
Wie Echtzeit-Daten in Pflegeheimen Dokumentation, Effizienz und Lebensqualität verbessern – Studien zeigen Zeitersparnis, weniger Fehler und erfolgreiche Telemedizin.
Echtzeit-Daten können die Pflege in Deutschland grundlegend verändern. Sie sparen Zeit, verbessern die Dokumentation und steigern die Qualität der Betreuung – trotz Herausforderungen wie mangelnder Digitalisierung und technischer Hürden. Hier sind die wichtigsten Fakten:
Trotz technischer Defizite bietet der Einsatz von Echtzeit-Daten enorme Potenziale, um den Arbeitsalltag zu erleichtern und die Pflegequalität zu verbessern. Digitale Lösungen wie KI-basierte Spracherkennung und strukturierte Pflegeplanung sind dabei zentrale Bausteine.
Studien aus Deutschland und Österreich zeigen, dass Echtzeit-Daten die Pflegequalität in mehreren Bereichen messbar verbessern können. Besonders bemerkenswert sind Fortschritte im Ressourcenmanagement, bei der Dokumentationsqualität und im Qualitätsmanagement. Drei Studien verdeutlichen, wie diese Verbesserungen in der Praxis aussehen.
Das CareConnect-Projekt (Juni 2024 bis August 2025) untersuchte den Einsatz von Telemedizin in zwei deutschen Pflegeheimen. Dabei wurden 152 Telekontakte für 69 Bewohner durchgeführt. Beeindruckend: In 79 % der Fälle konnte das Problem vollständig digital gelöst werden, was aufwendige Transporte überflüssig machte [3].
Zum Einsatz kamen Wundkameras (40,7 %), Vitalzeichenmonitore (28,9 %) und digitale Stethoskope (14,4 %). Die beteiligten Ärzte bewerteten die technische Eignung dieser digitalen Versorgung mit 4,09 von 5 Punkten [3]. Diese Ergebnisse zeigen, wie Echtzeit-Daten die Pflege effizienter gestalten können.
Zwischen Oktober 2021 und Februar 2022 wurde am Helios Klinikum München West die elektronische Pflegeprozessdokumentation (epaAC®) eingeführt. Von den 176 beteiligten Pflegekräften berichteten 55 %, dass die Qualität der Dokumentation gestiegen sei, während 80 % angaben, dass sie weniger Zeit für die Dokumentation benötigten [1].
Die Anzahl der Dokumentationsvorgänge reduzierte sich signifikant (p = 0,03) [1]. Dank der digitalen Erfassung wurden Arbeitsabläufe klarer strukturiert: Statt vieler kleiner Einträge entstanden umfangreichere und besser zugängliche Dokumentationen, die allen Beteiligten in Echtzeit zur Verfügung standen [1].
Das 24hQuAALity-Projekt in Österreich (Oktober 2020 bis Oktober 2021) untersuchte die Auswirkungen digitaler Dokumentationssysteme auf 110 Pflegekräfte. Nach neun Monaten zeigte die Interventionsgruppe eine spürbare Verbesserung der pflegebezogenen Lebensqualität (p = 0,03) und einen höheren Effizienz-Score (p = 0,02) [4].
Der Echtzeit-Zugang zu Daten und die Nutzung von E-Learning-Modulen stärkten das Selbstvertrauen der Pflegekräfte, insbesondere in Notfallsituationen (p < 0,01) [4]. Gleichzeitig förderten die digitalen Tools die interprofessionelle Kommunikation und erleichterten den Arbeitsalltag.
Echtzeit-Daten in der Pflege: Zentrale Kennzahlen und Verbesserungen
Studien zeigen, dass der Einsatz von Echtzeit-Daten in der Pflege nicht nur die Qualität der Dokumentation, sondern auch die Lebensqualität und Effizienz erheblich verbessert. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
Am Helios Klinikum München West berichteten 55 % der Pflegekräfte von einer besseren Dokumentationsqualität nach der Einführung der elektronischen Pflegeprozessdokumentation. Gleichzeitig gaben 80 % der Befragten an, weniger Zeit für die Dokumentation zu benötigen – obwohl die tatsächliche Arbeitszeit unverändert blieb [1]. Zudem sank die Anzahl der Dokumentationsvorgänge signifikant (p = 0,03) [1], was auf strukturiertere und präzisere Einträge hinweist.
Ein weiteres Beispiel ist das österreichische Projekt 24hQuAALity. Nach neun Monaten konnte eine spürbare Verbesserung der pflegebezogenen Lebensqualität (p = 0,03) und ein höherer Effizienz-Score (p = 0,02) bei den Pflegekräften festgestellt werden [4]. Digitale Tools erklärten dabei 20 % der Varianz bei der Steigerung beruflicher Fähigkeiten [4] und stärkten das Selbstvertrauen der Pflegekräfte in Notfallsituationen.
| Kennzahl | Vor Einführung | Mit Echtzeit-Daten | Quelle |
|---|---|---|---|
| Wahrgenommene Dokumentationszeit | Ausgangswert | 80 % berichten Zeitersparnis | [1] |
| Dokumentationsqualität | Ausgangswert | 55 % berichten Verbesserung | [1] |
| Pflegebezogene Lebensqualität | Ausgangswert | Signifikante Steigerung (p = 0,03) | [4] |
| Berufliche Kompetenz (Effizienz) | Ausgangswert | Signifikante Steigerung (p = 0,02) | [4] |
| Anzahl Dokumentationsvorgänge | Ausgangswert | Signifikante Reduktion (p = 0,03) | [1] |
Diese Ergebnisse zeigen klar, wie Echtzeit-Daten die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern können. Sie verdeutlichen den Nutzen digitaler Lösungen und eröffnen neue Perspektiven für die Weiterentwicklung der Pflege in Deutschland.
Echtzeit-Daten lassen sich problemlos in bestehende Systeme wie i.s.h.med integrieren – eine komplette Systemumstellung ist nicht erforderlich [2]. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer schrittweisen Einführung: Dazu gehören die Analyse der Anforderungen, die Optimierung der Hardware (z. B. Internetverbindung und Akkulaufzeit), webbasierte Schulungen und Simulationen [5]. Im Folgenden wird gezeigt, wie Echtzeit-Daten den Alltag in Pflegeheimen effizienter und qualitativ hochwertiger gestalten können.
KI-gestützte Spracherkennung ermöglicht es, Pflegeprozesse händefrei und in Echtzeit zu dokumentieren. Studien zeigen, dass dadurch der manuelle Dokumentationsaufwand um bis zu 33 % reduziert werden kann [7]. Ein Beispiel ist die Sprachdokumentation von dexter health, die Pflegeberichte direkt nach dem Bewohnerkontakt erfasst und nahtlos in bestehende Systeme integriert – ohne den Umweg über Papierdokumente.
Diese Zeitersparnis gibt Pflegekräften die Möglichkeit, sich intensiver der direkten Betreuung der Bewohner zu widmen. Gleichzeitig sorgt die standardisierte digitale Erfassung für eine höhere Qualität der Dokumentation.
Der SIS-Assistent von dexter health ist ein intelligentes Tool, das die strukturierte Pflegeplanung nach dem deutschen Standard der Strukturierten Informationssammlung unterstützt. Es erleichtert die Anamnese, die Risikoeinschätzung und die Planung von Maßnahmen. Zudem hilft es Einrichtungen, sich optimal auf Prüfungen des Medizinischen Dienstes vorzubereiten [8]. Digitale Assistenten stellen sicher, dass die Dokumentation standardisiert, rechtskonform und jederzeit zugänglich ist [7][8].
Diese digitalen Lösungen optimieren den gesamten Dokumentationsprozess in Pflegeheimen. Um die Akzeptanz neuer Systeme zu fördern, ist es sinnvoll, Schlüsselpersonal als Ansprechpartner zu schulen [5][6][7]. Die Einbindung der Pflegekräfte in die Auswahl und Implementierung der Systeme von Anfang an erhöht die Bereitschaft, diese Technologien zu nutzen.
Wie lassen sich die Erkenntnisse aus Studien und Projekten in der Praxis umsetzen? Klar ist: Echtzeit-Daten können die Pflegequalität deutlich steigern. Untersuchungen zeigen, dass ein Großteil der telemedizinischen Fälle erfolgreich digital bearbeitet wird.
Ein Schlüssel zum Erfolg ist partizipatives Co-Design. Dabei arbeiten Pflegekräfte, Ärzte und IT-Fachleute von Anfang an zusammen, um spezifische Anforderungen zu definieren [3]. Das CareConnect-Projekt (Juni 2024 bis August 2025) hat bestätigt, wie wichtig dieser Ansatz ist. 37 Pflegekräfte wurden gezielt geschult, um ihr Wissen anschließend im Team weiterzugeben [3]. Für die Umsetzung braucht es jedoch einen klar strukturierten Plan.
Neben der Zusammenarbeit ist eine solide technische Basis entscheidend. Dazu gehören stabile WLAN-Verbindungen und eine Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI). Mobile Geräte wie Tablets ermöglichen die Datenerfassung direkt am Bewohnerbett und vermeiden unnötige Medienbrüche.
Ein Beispiel aus der Praxis verdeutlicht den Erfolg dieses Ansatzes:
„Die Kommunikation mit den Ärzten ist immer respektvoll und wir konnten problematische Fälle gemeinsam lösen." – Pflegekraft, CareConnect-Projekt [3]
Für Einrichtungsleiter bedeutet Digitalisierung auch, das Veränderungsmanagement aktiv zu gestalten. Regelmäßige Feedback-Runden während der Einführung helfen, technische oder organisatorische Hindernisse frühzeitig zu erkennen und zu beheben [3]. Systeme wie die Sprachdokumentation oder der SIS-Assistent von dexter health lassen sich problemlos in bestehende Abläufe integrieren und erleichtern den Dokumentationsalltag spürbar.
Indem Sie digitale Lösungen schrittweise einführen, schaffen Sie eine Grundlage für langfristige Verbesserungen in der Pflege.
Echtzeit-Daten revolutionieren die Pflege, indem sie schnelle und präzise Entscheidungen ermöglichen. Pflegekräfte können jederzeit auf aktuelle Informationen zugreifen, was eine individuellere und effizientere Versorgung der Patienten erlaubt. Laut Studien steigern digitale Lösungen, die auf Echtzeit-Daten basieren, nicht nur die Zufriedenheit des Pflegepersonals, sondern verbessern auch die Qualität der Dokumentation.
Ein weiterer Vorteil ist die optimierte Übergabe zwischen Schichten. Dank Echtzeit-Daten können relevante Informationen zeitnah und vollständig übermittelt werden. Das sorgt für eine nahtlose Kontinuität in der Pflege und minimiert das Risiko von Fehlern. Insgesamt tragen diese Technologien dazu bei, die Effizienz zu erhöhen und die Arbeitsbelastung des Pflegepersonals zu reduzieren – ein Gewinn für die Pflegekräfte und die Betreuungsqualität gleichermaßen.
Die Einführung digitaler Technologien in der Pflege bringt einige Herausforderungen mit sich. Ein entscheidender Punkt ist die Akzeptanz der Pflegekräfte. Faktoren wie digitale Fähigkeiten, angemessene Schulungen und die Motivation der Mitarbeitenden spielen dabei eine zentrale Rolle. Ohne ausreichende Unterstützung können Unsicherheiten entstehen, die den Umgang mit neuen Technologien erschweren.
Ein weiteres Problemfeld ist die technische Infrastruktur. Die Integration neuer Systeme in bestehende Abläufe kann kompliziert sein, vor allem, wenn es an der Kompatibilität zwischen den Systemen oder an der Qualität der Daten hapert. Digitale Lösungen sollten so gestaltet werden, dass sie die Arbeit erleichtern und nicht zusätzlichen Aufwand verursachen. Hier sind eine durchdachte Planung, offene Kommunikation und die aktive Einbindung des Teams entscheidend, um mögliche Widerstände abzubauen und den Übergang reibungslos zu gestalten.
Digitale Dokumentationssysteme machen den Alltag von Pflegekräften einfacher und tragen dazu bei, die Pflegequalität zu steigern. Mit ihrer Hilfe können Daten schneller und genauer erfasst werden. Das bedeutet, dass Pflegekräfte weniger Zeit mit organisatorischen Aufgaben verbringen müssen und stattdessen mehr Raum für die direkte Betreuung der Pflegebedürftigen haben. Fehlerquellen werden minimiert, und die Dokumentation wird umfassender und präziser.
Ein großer Vorteil ist die Verfügbarkeit von Echtzeit-Daten. Diese fördern eine reibungslose Teamkoordination, da alle relevanten Informationen sofort abrufbar sind. So können Pflegekräfte schneller auf Veränderungen im Gesundheitszustand der Bewohner reagieren. Funktionen wie die automatisierte Erfassung medizinischer Werte oder Unterstützung bei der Medikamentenverwaltung erleichtern den Arbeitsalltag zusätzlich und erhöhen die Sicherheit. Insgesamt sorgen digitale Systeme für mehr Effizienz und schaffen angenehmere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte.