
Die zehn Qualitätsindikatoren der stationären Pflege: Erhebung, MD‑Prüfungen, Transparenzberichte und konkrete Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung.
Qualitätsindikatoren sind zentrale Messgrößen, um die Pflegequalität in deutschen Pflegeeinrichtungen objektiv zu bewerten. Seit 2019 ersetzen sie das alte Notensystem und konzentrieren sich auf messbare Pflegeergebnisse wie Mobilitätserhaltung, Vermeidung von Druckgeschwüren oder ungewolltem Gewichtsverlust.
Das Bewertungssystem basiert auf drei Säulen:
Diese Indikatoren helfen, die tatsächliche Versorgungsqualität sichtbar zu machen, Schwachstellen zu identifizieren und Pflegeeinrichtungen bei Verbesserungen zu unterstützen. Pflegeheime können durch gezielte Maßnahmen wie präventive Strategien, optimierte Dokumentation und Benchmarking ihre Ergebnisse verbessern und gleichzeitig die Lebensqualität der Bewohner steigern.
Das 3-Säulen-System der Qualitätssicherung in der stationären Pflege
Seit Herbst 2019 nutzt das deutsche Pflegesystem zehn spezifische Qualitätsindikatoren, um die Ergebnisqualität in stationären Pflegeeinrichtungen zu bewerten [5]. Diese Indikatoren sind in vier Hauptbereiche unterteilt: Erhaltung von Selbstständigkeit und Mobilität, Schutz vor gesundheitlichen Risiken, freiheitsentziehende Maßnahmen und Schmerzmanagement. Im Gegensatz zum früheren Notensystem konzentrieren sich diese Indikatoren direkt auf Pflegeergebnisse, wie etwa die Mobilitätserhaltung oder die Vermeidung von Druckgeschwüren.
„Das neue System der Qualitätsbewertung bietet die Möglichkeit, Qualitätsdiskussionen und Qualitätssicherungspraktiken auf eine fachlich fundierte Basis zu stellen." – Universität Bielefeld (IPW) [5]
International gelten Druckgeschwüre, Stürze, freiheitsentziehende Maßnahmen und Gewichtsverlust als zentrale Qualitätsindikatoren in der Langzeitpflege [4]. Nachfolgend werden die zehn Indikatoren kurz erläutert, um ihre Bedeutung und Anwendung in der Praxis besser zu verstehen.
Dieser Indikator misst, wie gut Bewohner ihre Beweglichkeit und eigenständigen Positionswechsel beibehalten können. Oft wird dabei der Barthel-Index (BI) genutzt, der funktionale Fähigkeiten wie Gehen, Aufstehen oder Transfers bewertet [6]. Die Mobilitätserhaltung ist essenziell, um Stürze und andere Komplikationen zu vermeiden und gleichzeitig die Autonomie der Bewohner zu fördern. Einrichtungen vergleichen ihre Ergebnisse mit nationalen Benchmarks, um Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen [5] [4].
Hier wird erfasst, inwieweit Bewohner alltägliche Aufgaben wie Essen, Körperpflege oder Ankleiden eigenständig bewältigen können. Veränderungen in diesen Fähigkeiten werden dokumentiert, um Pflegepläne frühzeitig anzupassen. Dieser Indikator trägt maßgeblich zur Lebensqualität und Würde der Bewohner bei, da er hilft, individuelle Pflegebedarfe rechtzeitig zu erkennen.
Die Häufigkeit neuer Druckgeschwüre zeigt, wie gut Risiken eingeschätzt und präventive Maßnahmen umgesetzt werden [4]. Eine niederländische Studie zur Dekubitus-Erfassung zeigte eine hohe Zuverlässigkeit mit einem Kappa-Wert von 0,97 [4]. Standardisierte Hautbeurteilungen und eine systematische Dokumentation der Druckentlastung sind für Pflegeeinrichtungen unverzichtbar.
Dieser Indikator erfasst signifikante, ungeplante Gewichtsverluste, um frühzeitig auf Ernährungsrisiken und allgemeine Gesundheitsprobleme aufmerksam zu werden [4]. Ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust kann auf Mangelernährung oder einen allgemeinen Gesundheitsverfall hinweisen. Regelmäßige Gewichtskontrollen und Ernährungsscreenings sollten daher fester Bestandteil der Pflegeplanung sein.
Hier wird gemessen, wie schnell und regelmäßig Schmerzbewertungen mit standardisierten Instrumenten durchgeführt werden [4]. Eine zeitnahe Schmerzerfassung ist entscheidend für ein effektives Schmerzmanagement und stellt sicher, dass Bewohner nicht unter unbehandelten Schmerzen leiden. Schulungen für Pflegekräfte sind besonders wichtig, um Schmerzen auch bei kognitiv eingeschränkten Bewohnern zuverlässig zu erkennen und zu dokumentieren.
Seit Herbst 2019 bildet die systematische Erfassung und Meldung von Qualitätsdaten die Grundlage für die Qualitätssicherung in Pflegeeinrichtungen. Im Unterschied zum früheren Notensystem basiert das aktuelle Verfahren auf messbaren Pflegeergebnissen, die halbjährlich erhoben und veröffentlicht werden. Dieser Prozess ist im Sozialgesetzbuch XI (SGB XI) geregelt und durch die Pflegetransparenzvereinbarung festgelegt. Diese rechtlichen Vorgaben gewährleisten eine kontinuierliche Überprüfung der Qualität und ermöglichen einen transparenten Vergleich zwischen Pflegeeinrichtungen.
Pflegeeinrichtungen führen zweimal im Jahr eine sogenannte Vollerhebung durch, bei der Daten zu allen Bewohnern innerhalb eines definierten 14-tägigen Zeitraums erfasst werden. Hierbei kommen standardisierte Instrumente wie der Barthel-Index zum Einsatz, um Mobilität und Selbstständigkeit zu bewerten. Die Erhebung konzentriert sich auf pflegesensitive Ergebnisse – also Aspekte, die direkt durch die Pflege beeinflusst werden.
„Die öffentliche Bereitstellung von Qualitätsinformationen soll als Anreiz zur Qualitätsverbesserung für Pflegeheimbetreiber dienen." – ScienceDirect [8]
Die erhobenen Daten werden in der Pflegedokumentation festgehalten und bilden die Grundlage für die weitere Übermittlung. Zur Sicherstellung der Datenqualität führen der Medizinische Dienst (MD) oder Careproof jährlich externe Prüfungen durch. Diese beinhalten Befragungen von Bewohnern und Pflegekräften sowie stichprobenartige Kontrollen der Dokumentation [1]. Dieser umfassende Prozess gewährleistet eine verlässliche Datengrundlage für die anschließende elektronische Übermittlung.

Nach der Erhebung werden die Daten elektronisch an die Datenauswertungsstelle (DAS) übermittelt. Dort werden sie verarbeitet und nationale Benchmarks erstellt. Diese Vergleichswerte ermöglichen es Pflegeeinrichtungen, ihre Ergebnisse mit bundesweiten Durchschnittswerten zu messen und gezielte Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten [8].
Die Ergebnisse fließen in öffentlich zugängliche Qualitätsberichte (Transparenzberichte) ein, die auf Plattformen wie dem Pflegenavigator oder Pflegelotse abrufbar sind [1]. Diese Transparenz unterstützt Verbraucher bei fundierten Entscheidungen und fördert gleichzeitig den Wettbewerb um eine bessere Pflegequalität [8].

Im Rahmen des 3-Säulen-Systems spielen die Prüfungen des Medizinischen Dienstes (MD) eine zentrale Rolle in der externen Qualitätssicherung. Die halbjährlich erhobenen Qualitätsindikatoren helfen dem MD dabei, gezielt Bewohner für externe Prüfungen auszuwählen. Bei den Regelprüfungen werden insgesamt neun Bewohner untersucht, wobei ein Teil anhand der Indikatordaten ausgewählt wird. Für sechs dieser Bewohner erfolgt eine Plausibilitätsprüfung. Dabei werden die von der Einrichtung gemeldeten Indikatordaten mit der tatsächlichen Dokumentation und dem Pflegezustand abgeglichen [12][11]. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine gezielte und detaillierte externe Prüfung.
Der Prüfungsansatz des MD hat sich über die Jahre verändert. Statt sich allein auf die Dokumentation zu konzentrieren, liegt der Fokus nun stärker auf den tatsächlichen Pflegeergebnissen. Dieser beratende Ansatz wird durch ein Fachgespräch ergänzt, bei dem Pflegekräfte und Prüfer auf Augenhöhe zusammenkommen. Hierbei werden die Versorgungsergebnisse gemeinsam bewertet und mögliche Verbesserungen besprochen [12]. Die Qualitätsindikatoren dienen dabei als Grundlage für eine fachliche Diskussion über konkrete Pflegesituationen [9].
Einrichtungen, die durch gute Indikatorergebnisse und externe Prüfungen eine hohe Qualität nachweisen können, profitieren von einem verlängerten Prüfintervall von zwei Jahren [9][11]. Auf der anderen Seite können bei fehlender Datenerfassung oder -übermittlung unangekündigte Regelprüfungen erfolgen [9]. Die Ergebnisse der Prüfungen werden in vier Kategorien eingeteilt: keine/geringe, moderate, erhebliche oder schwerwiegende Qualitätsdefizite [10]. Diese Ergebnisse fließen direkt in die öffentlichen Transparenzberichte ein.
Die Ergebnisse aus den drei Säulen des Qualitätssystems – interne Indikatoren, externe MD-Prüfungen und Einrichtungsinformationen – werden in öffentlich zugänglichen Qualitätsberichten zusammengeführt [12]. Die MD-Prüfungen liefern dabei eine stichprobenbasierte Tiefenanalyse, während die Indikatordaten eine Vollerhebung aller Bewohner darstellen [12]. Diese Kombination ermöglicht es Verbrauchern, die Ergebnisse einer Einrichtung, beispielsweise bei der Dekubitusinzidenz, mit bundesweiten Durchschnittswerten zu vergleichen [12].
Diese Transparenz bietet nicht nur Orientierung für Verbraucher, sondern schafft auch Anreize für Einrichtungen, ihre Pflegestandards kontinuierlich zu verbessern. Der Wettbewerb um bessere Qualität wird so gefördert, was letztlich allen Beteiligten zugutekommt.
Die Qualitätsindikatoren gehen über reine Messinstrumente hinaus – sie bieten konkrete Ansatzpunkte, um die Pflegequalität gezielt zu verbessern. Durch Maßnahmen wie optimierte Dokumentation, präventive Strategien und Benchmarking können Pflegeeinrichtungen nicht nur ihre Ergebnisse steigern, sondern sich auch besser auf MD-Prüfungen vorbereiten.
Eine effiziente Dokumentation ist der Schlüssel zu besseren Ergebnissen. Das Strukturmodell (SM) reduziert den Dokumentationsaufwand, indem es sich auf pflegerelevante Ereignisse konzentriert und Routineaufzeichnungen minimiert. Studien zeigen, dass Pflegekräfte, die mit SM arbeiten, zufriedener sind und weniger Zeitdruck empfinden (71 % mit mindestens einem Jahr Erfahrung, p < 0,001) [13].
Die Digitalisierung bringt weitere Vorteile. Elektronische Dokumentationssysteme, die über mobile Geräte wie Tablets genutzt werden, ermöglichen eine Echtzeiterfassung direkt am Bewohnerbett. Das verbessert die Datenqualität und spart Zeit. Fehlender Zugang zu digitaler Technologie kann jedoch dazu führen, dass wichtige Aspekte der Pflege nicht ausreichend dokumentiert werden. Investitionen in WLAN und mobile Endgeräte können solche Lücken schließen [13].
Regelmäßige Schulungen sind essenziell. Pflegekräfte, die kontinuierlich geschult werden, erzielen bessere Ergebnisse (Medianwert 2,67) als solche, die nur eine einmalige Fortbildung erhalten haben (Medianwert 2,00) [13]. Eine gleichmäßige Aufgabenverteilung ist ebenfalls wichtig: Wenn Pflegeassistenten, die viel direkte Pflege leisten, nicht in die Dokumentation eingebunden werden, entstehen Informationslücken. Funktionen wie Spracherkennung und mehrsprachige Erklärungen helfen außerdem, Sprachbarrieren bei nicht-muttersprachlichen Mitarbeitern zu überwinden [13].
Neben einer besseren Dokumentation tragen präventive Maßnahmen entscheidend zur Qualitätsverbesserung bei.
Prävention basiert auf einem Kreislauf aus Risikobewertung, gezielten Interventionen und kontinuierlichem Monitoring [14]. Risikoassessments für Themen wie Dekubitus, Stürze, Mangelernährung und Dehydration schaffen die Grundlage für risikoadjustierte Qualitätsindikatoren und ermöglichen faire Vergleiche zwischen Einrichtungen [14].
Ein wichtiger Schritt ist die Dokumentation des Bewohnerzustands bei Ein- und Auszug. So wird die Wirkung der Pflegeleistungen messbar. Präventionsmaßnahmen wie Sturz- oder Dekubitusprophylaxe sollten während der gesamten Pflegezeit dokumentiert werden, um in den Qualitätsberichten korrekt abgebildet zu sein [14].
Wenn Zielwerte nicht erreicht werden, ist ein Peer-Review der Behandlungsabläufe sinnvoll, um Ursachen zu identifizieren und Verbesserungen einzuleiten. Abrechnungs- und Medizindaten (z. B. ICD-10, OPS-Codes) können ebenfalls genutzt werden, um Qualitätsindikatoren effizient zu berechnen, ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand zu verursachen [7].
Auch Benchmarking spielt eine zentrale Rolle bei der Qualitätssteigerung.
Benchmarking bietet eine solide Grundlage für das interne Qualitätsmanagement. Pflegeeinrichtungen übermitteln alle sechs Monate ihre Daten an die zentrale Datenauswertungsstelle (DAS), die diese mit dem bundesweiten Durchschnitt vergleicht [10] [11]. Die Ergebnisse werden in fünf Kategorien – von „weit unterdurchschnittlich“ bis „weit überdurchschnittlich“ – eingeteilt [10].
Die Berichte der DAS dienen ausschließlich der internen Entwicklung und werden weder veröffentlicht noch an Aufsichtsbehörden weitergegeben [9]. Seit Januar 2023 gibt es außerdem Auswertungen auf Wohnbereichsebene, die es ermöglichen, Qualitätsprobleme gezielt zu analysieren – sei es einrichtungsweit oder in bestimmten Bereichen [9].
Diese Vergleichsdaten sind auch hilfreich für Fachgespräche während der MD-Prüfungen. Bereiten Sie evidenzbasierte Argumente für Ihre Pflegeergebnisse vor. Einrichtungen mit guten Indikatorwerten und positiven externen Prüfungen können von einem verlängerten Prüfintervall von zwei Jahren profitieren [9] [11].
Durch diese Maßnahmen können Pflegeeinrichtungen ihre Qualitätsindikatoren kontinuierlich verbessern und ihre Pflegeleistungen transparenter und effektiver gestalten.
Qualitätsindikatoren sind weit mehr als bloße Zahlen – sie dienen als Schlüsselwerkzeuge, um interne Qualitätsprozesse in Pflegeeinrichtungen zu fördern und die Versorgungsqualität systematisch zu verbessern [2][7]. Die Initiative Qualitätsmedizin (IQM) bringt es prägnant auf den Punkt:
„Die Ergebnisqualität ist das eigentliche Ziel der Medizin. Wenn Ergebnisqualität messbar ist, kann Qualitätsmanagement implementiert werden, um Prozesse und Strukturen zu verbessern" [2].
Durch eine gründliche Analyse dieser Indikatoren wird die Ergebnisqualität sichtbar gemacht, was wiederum den Pflegeerfolg messbar macht [5].
Die regelmäßige Erhebung von Daten und der Vergleich mit bundesweiten Referenzwerten schaffen eine solide Basis für Verbesserungen. Studien zeigen, dass Top-Einrichtungen (die besten 20 %) bei Dekubitus durchschnittlich 79 % geringere Komplikationsraten aufweisen als Einrichtungen mit schwächeren Ergebnissen [15]. Solche Erfolge resultieren aus konsequenter Prozessanalyse, präventiven Maßnahmen und einer genauen Dokumentation [1][3]. Moderne digitale Tools tragen zusätzlich dazu bei, diese Verbesserungen zu unterstützen.
Digitale Lösungen wie dexter health bieten hier einen klaren Vorteil. Mit Funktionen wie Sprachdokumentation und einem intelligenten SIS-Assistenten können pflegerelevante Daten direkt am Bewohnerbett in Echtzeit erfasst werden – effizient und vollständig. Das verbessert nicht nur die Datenqualität für die Qualitätsindikatoren, sondern entlastet auch Pflegekräfte, die dadurch mehr Zeit für die direkte Versorgung der Bewohner gewinnen.
Die genannten Ansätze basieren auf den im Artikel erläuterten Prinzipien zur Erhebung und Auswertung von Qualitätsindikatoren. Der gezielte Einsatz solcher Indikatoren ist entscheidend, um medizinische Fehler zu erkennen und die Pflegequalität langfristig zu steigern. Einrichtungen, die ihre Dokumentationsprozesse optimieren, präventive Maßnahmen umsetzen und Benchmarking-Daten aktiv nutzen, sind nicht nur besser auf externe Prüfungen vorbereitet, sondern erzielen auch nachweislich bessere Ergebnisse in der Versorgung.
Pflegeeinrichtungen können ihre Servicequalität verbessern, indem sie ihre Abläufe regelmäßig überprüfen und gezielt anpassen. Dafür ist es sinnvoll, anerkannte und messbare Qualitätsindikatoren einzusetzen. Diese helfen dabei, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Ein gut strukturiertes Qualitätsmanagement, das auf kontinuierlicher Weiterentwicklung basiert, bildet hierfür die Grundlage.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einhaltung aktueller Standards und gesetzlicher Vorgaben. Pflegeeinrichtungen sollten ihre Prozesse regelmäßig anpassen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Gleichzeitig ist die Weiterbildung des Pflegepersonals essenziell. Eine offene Fehlerkultur, in der Mitarbeitende ohne Angst vor Konsequenzen über Probleme sprechen können, trägt ebenfalls dazu bei, die Qualität zu verbessern. Durch regelmäßiges Feedback und die aktive Einbindung aller Mitarbeitenden lassen sich langfristig positive Ergebnisse erzielen.
Auch Transparenz spielt eine zentrale Rolle. Wenn Pflegeeinrichtungen ihre Ergebnisse offenlegen und mit Referenzwerten vergleichen, können sie ihre Leistungen objektiver bewerten. Das schafft nicht nur Vertrauen, sondern zeigt auch konkrete Ansätze für Verbesserungen auf. So können Pflegeeinrichtungen ihre Qualität nachhaltig steigern und den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen noch besser gerecht werden.
Der Medizinische Dienst (MD) übernimmt eine wichtige Aufgabe, wenn es darum geht, die Pflegequalität in deutschen Pflegeeinrichtungen zu sichern. Regelmäßig führt er externe Prüfungen durch, um die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner zu bewerten. Dabei stehen bestimmte Qualitätskriterien im Fokus, wie etwa Mobilität, die Selbstständigkeit im Alltag, das Risiko für Dekubitus, Folgen von Stürzen oder ungewolltem Gewichtsverlust.
Diese Prüfungen erfolgen stichprobenartig und basieren auf den Qualitätsprüfungsrichtlinien. Ihr Ziel ist es, sicherzustellen, dass Standards eingehalten werden, Transparenz über die Pflegequalität zu schaffen und auf mögliche Verbesserungen hinzuweisen. Die Ergebnisse werden veröffentlicht und leisten einen Beitrag dazu, die Versorgungsqualität langfristig zu erhöhen.
In deutschen Pflegeeinrichtungen werden Qualitätsindikatoren systematisch anhand von Routinedaten erhoben. Diese Daten stammen direkt aus der täglichen Dokumentation der Pflege und dienen dazu, die Qualität der erbrachten Leistungen regelmäßig zu überprüfen. Pflegeeinrichtungen sammeln diese Informationen und übermitteln sie an zuständige Stellen, wie beispielsweise den Medizinischen Dienst.
Bevor die Daten veröffentlicht werden, durchlaufen sie eine Prüfung auf Vollständigkeit und Plausibilität. Erst danach fließen sie in Berichte ein, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dieser strukturierte Ansatz ermöglicht eine transparente und vergleichbare Bewertung der Pflegequalität. Gleichzeitig bietet er den Einrichtungen die Grundlage, gezielte Verbesserungen umzusetzen und den bestehenden Anforderungen gerecht zu werden.