umschreiben sollen." – Sandra Saad, Pflegefachkraft [4]
Ein Dokumentationstool ist nur dann wirklich effektiv, wenn es nahtlos in bestehende Systeme integriert wird. Der Vorteil: Neue Einträge erscheinen direkt im passenden Bewohnerprofil, wodurch doppelter Pflegeaufwand entfällt. Echtzeit-Dokumentationen verhindern verlorene Notizen oder verspätete Übertragungen am Ende der Schicht.
Für Einrichtungen, die auf Zeitarbeitskräfte setzen, bedeutet das: Jede Pflegekraft arbeitet von Anfang an im selben System und nach denselben Standards. Das sorgt nicht nur für eine gleichbleibend hohe Dokumentationsqualität, sondern minimiert auch Verzögerungen bei der Einarbeitung.
Zurück zum PC zu laufen, um Einträge vorzunehmen, kostet Pflegekräfte wertvolle Minuten, die sie eigentlich für die Bewohner nutzen könnten. Tatsächlich zeigen Studien, dass Pflegekräfte bis zu 30–40 % ihrer Arbeitszeit für Dokumentationen aufwenden [9]. Ein großes Problem dabei: Viele Einträge werden erst am Ende der Schicht erstellt, wenn Details bereits in Vergessenheit geraten sind.
Hier kommen sprachbasierte KI-Tools ins Spiel. Mit diesen können Pflegekräfte ihre Beobachtungen direkt nach dem Kontakt mit Bewohnern per Smartphone einsprechen – ohne den Umweg über den PC. Laut einer Studie der Charité lässt sich durch KI-gestützte Sprachdokumentation die Dokumentationszeit pro Schicht um 27 % reduzieren [3]. Für Zeitarbeitskräfte bedeutet das nicht nur weniger Stress beim Einstieg, sondern auch präzisere und vollständigere Einträge von Anfang an. Zusätzlich sorgt die automatische Zuordnung der Einträge durch KI für eine klar strukturierte Dokumentation.
Die Zeitersparnis durch KI endet nicht bei der Spracherkennung. Moderne KI-Assistenten können gesprochene Inhalte automatisch den passenden SIS-Themenfeldern zuordnen. Das heißt, Zeitarbeitskräfte müssen sich keine Gedanken darüber machen, welche Beobachtung in welches Dokumentationsfeld gehört – die Software übernimmt das.
„Das KI-Programm nimmt das gesamte Gespräch auf und sortiert dann alles für mich in die SIS ein, in welches Themenfeld es auch gehört. Für mich spart das enorm viel Zeit." – Benedict, SMMP Seniorenhilfe [6]
Ein Pilotprojekt im Schweriner Netzwerk für Menschen hat gezeigt, wie effektiv dieser Ansatz sein kann. In vier Einrichtungen konnte die Zeit für neue Heimaufnahmen von 2–3 Stunden auf etwa 30 Minuten reduziert werden. Gleichzeitig sank der Anteil der Mitarbeitenden mit regelmäßigen Überstunden von 84 % auf nur noch 6 % [2]. Statt vor einem leeren Bildschirm zu sitzen, erhalten Zeitarbeitskräfte einen vorstrukturierten Entwurf, der lediglich geprüft und freigegeben werden muss.
KI-Tools gehen über die reine Dokumentation hinaus: Sie prüfen Einträge auf Vollständigkeit und verbessern automatisch Fachsprache sowie Formulierungen. Besonders für internationale Pflegekräfte oder Berufsanfänger ist das ein großer Vorteil. Umgangssprache, Dialekte oder fehlerhafte Satzstrukturen werden in professionelles, MDK-konformes Deutsch umgewandelt.
„Unsere internationalen Fachkräfte können endlich zeigen, was sie können – die Sprachbarriere ist kein Thema mehr." – Thomas K., Geschäftsführer, CareTeam GmbH [9]
Einige Systeme gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie erkennen Vitalwerte aus gesprochenen Berichten und schlagen deren strukturierte Erfassung vor. Dadurch werden manuelle Eingabefehler minimiert. Diese automatisierte Qualitätskontrolle sorgt für einen flüssigen und fehlerfreien Dokumentationsprozess – eine echte Erleichterung im Pflegealltag.
Der erste Schritt ist, den aktuellen Dokumentationsaufwand genau unter die Lupe zu nehmen. Pflegekräfte verbringen oft bis zu 45 Minuten pro Schicht am Computer – wertvolle Zeit, die besser direkt bei den Bewohnern eingesetzt werden könnte [2]. Auch Heimaufnahmen, die manuell 2–3 Stunden dauern, zeigen klar, dass Verbesserungen notwendig sind. Besonders bei internationalem Personal ist es wichtig, dass das Tool Funktionen wie automatische Grammatikkorrekturen und professionelle Umformulierungen bietet [4]. Zudem sollte geprüft werden, ob mobile Lösungen benötigt werden und ob das System auch offline funktioniert, etwa bei schlechtem WLAN [7]. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Integration des Tools in das bestehende Pflegedokumentationssystem [6].
Ein guter Ansatz ist, das Pflegeteam aktiv in den Entscheidungsprozess einzubinden. Ein Beispiel: Das Schweriner Netzwerk für Menschen ließ 2024 seine Mitarbeitenden auf einer internen Konferenz selbst über das neue Tool abstimmen. Das Ergebnis war beeindruckend: hohe Akzeptanz und eine Reduktion der Überstundenquote von 84 % auf nur 6 % [2]. Nach der Auswahl des Tools sollte der Fokus auf einer schnellen und effektiven Einarbeitung liegen – besonders für Zeitarbeitskräfte.
Moderne sprachbasierte KI-Tools erleichtern die Einarbeitung enorm, da sie nahezu keine Schulung erfordern. Pflegekräfte können ihre Beobachtungen einfach einsprechen, während die KI diese automatisch strukturiert, in Fachsprache übersetzt und korrekt zuordnet. Das ist besonders hilfreich für Zeitarbeitskräfte, die oft keine Zeit für aufwendige Schulungen haben.
Ein bewährtes Konzept ist das Multiplikatoren-Modell: Erfahrene Mitarbeitende werden geschult und geben ihr Wissen direkt an ihre Kolleginnen und Kollegen weiter. Die Diakonie Michaelshoven in Köln setzt seit 2023 auf dieses Modell und konnte damit die Dokumentationszeit pro Schicht um mehr als 35 Minuten reduzieren [8].
„Es sind unsere eigenen Mitarbeitenden, die jetzt als Multiplikatoren für die Nutzung fungieren und kontinuierlich ihre Kolleginnen und Kollegen schulen." – Kirsten Neveling, Assistentin der Geschäftsführung, Diakonie Michaelshoven [8]
Neben der Benutzerfreundlichkeit ist es entscheidend, dass das System auch höchste Datenschutzstandards erfüllt.
Datenschutz ist bei digitalen Dokumentationstools nicht verhandelbar. Einrichtungen müssen sicherstellen, dass ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) gemäß DSGVO mit dem Anbieter abgeschlossen wird. Kirchliche Träger haben zusätzlich die Vorgaben des EKD-Datenschutzgesetzes oder des KDG zu beachten [7].
Ein zentraler Aspekt ist das Human-in-the-Loop-Prinzip: Die KI erstellt lediglich Entwürfe, die von einer Pflegefachkraft geprüft, angepasst und freigegeben werden. So bleibt die Verantwortung stets beim Menschen, und die Pflegequalität nach dem SIS-Ansatz wird gewährleistet [6][7]. Tools wie der dexter health KI-Assistent integrieren diesen Freigabeprozess nahtlos in den Arbeitsablauf, sodass von Anfang an eine rechtssichere und MDK-konforme Dokumentation gewährleistet ist.
Zeitarbeitskräfte müssen ab dem ersten Tag nahtlos dokumentieren – auch ohne lange Einarbeitungszeit. KI-gestützte Tools bieten hier eine entscheidende Unterstützung, indem sie Beobachtungen per Sprache erfassen und automatisch nach SIS-Standards strukturieren. Das beschleunigt den gesamten Dokumentationsprozess erheblich und führt zu messbaren Zeitersparnissen.
Laut Studien kann die Dokumentationszeit um bis zu 45 % pro Schicht reduziert werden [1]. Eine Untersuchung der Charité Berlin zeigt, dass Pflegekräfte durchschnittlich 27 % ihrer Zeit pro Frühschicht einsparen konnten. In Einzelfällen bedeutete das eine Entlastung um bis zu 87 Minuten [10].
Ein zentrales Element bleibt dabei das sogenannte Human-in-the-Loop-Prinzip. Die Fachkraft hat stets die letzte Kontrolle, was Fehler minimiert und MDK-konforme Einträge sicherstellt. Weniger Rückfragen durch den Medizinischen Dienst belegen den praktischen Nutzen dieser Technologie [1].
Für Einrichtungsleitungen bietet sich hier eine klare Chance: Wer KI-Tools wie den dexter health KI-Assistenten frühzeitig einführt und in bestehende Systeme integriert, schafft eine Dokumentationsinfrastruktur, die unabhängig vom Erfahrungsstand des Personals verlässlich funktioniert – selbst bei häufig wechselndem Zeitarbeitspersonal. Mit der Integration solcher Lösungen entsteht eine Arbeitskultur, die effizient, fehlerfrei und rechtssicher ist.
In der Rolle als Zeitarbeitskraft ist es Ihre Aufgabe, in der Strukturierten Informationssammlung (SIS) fachliche Einschätzungen zu dokumentieren. Dabei orientieren Sie sich an sechs wissenschaftlich fundierten Themenfeldern. Diese decken wichtige Bereiche wie Mobilität, Kommunikation sowie die soziale und gesundheitliche Situation der pflegebedürftigen Person ab.
Ein zentraler Aspekt ist die Risikoeinschätzung. Diese basiert auf den Themenfeldern C1 sowie der Selbsteinschätzung des Bewohners im Bereich C2. Durch diese strukturierte Herangehensweise wird sichergestellt, dass die individuellen Bedürfnisse und potenziellen Risiken der betreuten Person präzise erfasst werden.
Der Human-in-the-Loop-Prozess sorgt dafür, dass die Kontrolle immer bei den Pflegefachkräften bleibt. Die KI erstellt lediglich einen Entwurf für die Dokumentation, den die Fachkraft anschließend überprüft, gegebenenfalls anpasst und freigibt. Erst nach dieser Freigabe wird der Eintrag endgültig übernommen. Das Gleiche gilt für KI-Vorschläge, etwa bei Pflegeplan-Updates: Die Fachkräfte entscheiden eigenständig, ob sie die Änderungen annehmen oder ablehnen.
Für eine effektive Sprachdokumentation direkt am Patientenbett sind mobile Geräte wie Diensthandys oder Tablets unverzichtbar. Diese ermöglichen es, Informationen schnell und unkompliziert zu erfassen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist ein stabiles WLAN in der gesamten Einrichtung. Nur so kann eine reibungslose und kontinuierliche Übertragung der Daten gewährleistet werden.
Zusätzlich muss das System über Schnittstellen mit dem bestehenden Pflegedokumentationssystem verbunden sein. Dadurch werden die KI-gestützt erfassten Daten automatisch an die passende Stelle im System übertragen, was den Arbeitsprozess deutlich erleichtert.