
KI automatisiert Risikoeinschätzungen, Sprachdokumentation und MDK-konforme Berichte zur Dekubitus- und Sturzprophylaxe und reduziert Haftungsrisiken.
Pflegeeinrichtungen stehen vor großen Herausforderungen: steigender Fachkräftemangel, umfangreiche Dokumentationspflichten und hohe Anforderungen an die Einhaltung von Expertenstandards. Künstliche Intelligenz (KI) kann hier unterstützen. Sie automatisiert Risikoeinschätzungen, optimiert die Dokumentation und minimiert rechtliche Risiken.
Wichtige Punkte auf einen Blick:
Die Kombination aus KI-gestützter Risikoanalyse, automatisierter Dokumentation und rechtlicher Absicherung verbessert die Pflegequalität und entlastet das Personal.
Die Umsetzung der Expertenstandards beginnt mit einer genauen Betrachtung der Funktionen der Strukturierten Informationssammlung (SIS). Diese bildet die Grundlage der Pflegeplanung, unterstützt durch den intelligenten SIS-Assistenten von dexter health. Dieses System verarbeitet Daten aus der Erstanamnese und analysiert Aspekte wie Mobilität, Sensorik, Kontinenz und Diagnosen (ICD-10). Ziel ist es, Muster zu erkennen, die auf ein erhöhtes Risiko für Stürze oder Dekubitus hinweisen. Die automatisierte Auswertung hilft dabei, spezifische Risikofaktoren gezielt zu identifizieren.
Der SIS-Assistent berücksichtigt Informationen wie Alter, BMI, Laborwerte (z. B. Hämoglobin, Kreatinin), Medikation (z. B. Vasopressoren, Betablocker) und Ergebnisse funktionaler Tests wie dem TUG oder Tinetti-Score [3] [7] [8]. Diese Daten werden in einem Minimum Data Set (MDS) strukturiert, das Wundmerkmale, anatomische Positionen und Ursachen erfasst [5].
KI-gestützte Risikomodelle zeigen eine Vorhersagegenauigkeit von über 74 %, was eine Steigerung von 20 % gegenüber herkömmlichen Methoden wie der Braden-Skala darstellt, die nur etwa 54 % erreicht [8]. Für die Sturzprognose erzielen moderne KI-Modelle eine AUC von 0,926 [3]. In einer Einrichtung mit 500 Betten können durch Automatisierung jährlich 30.000 bis 90.000 Arbeitsstunden eingespart werden [8].
„Die bestehenden Tools zur Vorhersage von Druckgeschwüren sind kaum besser als ein Münzwurf. Wir dachten, es muss einen besseren Weg geben. Die Frage war: Könnte ein Computer diese Risikoeinschätzungen besser durchführen als die Pflegekräfte selbst am Bett?" – William Padula, Assistant Professor, USC [8]
Anbindung und Datenfluss: Der SIS-Assistent von dexter health kann problemlos in führende deutsche Pflegesoftware integriert werden. Über standardisierte Schnittstellen wird ein reibungsloser Datenaustausch zwischen dem KI-Assistenten und der bestehenden Dokumentationslösung ermöglicht. Das System extrahiert relevante Risikofaktoren aus Erstgesprächen und Krankengeschichten, füllt die SIS automatisch aus und aktualisiert Risikobewertungen alle 12–24 Stunden basierend auf aktuellen EHR-Daten [8].
Durch die Integration wird sichergestellt, dass die Anforderungen der Expertenstandards für Dekubitus- und Sturzprophylaxe erfüllt werden, einschließlich regelmäßiger Neubewertungen. Das System identifiziert Hochrisiko-Kombinationen, wie etwa die Kombination aus psychotroper Medikation und eingeschränkter Mobilität (TUG-Score ≥ 20 Sekunden), und empfiehlt sofortige Maßnahmen [3].
Die Dokumentation von Pflegemaßnahmen direkt nach dem Kontakt mit Bewohnern spielt eine zentrale Rolle, um die Expertenstandards einzuhalten. Mit sprachgesteuerten Lösungen können Pflegekräfte Maßnahmen wie Umlagerungen, den Einsatz von Mobilitätshilfen oder Hautbeobachtungen unmittelbar per Diktat festhalten – und das, ohne den Pflegeprozess zu unterbrechen. Denn: „Die Durchführbarkeit, Umsetzung und Wirksamkeit von Dekubitus-Präventionsmaßnahmen sollten wiederholt neu bewertet und dokumentiert werden, damit notwendige Anpassungen vorgenommen werden können" [2]. Diese direkte Erfassung ist daher unverzichtbar.
Das Sprachdokumentationssystem von dexter health erfasst dabei nicht nur die Maßnahme selbst, sondern auch Lagerungsarten (z. B. 30°- oder 135°-Schräglagerung), Zeitpunkte und den Hautzustand (etwa nicht wegdrückbare Rötungen bei Dekubitus Grad 1). Besonders wichtig ist die präzise Zeiterfassung bei Umlagerungsintervallen, da die Ischämiedauer zwischen 30 und 240 Minuten variieren kann [2]. Bei etwa 550.000 Menschen in Deutschland, die entweder an Dekubitus leiden oder ein hohes Risiko dafür tragen [2], ist eine lückenlose Dokumentation auch aus rechtlicher Sicht unverzichtbar. Wie genau KI-basierte Sprachtechnologie diesen Prozess unterstützt, zeigt sich im nächsten Schritt.
Die Einbindung von KI in die Sprachdokumentation bringt Pflegekräften eine spürbare Entlastung. Eine Studie in Zusammenarbeit mit der Charité Berlin zeigt, dass Pflegekräfte durchschnittlich 39 Minuten pro Schicht einsparen können [9]. Dadurch reduziert sich die Dokumentationszeit von oft drei Stunden auf etwa 40 Minuten [11], was mehr Zeit für die direkte Betreuung der Bewohner schafft.
Diese Technologie setzt auf Natural Language Processing (NLP), um medizinische Fachbegriffe, Abkürzungen und sogar Dialekte zu verstehen – selbst in lauten Umgebungen [9]. Im Gegensatz zu starren Checkbox-Systemen ermöglicht die Spracherkennung detaillierte und kontextspezifische Beschreibungen [10]. Zudem schlägt das System automatisch klinische Begriffe vor, die mit Pflegestandards und ICD-10-Klassifikationen übereinstimmen [10].
Ein weiterer Vorteil der KI-gestützten Sprachdokumentation ist die automatische Prüfung. Das System von dexter health wurde so entwickelt, dass es mit den DNQP-Expertenstandards für Dekubitus- und Sturzprophylaxe übereinstimmt. Es erkennt in Echtzeit fehlende Dokumentationsbestandteile und gibt Hinweise, bevor eine Notiz abgeschlossen wird [10]. Zum Beispiel fordert es bei der Dokumentation von Umlagerungen dazu auf, spezifische Lagerungsarten und Intervalle festzuhalten, die dem individuellen Präventionsplan entsprechen [2].
Zusätzlich prüft die KI die Einträge auf Vollständigkeit und Konsistenz. Sie erkennt etwa, ob dokumentierte Vitalwerte im erwarteten Bereich liegen oder ob alle erforderlichen Assessments durchgeführt wurden [10]. Diese automatisierte Sicherheitsprüfung minimiert das Risiko unvollständiger oder fehlerhafter Einträge erheblich. Darüber hinaus erstellt das System standardisierte, exportierbare digitale Aufzeichnungen, die bei Verlegungen zwischen Pflegebereichen eine nahtlose Fortführung der prophylaktischen Maßnahmen ermöglichen [2].
„Die Digitalisierung birgt weitreichende Vorteile in der Gesundheits- und Langzeitpflege. Sie ermöglicht einen schnelleren, universellen Zugang zu hochwertiger Versorgung, vereinfachte Kommunikation zwischen Anbietern und spürbare Entlastung für das Personal." – Bundesministerium für Gesundheit [4]
Sobald die Pflegemaßnahmen vollständig dokumentiert sind, eröffnet der Einsatz von KI die Möglichkeit einer kontinuierlichen Risikoanalyse. Statt starrer Checklisten erkennt die KI flexibel und dynamisch Risikoindikatoren. Angesichts einer Dekubitusrate von 5,1 pro 1.000 Pflegetagen in deutschen Pflegeheimen [3] ist diese Art der Früherkennung von zentraler Bedeutung.
KI-Systeme nutzen ein Minimum Data Set (MDS), das relevante Informationen kombiniert, um Risiken wie Dekubitus oder Stürze zu identifizieren. Besonders bei der Sturzprävention zeigt sich die Stärke der KI: Sie erkennt versteckte Risikofaktoren in der elektronischen Dokumentation – etwa Änderungen bei Medikamenten, spezifische Diagnosen (ICD-10-Codes) oder durchgeführte Prozeduren (OPS-Codes) [14][3].
Ein Beispiel: Das Sturzrisiko steigt um 56 %, wenn die Dosis von Hypnotika oder Sedativa halbiert wird [14]. Solche Zusammenhänge übersehen manuelle Analysen oft, während KI-Modelle wie Random Forest oder Gradient Boosting diese komplexen Verbindungen in tabellarischen Daten aufdecken können [3]. In Studien erreichten diese Modelle beeindruckende Werte auf der ROC-Kurve (AUC) von 0,735 bis 0,926 [3] und übertrafen damit herkömmliche Bewertungssysteme deutlich.
Sobald Risikomuster erkannt werden, erstellt die KI individuelle Pflegepläne. Diese basieren auf evidenzbasierten Workflows, die durch eine Entscheidungsmatrix gesteuert werden [5][13]. Das System schlägt gezielte Maßnahmen vor, wie etwa spezifische Umlagerungspläne (30°- oder 135°-Schräglagerung) bei Dekubitusgefahr oder Mobilitätshilfen bei erhöhtem Sturzrisiko. Dabei berücksichtigt die KI die individuellen Daten der Bewohner, einschließlich Mobilitätsstatus, Kontinenzniveau und aktueller Medikation [5][14].
Ein Beispiel hierfür ist das ViKI pro-Projekt, das im August 2022 gestartet wurde. Hierbei handelt es sich um eine Webanwendung, die aus Dokumentationsdaten individuelle Maßnahmen ableitet [13]. Pflegekräfte können die vorgeschlagenen Maßnahmen interaktiv prüfen und an die spezifischen Bedürfnisse der Bewohner anpassen.
„Die therapeutische Herangehensweise bei IAD betont den Hautschutz, während das Management von PU/PI die Druckentlastung priorisiert." – Khalid Majjouti, Abteilung für Pflegeentwicklung und Pflegeforschung, Universitätsklinikum Essen [5]
Diese Differenzierung ist entscheidend: Die KI unterstützt dabei, Dekubitus Grad 1/2 von einer Inkontinenz-assoziierten Dermatitis (IAD) zu unterscheiden. Während bei Dekubitus die Druckentlastung im Vordergrund steht, liegt bei IAD der Fokus auf Hautschutz und Feuchtigkeitsmanagement. Eine Fehleinschätzung kann zu einer verzögerten oder ungeeigneten Behandlung führen – ein Risiko, das durch KI-gestützte Systeme und präzise Dokumentation aus den vorangegangenen Schritten deutlich minimiert wird.
Nach der Erstellung der individuellen Pflegepläne in Schritt 3 folgt die revisionssichere Dokumentation, die für MDK-Prüfungen entscheidend ist. KI-gestützte Berichte sorgen für Transparenz und minimieren Haftungsrisiken bei externen Qualitätskontrollen. Diese präzise Dokumentation bildet die Basis für die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und optimiert den gesamten Prüfprozess.
Mithilfe der vorhandenen MDS-Daten generiert die KI strukturierte Berichte, die automatisch standardisiert und zeitlich markiert werden. Dadurch werden typische Fehler wie Transkriptionsprobleme oder das Übersehen wichtiger Checklistenpunkte, die bei manueller Dokumentation häufig auftreten, deutlich reduziert [16].
Die KI erstellt eine vollständige, zeitlich geordnete Dokumentation aller Pflegemaßnahmen – genau die Art von Beweiskette, die Prüfer und Kostenträger bei Audits erwarten. So wird beispielsweise bei der Dekubitusprophylaxe die ICD-10-GM-Klassifikation eingesetzt, während für Inkontinenz-assoziierte Dermatitis (IAD) das GLOBIAD-Tool verwendet wird [5]. Diese klare Differenzierung zwischen Dekubitus und IAD ist entscheidend, um die jeweils passenden therapeutischen Maßnahmen festzulegen und eine rechtssichere Bewertung der Pflegequalität zu gewährleisten.
Nach der automatisierten Erstellung der Berichte überprüft eine Pflegefachkraft die Dokumente, wodurch sie revisionssicher und rechtsverbindlich werden. Diese Arbeitsweise entlastet das Pflegepersonal erheblich, da der Fokus auf der Versorgung bleibt, ohne dass die Qualität der Dokumentation darunter leidet.
Neben der genauen Dokumentation ist der Schutz sensibler Daten von zentraler Bedeutung. Gesundheitsdaten unterliegen besonderen Schutzanforderungen, weshalb Pflegeeinrichtungen Maßnahmen ergreifen müssen, um den Vorgaben der DSGVO gerecht zu werden. Dazu gehören unter anderem:
Zusätzlich sorgen technische und organisatorische Maßnahmen, wie Verschlüsselung und Zugangskontrollen, für ein hohes Sicherheitsniveau [17].
„Datenschutz spielt in der Gesundheitswirtschaft eine Schlüsselrolle, da Gesundheitsdaten besonders sensibel sind und umfassend geschützt werden müssen." – Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz [17]
Die Plattform dexter health erfüllt diese Anforderungen durch eine sichere Verarbeitung sensibler Gesundheitsdaten, umfassende Dokumentation der Compliance-Maßnahmen und transparente Datenschutzerklärungen für Bewohner. Die Kombination aus KI-basierter Effizienz und rechtlicher Absicherung stärkt den gesamten Prozess der Qualitätskontrolle und rechtlichen Sicherheit – von der Risikoerkennung über die Pflegeplanung bis hin zur erfolgreichen MDK-Prüfung.
KI-gestützte vs. manuelle Pflegedokumentation: Zeitersparnis und Genauigkeit im Vergleich
Die Unterschiede zwischen manueller Dokumentation und KI-basierter Unterstützung liegen vor allem in Zeitaufwand und Genauigkeit. Eine manuelle Risikoeinschätzung mit der Braden-Skala dauert in der Regel 1 bis 3 Minuten pro Bewohner [1], dazu kommt die Zeit für das manuelle Vermessen und Dokumentieren von Wundmerkmalen [15]. Im Gegensatz dazu können KI-Systeme automatisch leitlinienbasierte Kriterien direkt aus Bildern vorschlagen [15]. Bei mehreren Bewohnern summiert sich die Zeitersparnis schnell auf Stunden pro Woche. Doch nicht nur die Zeit spielt eine Rolle – auch die Genauigkeit der Bewertungen ist deutlich höher.
Ein Beispiel: Die Unterscheidung zwischen Dekubitus und Inkontinenz-assoziierter Dermatitis (IAD) ist für Pflegekräfte oft schwierig. Während manuelle Bewertungen bei IAD lediglich eine Expertenübereinstimmung von α = 0,27 erreichen [5], können KI-Modelle mit AUC-Werten von bis zu 0,926 wesentlich konsistentere Ergebnisse liefern [3].
„KI-Technologie kann dabei helfen, Risikobewertung, Prävention, Diagnose und Klassifizierung im Dekubitusmanagement zu verbessern." – Khalid Majjouti, Nurse Scientist [5]
Für MDK-Prüfungen bietet KI ebenfalls Vorteile: Sie erstellt automatisch strukturierte, leitlinienkonforme Berichte. Manuelle Prozesse hingegen hängen stark von der Sorgfalt und dem Wissen der einzelnen Mitarbeiter ab. Plattformen wie dexter health setzen auf Sprachdokumentation und einen intelligenten SIS-Assistenten, um sicherzustellen, dass alle wichtigen Parameter erfasst werden – ohne dass Details übersehen werden.
| Merkmal | Manuelle Dokumentation | KI-gestützte Lösungen |
|---|---|---|
| Zeitaufwand pro Eintrag | 1–3 Minuten für Risikoskalen plus manuelle Wundmessung [1][15] | Automatische Vorschläge aus Bildern; Echtzeit-Datenanalyse [15] |
| Fehlerquote | Hohe Subjektivität; geringe Expertenübereinstimmung (α = 0,27 bei IAD) [5] | Objektive Bewertung; höhere Vorhersagegenauigkeit (AUC bis 0,926) [3] |
| MDK-Prüfungsbereitschaft | Hoher Verwaltungsaufwand; Risiko unvollständiger Dokumentation [15] | Leitlinienbasierte Kriterien automatisch vorgeschlagen [15] |
| Risikoerkennung | Periodische manuelle Kontrollen (z. B. alle 5–7 Tage) [3][1] | Kontinuierliche Mustererkennung durch integrierte Datenanalyse [3] |
| Konsistenz | Häufige Widersprüche zwischen verschiedenen Einträgen | Echtzeit-Warnungen bei widersprüchlichen Informationen |
Diese Gegenüberstellung macht deutlich, wie KI die Qualität der Dokumentation in jedem Schritt verbessern kann. Die Vorteile sind nicht nur theoretischer Natur, sondern wirken sich direkt auf den Arbeitsalltag aus. Damit wird der Übergang zur praktischen Umsetzung in Pflegeeinrichtungen naheliegend.
Die Einführung von KI-Lösungen muss nicht kompliziert oder langwierig sein. Entscheidend ist, die Funktionen dieser Technologien gezielt auf die Anforderungen Ihrer Einrichtung zuzuschneiden und dabei das Pflegeteam von Anfang an einzubeziehen. Das KIADEKU-Projekt (März 2022 bis Februar 2025) zeigte eindrucksvoll, wie wichtig die frühe Mitarbeitereinbindung ist: 1.521 von Pflegeexperten annotierte Wundbilder verdeutlichen, wie effektiv diese Zusammenarbeit sein kann [5][15]. Diese Herangehensweise lässt sich auch in Pflegeheimen erfolgreich umsetzen. Der Fokus sollte darauf liegen, die KI an die spezifischen Bedürfnisse Ihrer Einrichtung anzupassen.
Pflegeeinrichtungen unterscheiden sich in vielen Aspekten: von der Größe über die Anzahl der Bewohner bis hin zur Personalstruktur und den individuellen Risikoprofilen. Ein guter Ausgangspunkt ist die Definition eines Minimum Data Sets (MDS) – also der Parameter, die für Ihre Bewohner besonders wichtig sind. Im KIADEKU-Projekt wurden beispielsweise 18 wundbezogene und 4 ätiologische Kategorien für das Dekubitusmanagement verwendet [5].
Überlegen Sie: Welche Risikofaktoren sind in Ihrer Einrichtung besonders relevant? Gibt es viele Bewohner mit eingeschränkter Mobilität oder Inkontinenzproblemen? Sobald diese Daten definiert sind, lässt sich die KI entsprechend anpassen. Ein weiteres wichtiges Element ist die Transparenz: Die KI sollte ihre Begründungen klar darstellen können, damit Ihr Team die theoretischen Grundlagen direkt in die Praxis umsetzen kann [15]. Nach der technischen Anpassung folgt der nächste Schritt – die Schulung und Integration des Pflegeteams.
Selbst die ausgereifteste Technologie bleibt wirkungslos, wenn das Team sie nicht aktiv nutzt. Der Schlüssel liegt darin, mit kleinen, sofort umsetzbaren Verbesserungen zu beginnen. Nutzen Sie zum Beispiel die bildbasierte Dokumentation von dexter health, um den Aufwand für manuelle Dateneingaben zu reduzieren [15]. Im KIADEKU-Projekt wurde hierfür eine Lernplattform bereitgestellt, auf der Pflegekräfte in ihrem eigenen Tempo lernen konnten, wie die KI Wundmerkmale wie Größe, Farbe und Rötung aus Bildern erkennt [15].
„Um die administrative Belastung zu verringern, werden leitlinienbasierte Kriterien (z. B. Wundgröße, Farbe, Rötung usw.) aus dem Bild für die Dokumentation vorgeschlagen." – KIADEKU-Projekt [15]
Schulungen sollten nicht nur die technischen Aspekte abdecken, sondern auch zeigen, wie die KI den Expertenstandard zur Dekubitus- und Sturzprophylaxe unterstützt. Ein Beispiel: Die KI kann zwischen Dekubitus (durch Druck oder Scherkräfte verursacht) und Inkontinenz-assoziierter Dermatitis unterscheiden – ein Bereich, in dem die Expertenübereinstimmung ohne KI nur bei α = 0,27 liegt [5].
dexter health bietet praxisnahe Onboarding-Programme, die Ihr Team darin schulen, die Sprachdokumentation und den SIS-Assistenten effektiv zu nutzen. So wird die Integration der KI nicht nur einfacher, sondern auch nachhaltiger für den Arbeitsalltag.
Expertenstandards bieten nicht nur rechtlichen Schutz für Einrichtungen, sondern auch eine bessere Versorgung der Bewohner. KI-gestützte Tools wie dexter health vereinfachen diesen Prozess erheblich, indem sie auf objektive, datenbasierte Risikoanalysen setzen, statt auf subjektive Einschätzungen. Ein beeindruckendes Beispiel: KI-Modelle zur Sturzvorhersage haben in deutschen Krankenhäusern eine Genauigkeit von 0,926 AUC erreicht [3].
Im Pflegealltag bieten solche Systeme automatische, leitliniengerechte Vorschläge, etwa bei der Wunddokumentation. Das entlastet das Team bei administrativen Aufgaben und sorgt gleichzeitig für eine rechtssichere Dokumentation [15]. Besonders hilfreich ist die präzise Unterscheidung zwischen Dekubitus und inkontinenzassoziierter Dermatitis – zwei Hautveränderungen, die unterschiedliche Behandlungen erfordern [5].
„KI-Modelle übertreffen regelbasierte Systeme in allen experimentellen Aufbauten durchgängig." – Daniel Fürstenau, Charité – Universitätsmedizin Berlin [3]
Neben der verbesserten Dokumentationsqualität spielt auch der gezielte Einsatz von Personal eine entscheidende Rolle. Angesichts des erwarteten Mangels von 100.000 bis 520.000 Pflegekräften bis 2030 [3] hilft KI, Hochrisiko-Bewohner frühzeitig zu identifizieren. So kann das Personal effizient dort eingesetzt werden, wo es den größten Unterschied macht. Funktionen wie die Sprachdokumentation und der SIS-Assistent von dexter health sparen zudem wertvolle Zeit bei manuellen Eingaben – Zeit, die direkt in die Betreuung der Bewohner investiert werden kann.
Darüber hinaus bietet diese Form der Dokumentation nicht nur eine hohe Pflegequalität, sondern auch eine starke rechtliche Absicherung. Zeitgestempelte, objektive Daten schützen im Ernstfall vor Problemen mit dem MDK oder Haftungsfragen [5] [6]. Gleichzeitig erfüllen moderne KI-Lösungen höchste Datenschutzstandards durch Anonymisierung und dezentrale Lernverfahren [3] [12]. Die intelligenten Funktionen von dexter health setzen neue Maßstäbe in Sachen Pflegequalität und Haftungssicherheit.
Künstliche Intelligenz (KI) erleichtert Pflegekräften die Unterscheidung zwischen Dekubitus und inkontinenzassoziierter Dermatitis (IAD), indem sie digitale Bilddaten analysiert und fortschrittliche Deep-Learning-Algorithmen einsetzt. Diese Technologie identifiziert Merkmale wie Wundgröße, Farbveränderungen oder Rötungen, um beide Wundarten präzise zu klassifizieren.
Warum ist das so wichtig? Dekubitus und IAD erfordern unterschiedliche Behandlungsstrategien. Mit KI-gestützten Tools wird nicht nur die Pflegeplanung effizienter, sondern auch die Dokumentation genauer. Außerdem hilft die automatisierte Analyse dabei, Haftungsrisiken zu minimieren. Das Ergebnis: Pflegekräfte können fundierte Entscheidungen treffen, die den Patienten zugutekommen und die allgemeine Pflegequalität verbessern.
Die Integration von KI in die Sprachdokumentation erleichtert den Arbeitsalltag in der Pflege enorm. Statt zeitintensive Berichte manuell zu verfassen, können Pflegekräfte ihre Beobachtungen und Notizen einfach sprechen. Die KI übernimmt anschließend die präzise Transkription und strukturiert die Inhalte automatisch. Das bedeutet: Mehr Zeit für das Wesentliche – die direkte Betreuung der Patienten.
Ein weiterer Vorteil ist die erhöhte Qualität der Dokumentation. Die Technologie reduziert Fehler und sorgt dafür, dass gesetzliche und fachliche Vorgaben eingehalten werden. Dadurch wird nicht nur der Arbeitsprozess effizienter, sondern auch die Rechtssicherheit für Pflegekräfte und Einrichtungen gestärkt. Ein echter Fortschritt für alle Beteiligten.
Künstliche Intelligenz (KI) kann Pflegeeinrichtungen dabei helfen, rechtliche Risiken zu minimieren, indem sie die Einhaltung von Vorschriften erleichtert und potenzielle Haftungsprobleme reduziert. Ein zentraler Vorteil liegt in der automatisierten und präzisen Dokumentation. Diese sorgt dafür, dass Pflegeprozesse lückenlos und regelkonform erfasst werden, was Transparenz schafft und die Nachvollziehbarkeit im Falle von Prüfungen oder rechtlichen Auseinandersetzungen sicherstellt.
Ein weiterer Pluspunkt: KI ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Risiken. Zum Beispiel kann sie potenzielle Gefahren bei der Dekubitus- oder Sturzprophylaxe identifizieren, bevor ein Problem auftritt. Durch diese proaktive Herangehensweise lassen sich rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit der Bewohner zu erhöhen. Das führt nicht nur zu besseren Pflegeergebnissen, sondern kann auch die Ergebnisse von Inspektionen positiv beeinflussen. Gleichzeitig werden Pflegekräfte entlastet, da sie sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können, während die Einrichtung rechtlich besser abgesichert ist.