
Praktische Maßnahmen zur MDK‑Vorbereitung in stationären Pflegeeinrichtungen: Pflegedokumentation, Risikomanagement, digitale Tools und regelmäßige Schulungen.
MDK-Prüfungen sind ein zentraler Bestandteil der Qualitätssicherung in Pflegeeinrichtungen. Sie bewerten die Pflege anhand von Strukturen, Prozessen und Ergebnissen. Besonders wichtig: eine vollständige, präzise Pflegedokumentation. Digitale Systeme und das Strukturmodell können den Aufwand reduzieren und die Ergebnisse verbessern.
Effiziente Vorbereitung, moderne Technologien und gut geschultes Personal sind der Schlüssel zu erfolgreichen Prüfungen.
MDK-Prüfung Ablauf: 6 Schritte von Ankündigung bis Bericht
Ein gutes Verständnis des Prüfungsprozesses ist wichtig, um sich gezielt darauf vorzubereiten. Die Prüfungen des Medizinischen Dienstes (MDK) finden jährlich statt und bewerten sowohl die fachlichen als auch die ethischen Standards in Pflegeeinrichtungen [4]. Dabei wird zwischen gesetzlich Versicherten (MD) und privat Versicherten (Careproof) unterschieden [4]. Seit 2019 agiert der MD als eigenständige Körperschaft des öffentlichen Rechts, um eine unabhängige Bewertung zu gewährleisten [5][7].
Neben der Kontrolle dienen die Prüfungen auch dazu, Verbesserungsmöglichkeiten innerhalb der Einrichtungen zu erkennen [4]. Die Ergebnisse werden in Form von Transparenzberichten online veröffentlicht, sodass Bewohner und Angehörige verschiedene Einrichtungen vergleichen können [4]. Aktuell wird das Bewertungssystem überarbeitet, da das bisherige Schulnoten-System Kritik auf sich zog – weniger wichtige Bereiche konnten durch gute Noten schlechte Bewertungen in zentralen Pflegebereichen ausgleichen [4]. Im Folgenden wird der Ablauf der Prüfung genauer beschrieben.
Die Prüfung beginnt mit einer schriftlichen Ankündigung, die entweder an die Einrichtung oder direkt an den Bewohner gerichtet ist. Oft erfolgen die Qualitätsprüfungen jedoch sehr kurzfristig oder sogar unangekündigt [6][7]. Der erste Schritt ist ein Eröffnungsgespräch zwischen den Prüfern und der Einrichtungsleitung.
Anschließend werden Bewohner zufällig ausgewählt, um die Pflegequalität zu bewerten [4]. Bei einem Rundgang durch die Einrichtung nehmen die Prüfer Bewohnerzimmer, Bäder und Gemeinschaftsbereiche in Augenschein. Dabei achten sie auf Hygiene, Wohnbedingungen und die Verfügbarkeit von Hilfsmitteln [7]. Die Einzelbegutachtungen dauern in der Regel zwischen 30 und 90 Minuten [6].
Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die Überprüfung der Dokumentation. Dazu gehören Pflegeakten, Medikationspläne, Arztberichte und Qualitätsmanagementsysteme [5][6][4]. Außerdem führen die Prüfer Gespräche mit Pflegekräften und Bewohnern, um sicherzustellen, dass individuelle Wünsche respektiert werden und Risiken wie Dehydrierung aktiv gemanagt werden [4]. Die Prüfung schließt mit einem Abschlussgespräch, in dem erste Rückmeldungen gegeben werden. Der formale Prüfbericht wird später an die Pflegekasse übermittelt [6][7]. Die endgültige Entscheidung der Pflegekasse erfolgt in der Regel innerhalb von drei bis fünf Wochen nach der Prüfung [6][7].
Die Qualitätsprüfungen stationärer Pflegeeinrichtungen umfassen 59 Einzelkriterien, die in vier Hauptbereiche unterteilt sind: Pflege und medizinische Versorgung, Demenzpflege, soziale Betreuung und Alltagsgestaltung sowie Wohnen, Verpflegung und Hygiene [7].
Hierfür nutzen die Prüfer das Neue Begutachtungsassessment (NBA), das aus sechs Modulen besteht:
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Risikomanagement: Werden Gefahren wie Dehydrierung oder Sturzrisiken erkannt und dokumentiert? Werden medizinische Leistungen, wie die Medikamentengabe, genau nach Vorschrift erbracht? [4] Auch die organisatorische Qualität wird geprüft – von der Erreichbarkeit der Einrichtung über die Transparenz bei Kostenvoranschlägen bis hin zu klaren internen Prozessen für Beschwerden [4].
Die Qualität der Dokumentation spielt eine zentrale Rolle für das Ergebnis einer MDK-Prüfung. Jede Aufzeichnung muss präzise und fehlerfrei sein, da selbst kleine Mängel zu negativen Bewertungen führen können – auch wenn die Pflege selbst einwandfrei ist. Rechtlich basiert dies auf § 113 SGB XI (Qualitätssicherung), § 137 SGB V sowie § 13 des Heimgesetzes (HeimG) [8][9]. Gemäß § 104 SGB XI hat der Medizinische Dienst das Recht, sämtliche Pflegedokumentationen einzusehen und zu kopieren [8][9].
Die Dokumentation sollte stets schriftlich, objektiv, vollständig und zeitnah erfolgen. Außerdem muss sie dokumentenecht sein, was bedeutet, dass Korrekturen nachvollziehbar bleiben müssen [8][9]. Zu den grundlegenden Bestandteilen einer vollständigen Akte gehören das Stammblatt, die Pflegeplanung, Medikationspläne, Visitenblätter sowie spezifische Risikoeinschätzungen [8][10].
Die gesetzlich vorgeschriebene Aufbewahrungsfrist beträgt 10 Jahre. Bei Ansprüchen im Zusammenhang mit Verletzungen von Leben, Körper oder Gesundheit verlängert sich diese Frist gemäß § 199 BGB auf bis zu 30 Jahre [8]. Fehlende oder zu früh entsorgte Unterlagen können eine Beweislastumkehr zur Folge haben, was bedeutet, dass die Einrichtung beweisen muss, dass kein Fehler vorlag – ohne vollständige Dokumentation nahezu unmöglich [8].
Im Folgenden werden wichtige Qualitätsindikatoren sowie häufige Fehler näher erläutert.
Die MDK-Prüfer achten besonders auf konkrete Nachweise in der Dokumentation. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Risikomanagement. Es muss klar dokumentiert sein, ob potenzielle Gefahren wie Dehydrierung, Mangelernährung oder Sturzrisiken erkannt wurden. Zur Bewertung des Dekubitus-Risikos werden die Braden-Skala (19+ Punkte = geringes Risiko, 9 oder weniger Punkte = sehr hohes Risiko) und die Norton-Skala (25 Punkte = geringes Risiko, 9 Punkte = sehr hohes Risiko) eingesetzt [10].
Die Medikamentengabe muss exakt der ärztlichen Verordnung entsprechen. Beim BTM-Protokoll (Betäubungsmittel) sind eine lückenlose Bestandsführung und Doppelunterschriften zwingend erforderlich – diese werden auch regelmäßig von Apotheken überprüft [10]. Bei der Flüssigkeitsbilanz (Typ 501) dürfen ausschließlich präzise gemessene Werte dokumentiert werden [10].
Wie im Strukturmodell vorgesehen, muss die SIS-basierte Pflegeplanung individuell auf den Bewohner abgestimmt und laufend aktualisiert werden. Die Prüfer achten dabei auch darauf, ob persönliche Wünsche der Bewohner berücksichtigt wurden und ob nach Stürzen oder Erkrankungen Anpassungen vorgenommen wurden [1][10][4].
Trotz klarer Vorgaben treten häufig Fehler auf, die schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen können. Hier sind einige der häufigsten Mängel:
| Qualitätsindikator | Bewertungskriterium | Häufige Fehler | Empfohlene Korrektur |
|---|---|---|---|
| SIS / Pflegeplanung | Individuell und auf aktuelle Bedürfnisse abgestimmt | Unpersönliche Copy-Paste-Vorlagen; keine Aktualisierung bei Stürzen/Erkrankungen | Fokus auf narrative Beschreibungen und spezifische Abweichungen vom Pflegeplan [1] |
| Medikationsplan (Typ 109) | Exakte Übereinstimmung mit ärztlicher Verordnung; inkl. Dosierung und Zeitpunkt | Fehlende Unterschriften; veraltete Dosierungen; keine Dokumentation bei Verweigerung | Digitale Medikationslogs mit Echtzeit-Validierung und Pflichtfeldern [2] |
| Wunddokumentation | Detaillierte Beschreibung von Größe, Stadium und Behandlung; inkl. Fotos | Inkonsistente Messungen; Lücken in Protokollen zu Verbandwechseln | Standardisierte Messverfahren und fotografische Verlaufsdokumentation |
| Risikoskalen (Braden/Norton) | Regelmäßige Bewertung von Dekubitus-, Sturz- und Ernährungsrisiken | Skalen nicht aktualisiert; Risiko erkannt, aber keine präventiven Maßnahmen geplant | Automatische Erinnerungen zur Neubewertung nach Zustandsänderungen [10] |
| BTM-Protokoll (Betäubungsmittel) | Exakte Bestandsführung und Verabreichung; Kontrolle durch Apotheken | Rechenfehler im Bestand; fehlende Doppelunterschriften | Digitale BTM-Verwaltung mit automatischer Bestandsberechnung |
| Flüssigkeitsbilanz (Typ 501) | Präzise Erfassung von Einfuhr und Ausfuhr bei Risikobewohnern | Geschätzte Werte statt gemessener Mengen; unvollständige Summen | Messung und lückenlose Protokollierung aller Flüssigkeitsmengen |
Eine erfolgreiche MDK-Prüfung erfordert langfristige Planung. Der Schlüssel liegt in einer gut abgestimmten digitalen Infrastruktur und kontinuierlicher Weiterbildung des Teams. Nur so lassen sich Prozesse und Technik optimal aufeinander abstimmen.
Ein vollständig digitales System ist die Grundlage für eine erfolgreiche Prüfung. Einrichtungen, die noch auf eine Mischung aus Papier und elektronischen Systemen setzen, schneiden bei der Dokumentation oft schlechter ab [1]. Tablets und Smartphones ermöglichen es, die Dokumentation direkt am Bett vorzunehmen. Sorgen Sie für ausreichend mobile Endgeräte, um Engpässe zu vermeiden [1].
Regelmäßige interne Audits sind unverzichtbar. Nutzen Sie standardisierte Checklisten, um die gleichen Qualitätsindikatoren zu prüfen, die auch der MDK kontrolliert. Achten Sie darauf, dass Pflegeassistenten aktiv in die Dokumentation eingebunden werden. Oft liegt die Dokumentationslast allein bei examinierten Kräften, obwohl Assistenten mit direktem Bewohnerkontakt wichtige Beobachtungen beisteuern könnten [1]. Schichtübergaben sollten ebenfalls mit Checklisten standardisiert werden, um sicherzustellen, dass keine wichtigen Informationen verloren gehen [2].
Ein weiterer wichtiger Punkt: Überprüfen Sie, ob die Prinzipien des Strukturmodells korrekt umgesetzt werden. Vermeiden Sie unnötige Wiederholungen in der Dokumentation, die Zeit und Ressourcen binden.
Die Qualität der Dokumentation hängt maßgeblich von der Kompetenz des Teams ab. Einmalige Schulungen reichen nicht aus. Regelmäßige, fortlaufende Trainings haben sich als effektiver erwiesen und führen nachweislich zu besseren Dokumentationsergebnissen [1]. Studien zeigen, dass Einrichtungen, die auf nicht-strukturelle Modelle setzen, durch regelmäßige Schulungen ihre Ergebnisse von einem Median von 2,00 auf 2,67 Punkte verbessern konnten [1].
Im Fokus der MDK-Prüfungen steht heute das Pflegefachgespräch. Schulen Sie Ihr Team darin, Pflegeentscheidungen klar und sicher zu kommunizieren. Die Dokumentation dient dabei lediglich als Unterstützung [14].
„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass regelmäßige Gelegenheiten zur Reflexion über Herausforderungen bei Dokumentationsaktivitäten die Wahrnehmung der Pflegekräfte erhöhen könnten, dass Dokumentation ein wertvoller Teil der Pflegearbeit ist." – BMC Nursing [1]
Neben der Technik ist die Qualifikation des Teams entscheidend. Ihr Personal muss die sechs Module der Pflegebegutachtung (Mobilität, Kognition/Kommunikation, Verhaltensweisen, Selbstversorgung, Umgang mit Krankheit/Therapie, Alltagsleben/soziale Kontakte) genau kennen [11][13]. Schulen Sie die Mitarbeitenden, Plausibilitätsprüfungen durchzuführen. Prüfen Sie, ob der dokumentierte Pflegegrad mit dem tatsächlichen Zustand des Bewohners übereinstimmt – Abweichungen fallen Prüfern sofort auf [14].
Für Mitarbeitende mit Migrationshintergrund ist Sprachunterstützung essenziell, um die Dokumentation vollständig und präzise zu halten [1]. Beachten Sie auch, dass die Vorteile neuer Dokumentationsmodelle oft erst nach mindestens zwölf Monaten vollständig sichtbar werden. Planen Sie daher ausreichend Zeit für die Einarbeitung ein [1].
Der Einsatz moderner KI-Lösungen kann die Erfüllung anspruchsvoller Dokumentationsstandards erheblich erleichtern. Diese Technologien übernehmen zeitaufwändige Schreibarbeiten, erstellen vollständige, rechtssichere Dokumente und gewährleisten, dass alle MDK-relevanten Informationen erfasst werden. Damit wird die Pflegedokumentation effizienter und präziser.
Sprachbasierte Dokumentation direkt am Bett spart bis zu 80 % der Zeit ein [15]. Dabei wandelt die KI umgangssprachliche oder fehlerhafte Eingaben in professionelle Pflegefachsprache um [16].
Durch automatische Strukturierung erkennt die KI fehlende Informationen, Lücken oder Widersprüche in der Dokumentation, bevor diese vom MDK bemängelt werden [17]. Ein intelligenter SIS-Assistent unterstützt die Pflegeplanung nach dem Strukturmodell und stellt sicher, dass alle sechs Begutachtungsmodule (Mobilität, Kognition, Verhalten, Selbstversorgung, Krankheitsbewältigung und Alltagsleben) abgedeckt sind [17][18].
„KI ist ein Werkzeug zur Unterstützung der Pflegekräfte, nicht zu deren Ersatz. Die menschliche Zuwendung und Fürsorge bleiben das Herzstück guter Pflege – KI kann lediglich dazu beitragen, dass mehr Zeit dafür zur Verfügung steht." – basebox GmbH [17]
KI-gestützte Qualitätschecks überwachen die Dokumentationsqualität kontinuierlich. Studien zeigen, dass digitale Systeme die Vollständigkeit der Dokumentation von durchschnittlich 6,25 auf 7,13 von 10 Punkten erhöhen [3]. Besonders bei spezifischen Angaben wie Ernährung (von 30 % auf 75 %) oder Größe und Gewicht (von 27 % auf über 85 %) sind die Verbesserungen deutlich sichtbar [3].

dexter health nutzt die Möglichkeiten der KI und integriert sie nahtlos in Ihre Pflegesoftware. Die Kombination aus Sprachdokumentation und intelligentem SIS-Assistenten erleichtert die Arbeit insbesondere in mehrsprachigen Teams, da umgangssprachliche Angaben automatisch in fachlich korrekte Dokumentation umgewandelt werden [16].
Die Zeitersparnis ist enorm: Pflegekräfte können direkt nach dem Bewohnerkontakt per Sprache dokumentieren, anstatt am Ende der Schicht am PC zu sitzen. Das minimiert Dokumentationsfehler und Verzögerungen, die oft bei MDK-Prüfungen bemängelt werden. Mit Lizenzkosten von etwa 12 bis 15 € pro Nutzer und Monat [16] amortisiert sich der Einsatz durch die eingesparte Arbeitszeit schnell.
Besonders hilfreich für die MDK-Vorbereitung: Die KI analysiert Dokumentationen gezielt auf Schwachstellen und erstellt Checklisten für interne Audits [17]. So können Mängel behoben werden, bevor der Prüfer sie entdeckt. Die Fotodokumentation von Wunden bietet zusätzlich visuelle, zeitgestempelte Nachweise für Pflegequalität und Wundverläufe.
| Funktion | Auswirkungen auf MDK-Bereitschaft |
|---|---|
| Sprachbasierte Dokumentation am Bett | Reduziert Fehler und Verzögerungen; sorgt für Echtzeit-Genauigkeit |
| KI-gestützter SIS-Assistent | Erstellt Pflegepläne schneller und präziser nach dem Strukturmodell |
| Automatische Strukturierung | Wandelt Umgangssprache in prüfungskonforme Dokumentation um |
| Integration in Pflegesoftware | Gewährleistet Datenkonsistenz und erleichtert den Zugriff |
| Fotodokumentation von Wunden | Bietet visuelle, zeitgestempelte Nachweise für Pflegequalität |
| Automatische Qualitätsprüfung | Erkennt Inkonsistenzen und fehlende Angaben vor der MDK-Prüfung |
Der Prüfungstag beginnt mit dem Betreten der Einrichtung – der erste Eindruck zählt [21]. An diesem Tag sind ehrliches Verhalten und klare Kommunikation entscheidend. Eine gut organisierte digitale Dokumentation kann den Ablauf erheblich erleichtern.
Halten Sie alle wichtigen Unterlagen griffbereit: Dazu gehören ein aktueller Medikationsplan, Berichte von Ärzten und Krankenhäusern, Pflegedokumentationen sowie Listen genutzter Hilfsmittel wie Rollatoren oder Hörgeräte [12][19][20]. Die Einrichtung sollte den normalen Alltag widerspiegeln – übertriebene Ordnung oder ein „aufgehübschter“ Eindruck wirken unnatürlich. Prüfer müssen den tatsächlichen Pflegebedarf erkennen können, und eine inszenierte Umgebung kann dies erschweren [19][20][21].
„Die Begutachtung sollte eine normale Alltagssituation widerspiegeln." – Sozialverband VdK [19]
Wenn die Selbsteinschätzung eines Bewohners, etwa bei Demenz, nicht mit seinem tatsächlichen Pflegebedarf übereinstimmt, sollten Pflegekräfte ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Prüfer anregen, um eine realistische Beurteilung zu ermöglichen [12][20]. Bei Funktionstests wie dem Aufstehen oder Faust machen sollten nur schmerzfreie und realistische Bewegungen gezeigt werden [20][21]. Auch übermäßige Hilfsbereitschaft ist zu vermeiden: Lassen Sie natürliche Abläufe zu, beispielsweise wenn ein Bewohner einen Gegenstand fallen lässt [21].
Nutzen Sie das Abschlussgespräch, um offene Fragen zu klären und erkannte Probleme anzusprechen [21]. Bleiben Sie dabei ruhig, sachlich und ehrlich – eine offene Darstellung von Herausforderungen in der Pflege ist entscheidend für eine gerechte Bewertung [12][20][21]. Während diese Ansätze den Tag optimal gestalten, können typische Fehler unnötige Kritikpunkte hervorrufen.
Neben den Best Practices gibt es einige Stolperfallen, die unbedingt vermieden werden sollten:
Ein häufiges Problem ist eine unvollständige Dokumentation, die durch fehlenden Zugang zu Computern entsteht. Wenn mehrere Mitarbeiter um wenige PCs konkurrieren, können Lücken in der Dokumentation entstehen [1]. Mobile Geräte können hier Abhilfe schaffen und Dokumentationslücken vermeiden [1][2].
Ein weiteres Missverständnis betrifft das Strukturmodell: Manche Pflegeassistenten gehen fälschlicherweise davon aus, dass sie nichts mehr dokumentieren müssen, da das Modell wiederkehrende Routinen reduziert. Dies führt jedoch dazu, dass wichtige Informationen verloren gehen [1]. Klare Verantwortlichkeiten innerhalb des Teams sind hier entscheidend.
Auch ungenaue oder subjektive Übergaben zwischen Schichten sollten vermieden werden. Standardisierte Checklisten helfen, nur relevante und präzise Informationen weiterzugeben [2]. Es ist wichtig, die Dokumentation nicht nur als „Beweismittel“ für Prüfer zu sehen, sondern als wertvolles Werkzeug, das die Pflegequalität steigert und das Team motiviert [1].
Die wesentlichen Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche MDK-Prüfung lassen sich aus den zuvor beschriebenen Maßnahmen ableiten. Kontinuierliche Qualitätsarbeit ist hierbei das A und O. Das Strukturmodell reduziert den Dokumentationsaufwand, indem es den Fokus auf besondere Ereignisse statt auf Routineroutinen legt. Dies führt nicht nur zu effizienterer Arbeit, sondern erhöht auch die Zufriedenheit der Pflegekräfte [1]. Gleichzeitig sorgt moderne Technik dafür, dass Daten präzise erfasst werden und mobile Geräte nicht zum Engpass werden [1].
Regelmäßige Schulungen und Erfahrung spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Pflegekräfte, die kontinuierlich geschult werden, erzielen bessere Ergebnisse (Median 2,67 vs. 2,00). Zudem zeigt sich, dass Nutzer mit mehr als 11 Monaten Erfahrung deutlich höhere Qualitätswerte erreichen [1].
„Die Ergebnisse zeigen, dass regelmäßige Gelegenheiten zur Reflexion über Herausforderungen in der Dokumentation die Wahrnehmung der Pflegekräfte verbessern, dass Dokumentation ein wertvoller Teil der Pflege ist." – BMC Nursing [1]
KI-gestützte Tools wie dexter health bieten zusätzliche Unterstützung. Sie ermöglichen Sprachdokumentation direkt am Bett, integrieren sich automatisch in bestehende Systeme und helfen Mitarbeitenden, die Sprachbarrieren überwinden müssen [1][2].
Bei der Einführung neuer digitaler Systeme sollte eine Übergangsphase von 3 bis 6 Monaten eingeplant werden. In dieser Zeit kann die wahrgenommene Qualität zunächst sinken, bevor langfristige Verbesserungen sichtbar werden [2]. Mit einer durchdachten Kombination aus digitaler Infrastruktur, kontinuierlicher Weiterbildung und intelligenter KI schaffen Sie die Grundlage für nachhaltigen MDK-Erfolg und eine dauerhaft hohe Pflegequalität.
Die Digitalisierung verändert die Pflegedokumentation in stationären Einrichtungen grundlegend, indem sie Arbeitsabläufe effizienter und präziser gestaltet. Digitale Systeme übernehmen viele manuelle und zeitintensive Aufgaben, was Pflegekräften mehr Raum für das Wesentliche schafft: die Betreuung der Bewohner. Gleichzeitig sorgen standardisierte und leicht zugängliche Dokumentationen für eine bessere Übersicht und Nachvollziehbarkeit – ein großer Vorteil, besonders bei Prüfungen durch den Medizinischen Dienst (MDK).
Ein weiterer Pluspunkt: Die Digitalisierung ermöglicht eine nahtlose Datenintegration. Elektronische Patientenakten bieten nicht nur eine strukturierte Übersicht, sondern unterstützen auch bei wichtigen Prozessen wie automatisierten Medikationsprüfungen oder der frühzeitigen Erkennung von Risiken. Das Ergebnis? Mehr Sicherheit, weniger Fehler und eine bessere Einhaltung gesetzlicher Vorgaben.
Diese Entwicklungen kommen nicht nur den Pflegekräften zugute, die von einer spürbaren Entlastung profitieren, sondern auch den Bewohnern, die von einer höheren Pflegequalität profitieren. So steigert die Digitalisierung die Zufriedenheit auf beiden Seiten.
Eine gründliche Vorbereitung auf eine MDK-Prüfung erfordert gezielte Maßnahmen, um die Qualität der Dokumentation zu sichern und gesetzliche Vorgaben einzuhalten. Sorgfältig erstellte und strukturierte Pflegeberichte spielen dabei eine zentrale Rolle, da die MDK-Inspektion besonders auf die Pflegeprozesse und deren Dokumentation achtet.
Der Einsatz digitaler Tools wie Spracherkennung oder digitale Pflegeplanungssoftware kann hier einen großen Unterschied machen. Solche Technologien steigern nicht nur die Effizienz, sondern sorgen auch für eine höhere Genauigkeit in der Dokumentation.
Ebenso wichtig ist die regelmäßige Schulung aller Mitarbeitenden. Nur so können sie die geltenden Vorgaben und Standards sicher beherrschen und in der Praxis umsetzen. Interne Audits bieten eine wertvolle Gelegenheit, Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Die kontinuierliche Optimierung der Prozesse sorgt nicht nur dafür, dass die Einrichtung gut auf die Prüfung vorbereitet ist, sondern trägt auch langfristig zu einem besser organisierten Pflegealltag bei.
Risikomanagement spielt eine entscheidende Rolle bei der Vorbereitung auf die MDK-Prüfung, da es dazu beiträgt, die Qualität und Sicherheit in der Pflege zu sichern. Es hilft Pflegeeinrichtungen, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen, diese zu bewerten und gezielte Maßnahmen einzuleiten, um Fehler oder Schwachstellen zu vermeiden. So werden Risiken minimiert und die Chancen auf ein positives Prüfungsergebnis deutlich gesteigert.
Ein weiteres Plus: Ein gut organisiertes Risikomanagement sorgt dafür, dass gesetzliche Anforderungen eingehalten werden, und stärkt gleichzeitig die Qualitätssicherung. Besonders bei der Nutzung digitaler Dokumentationslösungen – wie etwa sprachgesteuerter Pflegeplanung – unterstützt es die Optimierung von Pflegeprozessen, reduziert Risiken und gewährleistet eine vollständige Dokumentation. Das Ergebnis? Reibungslosere Abläufe und zufriedeneres Personal.