MD-Noten einsehen: Qualitätsdarstellung der Pflegeheime

08.10.2026

Wie Sie Qualitätsindikatoren, Prüfergebnisse und Einrichtungsangaben in Pflegekassen‑Portalen richtig lesen und für QM dokumentieren.

Qualitätsergebnisse von Pflegeheimen finden Sie im AOK-Pflegenavigator, im vdek-Pflegelotsen und im BKK PflegeFinder. Pflegenoten gibt es in der vollstationären Pflege seit November 2019 nicht mehr. Stattdessen werden Qualitätsindikatoren, externe Prüfergebnisse und Einrichtungsangaben getrennt veröffentlicht.

Für Ihre Arbeit in Pflege, Pflegedienstleitung oder Qualitätsmanagement empfehle ich: Prüfen Sie zuerst den Standort und den Zeitbezug. Lesen Sie anschließend die Ergebnisarten getrennt und halten Sie konkrete Klärungsfragen fest. So können Sie entscheiden, welche Angaben Sie intern prüfen und nachverfolgen müssen.

MD-Noten einsehen: Qualitätsdarstellung der Pflegeheime

Die Ergebnisse der stationären Qualitätsdarstellung finden Sie in den Portalen der Pflegekassen, etwa im AOK-Pflegenavigator, im vdek-Pflegelotsen und im BKK PflegeFinder.[1][2] Wie Sie dort ein Pflegeheim suchen und die Anzeige öffnen, lesen Sie im nächsten Abschnitt.

Lesen Sie die beiden Darstellungen getrennt: Kreise zeigen die Qualitätsindikatoren im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt. Quadrate zeigen die Ergebnisse externer Prüfungen und die dabei festgestellten Qualitätsdefizite. Rechnen Sie die beiden Skalen nicht zusammen.[1][2]

Achten Sie bei der Einordnung auf das Datum der externen Prüfung und den Erhebungszeitraum der Indikatoren. Prüfen Sie gezielt Bereiche wie Mobilität, Wundversorgung oder Medikation.[1][2] Suchen Sie dafür zunächst das Pflegeheim im Portal.

Qualitätsergebnisse in den Portalen der Pflegekassen finden

Die Qualitätsergebnisse können Sie direkt in den Portalen der Pflegekassen abrufen.[1][4]

Pflegeheim suchen und Qualitätsergebnisse öffnen

Geben Sie die Postleitzahl, den Ort oder den Namen des Pflegeheims ein. Unterscheidet das Portal nach Versorgungsformen, wählen Sie die vollstationäre Pflege. Prüfen Sie die Anschrift des Suchtreffers, damit Sie den richtigen Standort öffnen.[4]

Öffnen Sie anschließend den Bereich Qualität oder Prüfergebnisse. Bezeichnungen und Aufbau unterscheiden sich je nach Portal.[2][3] Die Ergebnisarten werden dort getrennt dargestellt. Betrachten Sie diese auch bei der Auswertung getrennt voneinander.

Datum und Veröffentlichungsstand prüfen

Prüfen Sie vor der Einordnung, welche Zeiträume die Anzeige abdeckt. Achten Sie auf den Bezugszeitraum der Indikatoren, das Prüfdatum der externen Prüfung und den Veröffentlichungsstatus.

Halten Sie das Portal, das Abrufdatum und die angezeigten Zeiträume fest – getrennt von den eigentlichen Ergebnissen.[1][2] Gleichen Sie Standort, Prüfdatum und Bezugszeitraum ab, bevor Sie die Ergebnisse einordnen.[1][3]

Die 3 Bestandteile der Qualitätsdarstellung verstehen

Pflegeheim-Qualität verstehen: Kreise, Quadrate und Angaben

Pflegeheim-Qualität verstehen: Kreise, Quadrate und Angaben

Nach dem Öffnen der Qualitätsanzeige können Sie die Ergebnisse einordnen. Die Qualitätsdarstellung umfasst 3 getrennte Teile: Qualitätsindikatoren, ausgewählte Ergebnisse der externen Qualitätsprüfung und Einrichtungsinformationen.[2][3] Die Übersicht zeigt, was die einzelnen Teile aussagen.

Bestandteil Bedeutung Datenquelle Darstellung
Qualitätsindikatoren Zeigen die Ergebnisqualität, etwa bei Mobilität, Stürzen oder Druckgeschwüren (Dekubitus). Daten der Einrichtung, die stichprobenartig geprüft werden. 5-stufige Bewertung im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt, dargestellt mit Kreisen.
Ausgewählte externe Prüfergebnisse Zeigen, ob bei der Versorgung Qualitätsdefizite festgestellt wurden. Stichprobe von Bewohnerinnen und Bewohnern, geprüft durch den Medizinischen Dienst (MD, früher MDK) oder den PKV-Prüfdienst. 4 Stufen von keinen oder geringen bis zu schwerwiegenden Qualitätsdefiziten, dargestellt mit Quadraten.
Einrichtungsinformationen Beschreiben strukturelle Merkmale wie Ausstattung, Personal und Angebote. Angaben der Einrichtung. Beschreibende Angaben ohne Qualitätsbewertung.

Kreise und Quadrate haben unterschiedliche Bedeutungen. Die Indikatoren zeigen, wie eine Einrichtung im Vergleich zu anderen Einrichtungen abschneidet. Die externen Prüfergebnisse beschreiben dagegen festgestellte Defizite. Die Einrichtungsinformationen helfen, diese Angaben im Zusammenhang mit Ausstattung, Personal und Angeboten zu betrachten.

Werten Sie die 3 Teile getrennt aus. Im nächsten Schritt lesen Sie die Indikatorergebnisse.

Indikatorergebnisse lesen, nicht Schulnoten

Die Kreise zeigen, wie die Ergebnisqualität im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt liegt.[1][2] Schauen Sie deshalb zuerst auf diese Indikatorergebnisse.

Darstellung Ergebniskategorie
●●●●● Weit über dem Durchschnitt
●●●●○ Leicht über dem Durchschnitt
●●●○○ Nahe beim Durchschnitt
●●○○○ Leicht unter dem Durchschnitt
●○○○○ Weit unter dem Durchschnitt

Die Indikatordaten werden alle sechs Monate erhoben. Der Medizinische Dienst (MD, früher MDK) oder der PKV-Prüfdienst prüft die Angaben stichprobenartig bei sechs Bewohnerinnen und Bewohnern.[2][3]

Indikator, Risikogruppe und Bezugszeitraum prüfen

Achten Sie beim Lesen auf den Indikatornamen und die ausgewiesene Risikogruppe.

Bei „Erhaltener Mobilität“ zählt der Erhalt der Bewegungsfähigkeit, nicht das allgemeine Mobilitätsniveau. Bei „Dekubitusentstehung“ hilft die Aufteilung nach Risiko, Bewohnergruppen mit unterschiedlichen Ausgangsbedingungen vergleichbar zu machen.[2]

Vergleichen Sie nur denselben Indikator in derselben Risikogruppe.[2]

Prüfen Sie anschließend den Bezugszeitraum, nicht nur das Veröffentlichungsdatum. Die Ergebnisse beziehen sich jeweils auf einen Sechsmonatszeitraum. Ein einzelnes Ergebnis erlaubt deshalb kein Gesamturteil über die Versorgung.[1][3] Details zu den Indikatoren finden Sie im Beitrag Qualitätsindikatoren der stationären Pflege verständlich erklärt.

Prüfergebnisse und Einrichtungsangaben getrennt lesen

Nach den Indikatoren folgen die Prüfergebnisse. Öffnen Sie diese im Portal und lesen Sie zu jedem Qualitätsaspekt die Legende und den Einzelbefund.[1]

Achten Sie auf das Prüfdatum, nicht nur auf das Veröffentlichungsdatum. Die externe Prüfung umfasst eine Stichprobe von 9 Bewohnerinnen und Bewohnern. Ihre Ergebnisse zeigen den Stand am Prüftag – nicht den 6-Monats-Zeitraum der Indikatoren. Die Prüfgrundlagen erläutert der Medizinische Dienst Bund.[3]

Die Einrichtungsangaben beschreiben Ausstattung, Personal und Angebote. Sie sind kein geprüfter Qualitätsnachweis, da sie weder extern geprüft noch auf Plausibilität kontrolliert werden. Prüfen Sie deshalb das Aktualisierungsdatum und den angegebenen Bezugszeitraum. Dieser ist vom Zeitraum der Indikatoren zu unterscheiden. Die Grundlagen der Qualitätsdarstellung veröffentlicht der GKV-Spitzenverband.[2]

Fehlende oder ältere Prüfergebnisse bedeuten nicht automatisch schlechte Qualität. Auch Abweichungen von den Indikatorergebnissen sind nicht zwangsläufig Widersprüche: Die Datenquellen, die einbezogenen Bewohnergruppen und die Zeiträume unterscheiden sich.[1][2][3] Dokumentieren Sie diese Unterschiede, bevor Sie Handlungsbedarf ableiten. Diese Dokumentation dient später als Grundlage für die Nachverfolgung im Qualitätsmanagement (QM).

QM-Nachverfolgung für veröffentlichte Ergebnisse festhalten

Legen Sie nach der getrennten Einordnung für jedes klärungsbedürftige Ergebnis einen QM-Prüfauftrag an. Vergleichen Sie die veröffentlichten Angaben mit Ihren internen Daten aus dem jeweiligen Zeitraum und mit den aktuellen Prozessdaten.

Halten Sie dabei mindestens folgende Angaben fest:

Prüffeld Was Sie festhalten
Quelle Portalname und Fundstelle, zum Beispiel vdek-Pflegelotse, AOK-Pflegenavigator oder BKK PflegeFinder
Abrufdatum Tatsächliches Datum des Abrufs
Zeitbezug Erhebungszeitraum des Indikators oder Datum der externen Prüfung
Ergebniskategorie Bezeichnung im Portal einschließlich Legende
Prüffrage Betroffener Indikator oder Qualitätsaspekt und konkrete Klärungsfrage
Zuständigkeit Verantwortliche Rolle und beauftragte Person
Nachverfolgung Termine für Prüfung, Umsetzung und Wirksamkeitsprüfung

Prüfaufträge zuweisen und Entscheidungen dokumentieren

Das Qualitätsmanagement (QM) koordiniert die Einordnung. Die Pflegedienstleitung (PDL) beauftragt qualifizierte Pflegefachkräfte mit der Prozessprüfung. Diese prüfen für die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner die Risikoeinschätzungen, Pflegeplanung, Evaluation und Pflegedokumentation.

Halten Sie danach Prüfergebnis, Entscheidung und Begründung fest. Dokumentieren Sie auch, wenn kein Maßnahmenbedarf besteht.

Für eine neutrale Dokumentation können Sie folgende Formulierung nutzen:

Das veröffentlichte Indikatorergebnis liegt unter dem Referenzwert. Die interne Prüfung von Datengrundlage, Pflegeprozessen und Pflegedokumentation für die betroffene Bewohnergruppe läuft.

Weiterführende Informationen zu MD-Prüfungen und Dokumentation

Die offiziellen Grundlagen zur Qualitätsdarstellung finden Sie beim GKV-Spitzenverband.

FAQs

Wie vergleiche ich Pflegeheime ohne Gesamtnote?

Vergleichen Sie die Qualitätsindikatoren, die Ergebnisse der externen Qualitätsprüfungen und die allgemeinen Informationen zur Einrichtung. Diese Angaben finden Sie im AOK-Pflegenavigator, im vdek-Pflegelotse oder im BKK PflegeFinder.

Seit November 2019 ersetzt die indikatorengestützte Qualitätsdarstellung die früheren Pflegenoten in der stationären Langzeitpflege. Eine Gesamtnote gibt es nicht mehr. Die Qualitätsindikatoren werden im Vergleich zum Bundesdurchschnitt in fünf Stufen dargestellt: von weit unterdurchschnittlich bis weit überdurchschnittlich.

Was tun, wenn veröffentlichte Ergebnisse von unseren Daten abweichen?

Achten Sie beim Vergleich darauf, welche Daten die veröffentlichte Qualitätsdarstellung enthält: Ergebnisse externer Qualitätsprüfungen, intern erhobene Qualitätsindikatoren und allgemeine Informationen zur Einrichtung.

Seit November 2019 ersetzt diese Darstellung in der stationären Pflege die früheren Pflegenoten. Eine Gesamtnote gibt es nicht mehr. Die Qualitätsindikatoren werden im Vergleich zum Bundesdurchschnitt in fünf Stufen dargestellt – von weit unterdurchschnittlich bis weit überdurchschnittlich.

Wann erfordert ein unterdurchschnittlicher Indikator Maßnahmen?

Aus den vorliegenden Informationen geht nicht hervor, wann ein unterdurchschnittliches Indikatorenergebnis Maßnahmen erfordert. Die Qualitätsdarstellung vergleicht die Indikatorenergebnisse mit dem Bundesdurchschnitt und ordnet sie in fünf Stufen ein: von weit unterdurchschnittlich bis weit überdurchschnittlich. Eine Gesamtnote wird nicht vergeben.

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