
Spracherkennung reduziert Dokumentationsaufwand in Pflegeheimen deutlich und ermöglicht effizientere, DSGVO‑konforme Pflegeprozesse.
Pflegeheime in Deutschland stehen vor der Herausforderung, Dokumentationspflichten effizienter zu erfüllen und gleichzeitig den Fachkräftemangel zu bewältigen. Spracherkennungstools bieten hier eine Lösung, indem sie Pflegekräfte bei der Dokumentation unterstützen und Zeit für die direkte Betreuung schaffen. Drei bewährte Systeme, die sich dabei besonders hervortun, sind Dexter, Nuance Dragon Medical One und Voize.
Diese Tools sind DSGVO-konform und setzen auf moderne KI-Technologien, um die Arbeitsbelastung in Pflegeeinrichtungen zu reduzieren. Nachfolgend ein Vergleich, um die Unterschiede auf einen Blick zu erkennen:
| Tool | Hauptmerkmal | Eignung für Pflegeheime | Datenschutz |
|---|---|---|---|
| Dexter | End-to-End-Lösung, Priorisierung | Umfassende Unterstützung | DSGVO-konform |
| Nuance | Präzise Spracherkennung (99 %) | Effiziente Diktierlösung | Daten in EU-Cloud |
| Voize | Mobile App für strukturierte Eingaben | Flexible, mobile Dokumentation | DSGVO-konform |
Die Wahl des passenden Tools hängt von den spezifischen Anforderungen der Einrichtung ab. Im Folgenden werden die Funktionen und Vorteile der einzelnen Systeme näher erläutert.
Vergleich der 3 besten Spracherkennungstools für Pflegeheime in Deutschland

Dexter ist ein vielseitiges Spracherkennungstool, das speziell für Pflegeheime entwickelt wurde. Es unterstützt nicht nur bei der sprachbasierten Dokumentation, sondern optimiert den gesamten Pflegeprozess [2]. Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit September 2021, spiegelt das Projekt die Bedeutung wider, die der Digitalisierung in der Pflege beigemessen wird [2].
Dexter bietet eine breite Palette an Funktionen: Es dokumentiert sprachgesteuert, erkennt Notrufe, übermittelt Wünsche von Bewohnern und hilft bei Sprachbarrieren durch Übersetzungen [2]. Zudem ermöglicht es eine direkte Kommunikation zwischen Bewohnerzimmern und dem Stationszimmer, ähnlich wie eine Gegensprechanlage [2].
„Der Sprachassistent ‚dexter' unterstützt Pflegekräfte, damit sie Zeit haben, sich um das zu kümmern, was sie am besten können: Pflegen." – dexter health [5]
Ein besonderes Merkmal von Dexter ist die KI-gestützte Priorisierung von Aufgaben. Das System analysiert eingehende Anfragen und schlägt dem Pflegepersonal eine Reihenfolge vor, die auf der Dringlichkeit basiert. So kann es beispielsweise zwischen einem Wunsch nach einem Kaffee, dem Bedürfnis nach Unterstützung beim Toilettengang und einem Notfall unterscheiden [2].
„Es könnte dem Pflegepersonal auch eine Priorität vorschlagen, wenn mehrere Anfragen aus mehreren Zimmern kommen. Der Kaffeewunsch würde der Pflegekraft dann mit weniger Dringlichkeit vorgeschlagen als beispielsweise die Bitte, zur Toilette begleitet zu werden." – Professor Sebastian Merkel, Juniorprofessor für Gesundheit und E-Health an der RUB [2]
Dexter wurde mit höchsten Datenschutzstandards entwickelt und ist vollständig DSGVO-konform. Die Bedienung erfolgt ohne zusätzliche Bildschirme, was eine nahtlose Integration in den Pflegealltag ermöglicht [2]. Anders als kommerzielle Smart Speaker wie Alexa oder Siri garantiert Dexter einen datenschutzkonformen Einsatz [2]. Dank seines minimalistischen Designs – ohne Display und mit Fokus auf die Umgebung – erlaubt es eine bettnahe Dokumentation, ohne dass zusätzliche Hardware benötigt wird.
„Dieser letztere Aspekt ist äußerst wichtig, denn aus Gründen des Datenschutzes können wir keine kommerziellen Smart Speaker verwenden." – Professor Sebastian Merkel, Juniorprofessor für Gesundheit und E-Health an der RUB [2]
Im nächsten Abschnitt wird ein weiteres Spracherkennungstool vorgestellt, das sich auf eine schlanke Sprachdokumentation konzentriert.
Nuance bietet mit Dragon Medical One eine cloudbasierte Lösung für Diktate, die speziell für den medizinischen Bereich entwickelt wurde. Im Gegensatz zu umfangreicheren Systemen wie Dexter konzentriert sich Dragon Medical One auf eine kompakte und effiziente Lösung für Sprachdokumentation. Im Folgenden werden die wichtigsten Funktionen und Vorteile des Systems näher beleuchtet.
Dragon Medical One nutzt KI-Technologie, um gesprochene Sprache mit einer Genauigkeit von bis zu 99 % in Text umzuwandeln. Dabei werden Satzzeichen automatisch eingefügt, und vordefinierte Textbausteine können genutzt werden – alles ohne die Notwendigkeit eines individuellen Stimmenprofils. Mit der PowerMic Mobile App lassen sich Smartphones als kabellose Mikrofone einsetzen, was es Pflegekräften ermöglicht, Dokumentationen direkt am Patientenbett oder unterwegs zu erstellen.
Die Software ist vielseitig einsetzbar und ermöglicht das Diktieren in nahezu jede Windows-basierte Anwendung. Dazu gehören Krankenhausinformationssysteme, elektronische Patientenakten oder auch Microsoft Word. Dank der Verarbeitung in der Microsoft Azure Cloud werden lokale IT-Ressourcen geschont. Die Daten werden dabei sicher in deutschen Azure-Rechenzentren gespeichert[4].
Dragon Medical One wandelt nicht nur Sprache in Text um, sondern unterstützt auch Sprachbefehle, die die Navigation und Textersetzung erleichtern.
Dieses System ist ideal für Pflegeeinrichtungen, die eine schlanke und benutzerfreundliche Lösung für sprachbasierte Dokumentation suchen oder einen Leitfaden zur Auswahl der besten Pflegedokumentationssoftware benötigen. Der Zugriff umfasst Benutzerkonten, technischen Support und regelmäßige Software-Updates. Für den Einsatz in lauten Umgebungen wird die Nutzung von spezieller Hardware wie dem Philips SpeechMike oder dem SpeechOne Wireless Headset empfohlen, um die Ergebnisse zu optimieren[4].
Voize verwandelt gesprochene Sprache in digitale Pflegedokumentation – und das direkt über eine mobile Anwendung. Im Vergleich zur umfassenderen Lösung von Dexter konzentriert sich Voize auf eine schlanke, mobile Nutzung.
Mit der Voize-App können Pflegekräfte ihre Dokumentation einfach per Spracheingabe erledigen. Die KI nimmt die natürliche Sprache auf und wandelt sie automatisch in strukturierte Einträge um.
"Sprechen Sie frei – die KI erstellt automatisch strukturierte Dokumentationseinträge." – voize GmbH [6]
Der Schwerpunkt der Automatisierung liegt hier klar auf der Spracherkennung und der anschließenden Strukturierung der Eingaben.
Diese Lösung ist besonders geeignet für Pflegeeinrichtungen, die eine flexible und mobile Dokumentationsmöglichkeit suchen – ideal für den Einsatz direkt am Bewohnerbett. Dies trägt maßgeblich dazu bei, Stress durch KI-Sprachdokumentation zu reduzieren.
Nach einer detaillierten Betrachtung der einzelnen Tools lassen sich die Hauptunterschiede klar herausstellen.
Die Tools verfolgen unterschiedliche Ansätze und Schwerpunkte. Dexter ist als umfassende End-to-End-Lösung konzipiert, die weit über die reine Sprachdokumentation hinausgeht. Im Gegensatz dazu konzentrieren sich Nuance und Voize auf spezifische Aspekte der Pflegedokumentation.
Dexter vereint fortschrittliche KI-Automatisierung mit einem umfassenden Pflegeansatz. Es deckt den gesamten Dokumentationsprozess ab – von der Anamnese über die Risikoeinschätzung bis hin zur Maßnahmenplanung. Neben der Sprachdokumentation bietet es auch intelligente Pflegeassistenz, um den Arbeitsalltag in der Pflege zu erleichtern.
Nuance Dragon Medical One hingegen punktet mit einer 99 %-genauen Spracherkennung bereits ab der ersten Nutzung, ohne dass ein Sprachprofil-Training erforderlich ist [3]. Die Software ermöglicht "Diktat am Cursor", was bedeutet, dass direkt in nahezu jeder Anwendung, einschließlich browserbasierter Systeme, gearbeitet werden kann. Zudem bietet Nuance flexible Vertragsbedingungen und eine garantierte Systemverfügbarkeit von mindestens 99,5 % dank der Azure-basierten Cloud-Infrastruktur [4].
Voize setzt auf eine mobile Lösung, die speziell für die Sprachdokumentation in klar definierten Pflegebereichen wie Wunddokumentation oder Medikamentengabe entwickelt wurde. Die App ist besonders praktisch für Einrichtungen, die eine einfache und flexible Dokumentation direkt am Bewohnerbett benötigen.
Alle drei Systeme gewährleisten eine EU-konforme Datenspeicherung. Die Wahl des richtigen Tools hängt letztlich davon ab, ob Sie eine ganzheitliche Automatisierungslösung (Dexter), eine professionelle Diktiersoftware (Nuance) oder eine mobile Sprachdokumentation (Voize) bevorzugen.
Die Entscheidung für ein Spracherkennungstool sollte sich nach den spezifischen Anforderungen Ihrer Pflegeeinrichtung richten. Dexter hebt sich als umfassende End-to-End-Lösung hervor, die eine weitreichende KI-Automatisierung ermöglicht – von der intelligenten Priorisierung von Bewohneranfragen bis hin zur digitalen Pflegedokumentation. Dabei arbeitet das System als „ambient" Technologie im Hintergrund, ohne Display, und nutzt integrierte künstliche Intelligenz [2].
Nuance Dragon Medical One bietet hingegen eine spezialisierte Diktierlösung mit beeindruckender Präzision von bis zu 99 %, ohne dass ein vorheriges Sprachprofil-Training erforderlich ist [3]. Voize setzt auf eine mobile Anwendung, die speziell für die Sprachdokumentation entwickelt wurde.
Diese unterschiedlichen Ansätze verdeutlichen, dass jede Einrichtung das Tool wählen sollte, das am besten zu ihren individuellen Bedürfnissen passt. Alle vorgestellten Lösungen zielen darauf ab, die Dokumentationsprozesse effizienter zu gestalten, Pflegekräfte zu entlasten und damit auch den Fachkräftemangel zu entschärfen [1].
Interessant ist, dass bereits über 50 % der Organisationen im deutschen Gesundheitswesen Cloud-Lösungen für administrative oder klinische Zwecke nutzen [4]. Der Trend entwickelt sich klar in Richtung „Voice-First Care“ – weg von stationären PCs hin zu mobilen Apps und intelligenten Sprachassistenten [2]. Während einfache Transkriptionslösungen hilfreich sein können, liegt der eigentliche Vorteil in KI-gestützten Systemen, die weit über die reine Spracherkennung hinausgehen und Arbeitsabläufe spürbar effizienter machen.
Spracherkennungstools bringen eine echte Erleichterung in den Pflegealltag, indem sie die mühsame manuelle Dokumentation durch sprachbasierte Eingaben ersetzen. Ob Pflegeberichte, Vitaldaten oder Informationen zu Medikamenten – all das kann einfach per Sprache erfasst werden. Das spart enorm viel Zeit und verringert den Schreibaufwand erheblich. Studien belegen sogar Effizienzsteigerungen von bis zu 80 %. Und das Beste: Die KI-gestützte Technologie erreicht dabei eine beeindruckende Genauigkeit von bis zu 99 % bei der Dokumentation.
Diese Tools bieten aber noch mehr als nur Zeitersparnis. Sie unterstützen Pflegekräfte direkt im Alltag. Zum Beispiel können Sprachassistenten Wünsche von Bewohner*innen, wie etwa ein Getränk, direkt an das Pflegepersonal weiterleiten. Das reduziert unnötige Wege und gibt den Pflegekräften mehr Raum, sich auf die eigentliche Betreuung zu konzentrieren. Ein weiterer Pluspunkt: Die Tools lassen sich problemlos in bestehende Pflegedokumentations- und SIS-Systeme einbinden. Das automatisiert Arbeitsabläufe und trägt langfristig dazu bei, die Arbeitsbedingungen spürbar zu verbessern.
Dexter ist ein Sprachassistenzsystem, das speziell für den Einsatz in Pflegeheimen entwickelt wurde. Es bietet mehr als nur Sprachdokumentation – es automatisiert vollständige Arbeitsprozesse. Zu den Funktionen gehören die direkte Sprachkommunikation zwischen Patientenzimmern und Pflegekräften sowie die Unterstützung des gesamten Pflegeprozesses. Damit stellt Dexter eine umfassende Lösung für den Pflegealltag bereit.
Nuance (Dragon Medical One) setzt den Schwerpunkt auf präzise, cloud-basierte Spracherkennung. Diese Software wurde speziell für die Erstellung klinischer Dokumentationen entwickelt. Sie erfordert kein separates Stimmtraining und kann problemlos in bestehende elektronische Patienten- und Pflegedokumentationssysteme integriert werden.
Ein weiteres Tool, Voize, wird im Artikel ebenfalls erwähnt. Allerdings fehlen hier detaillierte Informationen, um einen umfassenden Vergleich anzustellen.
Spracherkennungstools für Pflegeheime setzen auf strenge technische und organisatorische Maßnahmen, um personenbezogene Daten zu schützen und die Anforderungen der DSGVO zu erfüllen. Ein zentraler Aspekt ist die Verarbeitung und Speicherung der Daten in zertifizierten Rechenzentren innerhalb Deutschlands. Ergänzt wird dies durch den Einsatz durchgängiger Verschlüsselung, die unbefugten Zugriff verhindert.
Darüber hinaus werden klare und transparente Datenverarbeitungsvereinbarungen bereitgestellt. Diese gewährleisten, dass alle Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung eingehalten werden. So bleibt die Sicherheit und Verfügbarkeit sensibler Pflegedaten jederzeit gewährleistet, und die Privatsphäre der Betroffenen wird optimal geschützt.