
Wie präzise SIS‑Formulierungen (Häufigkeit, Dauer, Risiken) die NBA‑Bewertung beeinflussen und den Wechsel von Pflegegrad 2 zu 3 sichern.
Der Übergang von Pflegegrad 2 zu 3 hängt oft von wenigen Punkten ab – und diese können durch präzise Formulierungen in der Strukturierten Informationssammlung (SIS) beeinflusst werden. Warum? Weil die SIS die Grundlage für die Bewertung des Medizinischen Dienstes (MD) bildet. Eine klare, detaillierte Dokumentation des Pflegebedarfs ist entscheidend, um den tatsächlichen Unterstützungsbedarf sichtbar zu machen.
Mit den richtigen Formulierungen und Tools wie dem SIS-Assistenten von dexter health wird die Dokumentation präziser – und Pflegegrade realistischer bewertet.
NBA-Module: Gewichtung & SIS-Zuordnung für Pflegegrad 2 → 3
Das Neue Begutachtungsassessment (NBA) bewertet nicht den Pflegeaufwand, sondern den Grad der Selbständigkeit [1][2]. Wenn in der SIS lediglich festgehalten wird, dass „Unterstützung benötigt wird", ohne den genauen Unterstützungsgrad zu benennen, fehlt dem MD eine verwertbare Grundlage. Im Folgenden werden die zentralen NBA-Module vorgestellt, die für Pflegegrad-Übergänge besonders relevant sind.
Das NBA umfasst sechs Module, die unterschiedlich gewichtet sind. Besonders wichtig für den Übergang von Pflegegrad 2 auf 3 sind:
Eine Besonderheit gibt es bei Modulen 2 und 3 (Kognition und Verhalten): Hier wird nur der jeweils höhere Wert berücksichtigt, um Doppelbewertungen bei Demenzerkrankungen zu vermeiden [1].
Um den Einfluss der SIS-Dokumentation auf die NBA-Bewertung zu verstehen, ist die Zuordnung zwischen den SIS-Themenfeldern und den NBA-Modulen entscheidend. Die sechs Themenfelder der SIS sind direkt auf die sechs Module des NBA abgestimmt [1][2]. Das bedeutet, dass Einträge in einem SIS-Themenfeld unmittelbar auf das entsprechende NBA-Modul wirken. Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung:
| NBA-Modul | Inhalt | Gewichtung | SIS-Themenfeld |
|---|---|---|---|
| 1: Mobilität | Positionierung, Bewegung, Treppensteigen | 10 % | Themenfeld 1: Mobilität und Bewegung |
| 2: Kognition | Gedächtnis, Orientierung, Kommunikation | 15 % (Max. aus 2/3) | Themenfeld 2: Kognitive und kommunikative Fähigkeiten |
| 3: Verhalten | Psychische Auffälligkeiten, Unruhe | 15 % (Max. aus 2/3) | Themenfeld 3: Verhaltensweisen und psychische Problemlagen |
| 4: Selbstversorgung | Waschen, Ankleiden, Essen, Toilette | 40 % | Themenfeld 4: Selbstversorgung |
| 5: Krankheitsbedingte Anforderungen | Medikamente, Arztbesuche, Therapien | 20 % | Themenfeld 5: Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen |
| 6: Alltagsleben | Tagesstruktur, soziale Kontakte | 15 % | Themenfeld 6: Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte |
Diese Zuordnung zeigt, wie eng die SIS-Dokumentation mit der NBA-Bewertung verknüpft ist und wie wichtig präzise Einträge sind.
Punkteverluste entstehen häufig, wenn der nächtliche Unterstützungsbedarf oder der Aufwand für das Umleiten von Menschen mit Demenz nicht genau erfasst werden [1]. Ein zusätzliches Problem ist die sprachliche Präzision beim SIS ausfüllen, die das neue Strukturmodell verlangt und die über das frühere Ankreuzsystem hinausgeht.
„Das neue Strukturmodell stellt höhere Anforderungen. Pflegekräfte müssen komplexe Sachverhalte formulieren, wie etwa die wörtliche Wiedergabe der Bewohnerwünsche." – pqsg.de [3]
Eine ungenaue Formulierung wie „braucht Hilfe beim Anziehen" liefert dem MD kaum verwertbare Informationen. Eine präzisere Beschreibung, wie „kann Socken aufgrund eingeschränkter Hüftbeweglichkeit nicht selbst anziehen und ist dabei täglich vollständig auf Unterstützung angewiesen", macht den Grad der Abhängigkeit deutlicher [1][3]. Genau diese Konkretisierung ist für die Begutachtung entscheidend.
Dokumentation beginnt immer mit dem Gespräch.
„Pflege beginnt mit dem Gespräch, nicht mit dem Stift." – Relias [4]
Effektive Einträge verbinden die persönlichen Aussagen der betroffenen Person mit der professionellen Einschätzung der Pflegekraft. Diese Kombination liefert ein umfassendes Bild des tatsächlichen Unterstützungsbedarfs.
Vier zentrale Merkmale machen einen Eintrag relevant: Konkretheit (eine präzise Beschreibung der Einschränkung), Quantifizierung (Angaben zu Häufigkeit und Dauer), Differenzierung (Unterscheidung zwischen teilweisem und vollständigem Hilfebedarf) und Risikodarstellung (mögliche Folgen bei fehlender Unterstützung). Fehlt eines dieser Elemente, verliert der Eintrag an Aussagekraft – insbesondere für die NBA-Bewertung.
„Das gesamte Pflegeteam ist darauf angewiesen, dass die Maßnahmen individuell, konkret und zielgerichtet formuliert werden." – Stefanie Hellmann & Rosa Rößlein [5]
Der Unterschied zwischen ungenauen und präzisen Formulierungen wird durch Beispiele deutlich:
| Themenfeld | Schwache Formulierung | Optimierte Formulierung |
|---|---|---|
| Selbstversorgung | „Benötigt Hilfe beim Waschen." | „Kann den Oberkörper aufgrund eingeschränkter Schulterbeweglichkeit nicht selbst waschen; ist täglich vollständig auf Unterstützung angewiesen." |
| Kognition | „Ist manchmal verwirrt." | „Erkennt vertraute Pflegekräfte nicht mehr zuverlässig; räumliche Orientierung auf der Station ist nur mit Begleitung möglich." |
| Mobilität | „Geht unsicher." | „Das Gangbild hat sich in den letzten vier Wochen verändert; Transfers vom Bett in den Rollstuhl sind nur mit Unterstützung von zwei Pflegekräften möglich." |
Die optimierten Beispiele zeigen klar den Grad der Selbständigkeit – ein entscheidender Faktor für die NBA-Bewertung. Sie machen deutlich, wie viel Unterstützung erforderlich ist und warum. Solche präzisen Formulierungen verbessern nicht nur die Bewertung, sondern dienen auch als Grundlage für eine konsistente Dokumentation – ein Ansatz, der durch die Unterstützung von dexter health weiter gefördert wird.

Um die beschriebenen Prinzipien im Alltag umzusetzen, bietet dexter health praktische Unterstützung. Gerade unter Zeitdruck fällt es selbst erfahrenen Pflegekräften schwer, immer präzise zu dokumentieren. Hier setzt der intelligente SIS-Assistent von dexter health an: Er erkennt unspezifische Formulierungen und liefert gezielte Vorschläge, etwa zur Häufigkeit der Maßnahmen, zum Grad der Abhängigkeit oder zu potenziellen Risiken bei fehlender Unterstützung. So wird eine präzise und strukturierte Dokumentation zum festen Bestandteil des Pflegealltags – ohne zusätzlichen Aufwand.
Auf Grundlage der bisherigen SIS-Dokumentation wird hier erläutert, welche Themenfelder besonders wichtig sind, wenn es um die Einstufung zwischen Pflegegrad 2 und 3 geht.
Ein zentrales Kriterium ist der Grad der Unterstützung bei der Selbstversorgung: Kann die Person noch einzelne Tätigkeiten selbstständig ausführen, oder ist sie vollständig auf Hilfe angewiesen? Wichtige Beispiele sind das Waschen der Beine, das Anziehen von Strümpfen oder das Bedienen eines Wasserhahns. Ebenso entscheidend ist die Häufigkeit der benötigten Unterstützung und die damit verbundenen Risiken, wie Hautprobleme oder ein erhöhtes Sturzrisiko. Eine klare und detaillierte Dokumentation dieser Punkte ist essenziell, um den Pflegegrad korrekt zu bestimmen.
Das Themenfeld Mobilität (SIS-Themenfeld 2) wird direkt mit Modul 1 des NBA verknüpft [6]. Hier ist eine präzise Beschreibung erforderlich: Wie viele Pflegekräfte werden zur Unterstützung benötigt? Kommt ein Lifter zum Einsatz? Kann die Person einen Rollator eigenständig greifen, positionieren und nutzen? Auch Angaben zu Bewegungen im Bett, wie das selbstständige Drehen oder Aufsetzen, sowie das Halten einer stabilen Sitzposition sind wichtig. Ergänzend sollten Risiken wie Sturzgefahr oder der Bedarf an Dekubitusprophylaxe dokumentiert werden. Diese Angaben tragen wesentlich zur Beurteilung des Pflegebedarfs bei.
Kognitive Einschränkungen sollten nicht mit allgemeinen Aussagen wie „orientiert“ oder „manchmal verwirrt“ beschrieben werden. Stattdessen ist es wichtig, konkrete Situationen zu schildern, in denen Orientierungslosigkeit, Unruhe oder sicherheitsrelevantes Verhalten auftreten. Ebenso ist zu dokumentieren, wie oft und in welchem Umfang eine kontinuierliche Beaufsichtigung notwendig ist. Ein Vergleich zwischen der Selbsteinschätzung der betroffenen Person (Abschnitt B) und der fachlichen Bewertung (Abschnitt C1) kann zeigen, ob der tatsächliche Unterstützungsbedarf unterschätzt wird. Dies kann ein entscheidender Faktor für die Einstufung in Pflegegrad 3 sein.
Hier geht es darum, den Aufwand durch Erkrankungen und Behandlungsmaßnahmen genau zu erfassen. Es reicht nicht aus, die Maßnahmen lediglich aufzuzählen – ihre Häufigkeit und der damit verbundene Aufwand müssen ebenfalls dokumentiert werden. Zum Beispiel erfordert eine Person, die mehrmals täglich Insulin spritzen muss und dabei überwacht wird, einen deutlich höheren Pflegeaufwand als jemand, der nur eine Tablette täglich eigenständig einnimmt. Eine detaillierte Dokumentation in diesem Bereich ist daher unerlässlich.
Auch wenn dieser Bereich oft weniger beachtet wird, spielt er eine wichtige Rolle bei der Gesamtbewertung im NBA. Es sollte genau dokumentiert werden, wie stark die Person in den Alltag eingebunden ist. Erfordert es viel Organisation und Motivation, sie zu Mahlzeiten oder Gruppenaktivitäten zu bewegen? Kann sie die Station nicht sicher ohne Begleitung verlassen? Oder zieht sie sich vollständig aus dem sozialen Leben zurück? Solche Hinweise auf Isolation und fehlende Teilhabe können den erhöhten Unterstützungsbedarf belegen und die Höherstufung begründen.
Um die SIS-Dokumentation zu optimieren, beginnen Sie damit, Bewohnerinnen und Bewohner mit Pflegegrad 2 und erhöhtem Unterstützungsbedarf zu identifizieren. Überprüfen Sie deren SIS-Einträge genau: Spiegelt die Dokumentation konkrete Beobachtungen und den täglichen Unterstützungsbedarf wider? Falls nicht, überarbeiten Sie die Einträge systematisch. Starten Sie mit Abschnitt B (Selbsteinschätzung in Ich-Form), gehen Sie anschließend zu Abschnitt C1 (konkrete Beobachtungen in der dritten Person) über und schließen Sie mit Abschnitt C2 (Risikomatrix zu tatsächlichen Risiken) ab [6]. Diese strukturierte Herangehensweise stellt sicher, dass die Dokumentation den Anforderungen der NBA-Bewertung entspricht.
Eine gründliche Überprüfung wie diese schafft die Grundlage, um digitale Tools und Checklisten sinnvoll einzubinden.
Setzen Sie eine interne Checkliste ein, um alle sechs SIS-Themenfelder konsequent abzudecken – von Mobilität bis hin zur sozialen Teilhabe. Unterstützend können Sie den intelligenten SIS-Assistenten von dexter health nutzen. Dieses Tool ermöglicht es Pflegekräften, Einträge direkt nach dem Bewohnerkontakt per Spracheingabe zu erfassen. Das sorgt dafür, dass keine Beobachtungen verloren gehen und die Formulierungen stets konsistent mit den NBA-Kriterien bleiben. Besonders vor einer Begutachtung durch den Medizinischen Dienst kann diese Methode einen großen Unterschied machen.
Nach der Optimierung der Dokumentation ist es wichtig, deren Wirkung zu überprüfen.
Vergleichen Sie die Einträge vor und nach der Überarbeitung, um den Einfluss präziserer Dokumentation auf die Bewertung zu analysieren. Achten Sie darauf, ob die Einträge besser auf die NBA-Module abgestimmt sind und die Risikomatrix die tatsächliche Versorgungssituation realistischer abbildet. Nach der nächsten Begutachtung können Sie die Ergebnisse mit der Qualität der Dokumentation abgleichen. So erhalten Sie langfristig ein klares Bild darüber, wie effektiv Ihre neuen Formulierungsstrategien sind.
Eine präzise SIS-Dokumentation ist der Schlüssel zu einer realistischen Einschätzung der Pflegegrade. Wenn alle sechs SIS-Themenfelder konsequent erfasst werden, wird die Bewertung nicht nur transparenter, sondern auch nachvollziehbarer – eine solide Grundlage für die Beurteilung durch den Medizinischen Dienst.
Der entscheidende Punkt liegt darin, von allgemeinen Aussagen zu klaren und detaillierten Beschreibungen der individuellen Fähigkeiten und Einschränkungen zu wechseln. Pflegeexperte Thomas Hecker bringt es treffend auf den Punkt:
„Endlich ist meine pflegefachliche Kompetenz wirklich gefragt!" [6]
Besonders im Element C1 zeigt sich, wie wichtig präzise Formulierungen sind. Hier wird dokumentiert, ob der Unterstützungsbedarf eines Bewohners so dargestellt wird, dass er in den NBA-Modulen berücksichtigt wird – und damit die tatsächliche Versorgungssituation realistisch abgebildet wird.
Mit dem SIS-Assistenten von dexter health können Pflegekräfte ihre Beobachtungen direkt und strukturiert per Spracheingabe erfassen. Das spart nicht nur Zeit, sondern verhindert auch, dass wichtige Details verloren gehen. Diese digitale Pflegedokumentation erleichtert langfristig fundierte Begutachtungen.
Gut dokumentiert ist halb begutachtet – und mit den richtigen Tools wird das zur gelebten Praxis.
In der NBA sind präzise und klare Formulierungen in der SIS entscheidend. Dazu zählen genaue Beobachtungen, eine strukturierte Darstellung kritischer Situationen und der Einsatz rechtlich einwandfreier Sprache. Diese Aspekte verbessern die Nachvollziehbarkeit und können die Beurteilung positiv beeinflussen.
Um eine präzise und nachvollziehbare Darstellung der Pflegebedürftigkeit zu gewährleisten, sollten Häufigkeit und Dauer klar und konkret dokumentiert werden. Verwenden Sie dabei Formulierungen wie „täglich“, „mehrmals pro Woche“ oder ähnliche, die auf den tatsächlichen Beobachtungen basieren.
Risiken werden mithilfe der Risikomatrix der SIS systematisch erfasst. Dabei sollten fachliche Einschätzungen sowie alle relevanten Themenfelder berücksichtigt werden. Diese strukturierte Herangehensweise hilft, potenzielle Gefahren frühzeitig zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu planen.
Alle Angaben müssen präzise und nachvollziehbar sein. Regelmäßige Aktualisierungen sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass die Dokumentation den aktuellen Zustand der pflegebedürftigen Person widerspiegelt. Dies schafft eine fundierte Grundlage für die Beurteilung der Pflegebedürftigkeit und eine optimale Versorgung.
Bei der Einstufung in Pflegegrad 2 oder 3 legt der Medizinische Dienst (MD) besonderen Wert auf die Bewertung der Bereiche Selbstversorgung (Modul 4), Bewältigung von Anforderungen (Modul 5) sowie Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte (Modul 6). Dabei wird vor allem darauf geachtet, wie selbstständig die pflegebedürftige Person in diesen Bereichen ist und welche Fähigkeiten sie noch besitzt.
Die Analyse dieser Module hilft, den genauen Unterstützungsbedarf zu ermitteln und die individuelle Pflege besser zu planen.