SIS Pflegeprozess: 4 Schritte zur sicheren Dokumentation

February 3, 2026

Erfahren Sie, wie die strukturierte Informationssammlung (SIS) den Pflegeprozess optimiert – schnell, einfach und MDK-sicher.

Die Pflegedokumentation ist für stationäre Pflegeeinrichtungen ein zentraler Bestandteil des Arbeitsalltags. Doch viele Pflegekräfte und Leitungen empfinden sie als zeitraubend, kompliziert und oft als Belastung. Mit der Einführung der Strukturierten Informationssammlung (SIS) hat sich ein neues Dokumentationsmodell etabliert, das nicht nur den Arbeitsaufwand reduzieren soll, sondern auch die Qualität der Pflegeplanung verbessert. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf die vier Schritte des SIS-Pflegeprozesses und erläutern, wie dieses System die Dokumentation optimiert, MDK-sicher gestaltet und den Fokus auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner lenkt.

Warum ist die SIS so wichtig?

Die Pflegebranche hat in den letzten Jahren einen starken Wandel durchlaufen. Mit dem Leitsatz "Was nicht dokumentiert ist, gilt als nicht gemacht" wurde die Pflegedokumentation zunehmend zur Grundlage professionellen Handelns und rechtlicher Absicherung. Die SIS bietet hier ein wissenschaftsbasiertes Konzept, das den Pflegeprozess klar strukturiert und gleichzeitig die biografischen Aspekte der Bewohner einbezieht. Ziel ist es, den Dokumentationsaufwand zu reduzieren und sich auf wesentliche Informationen zu konzentrieren, um die Pflegequalität zu steigern. Besonders im Hinblick auf externe Prüfungen, wie die des Medizinischen Dienstes (MD), erweist sich die SIS als effiziente und zuverlässige Methode, um die Anforderungen zu erfüllen.

Die vier Schritte des SIS-Pflegeprozesses im Detail

1. Strukturierte Informationssammlung (SIS): Der Ausgangspunkt jeder Pflegeplanung

Die strukturierte Informationssammlung bildet die Grundlage des gesamten Pflegeprozesses. Sie besteht aus drei Kernelementen:

  • Eigene Einschätzung der Pflegebedürftigen: Hier geht es um die individuelle Perspektive und die subjektive Wahrnehmung der pflegebedürftigen Person. Aussagen der Betroffenen werden im Originalton dokumentiert, um Wertschätzung und Individualität zu betonen.
  • Sechs Themenfelder: Diese Felder dienen der fachlichen Einschätzung, zum Beispiel in Bezug auf Mobilität, Ernährung oder Kommunikation. Die Pflegefachkraft ermittelt hier, welche Unterstützung notwendig ist.
  • Risikomatrix: Dieses Werkzeug ermöglicht die systematische Einschätzung möglicher Risiken, wie Sturzgefahr oder Hautschädigungen, und hilft, präventive Maßnahmen zu definieren.

Das Besondere an der SIS ist der personenzentrierte Ansatz, der die Bedürfnisse und die Lebensgeschichte der pflegebedürftigen Person konsequent in den Vordergrund stellt.

2. Maßnahmenplanung: Konkrete Schritte für die Versorgung

Basierend auf den Erkenntnissen aus der SIS wird ein individueller Maßnahmenplan erstellt. Dieser Plan enthält spezifische Versorgungsziele und beschreibt die pflegerischen Maßnahmen, die zur Zielerreichung notwendig sind. Ein großer Vorteil dieses Schritts ist die Klarheit: Es wird ausschließlich festgehalten, was tatsächlich relevant ist, wodurch der Fokus auf das Wesentliche gelegt wird.

3. Berichteblatt: Auf das Wesentliche reduziert

Das Berichteblatt konzentriert sich auf drei Hauptaspekte:

  1. Abweichungen vom Maßnahmenplan: Hier werden Veränderungen im Zustand oder Verhalten der pflegebedürftigen Person dokumentiert.
  2. Aktuelle Ereignisse: Dazu gehören Vorfälle wie Stürze oder akute Beschwerden.
  3. Informationen durch Dritte: Aussagen von Angehörigen oder anderen Betreuern werden hier festgehalten.

Die Verschlankung dieses Dokuments reduziert den Schreibaufwand erheblich und erleichtert die Orientierung in der Dokumentation.

4. Evaluation: Die oft vergessene Reflexion

Die Evaluation ist ein zentraler Bestandteil des SIS-Modells, wird jedoch in der Praxis häufig vernachlässigt. Dabei dient sie dazu, den Erfolg der geplanten Maßnahmen zu überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Die Evaluationszeiträume werden individuell festgelegt und basieren auf den Erkenntnissen aus der SIS, der Maßnahmenplanung und dem Berichteblatt. Dieser Schritt gewährleistet eine kontinuierliche Verbesserung der Pflege.

Praktische Umsetzung: Systematik und Vollständigkeit

Ein zentrales Prinzip der SIS ist die systematische und vollständige Erfassung aller relevanten Informationen. Jedes Feld in den Formularen hat eine spezifische Funktion und muss ausgefüllt werden, um Lücken zu vermeiden. Besonders wichtig ist die enge Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften, Bewohnern und deren Angehörigen. Die Unterschrift der pflegebedürftigen Person oder eines Vertreters dient als Ausdruck der gemeinsamen Verständigung und stärkt das Prinzip der Selbstbestimmung.

Die Vorteile der SIS auf einen Blick

  • Zeitersparnis: Durch die Fokussierung auf relevante Informationen wird der Dokumentationsaufwand deutlich reduziert.
  • MDK-Sicherheit: Das strukturierte Modell erfüllt die Anforderungen externer Prüfungen.
  • Personenzentrierung: Die Lebensgeschichte und Perspektive der Bewohner stehen im Mittelpunkt.
  • Verbesserte Pflegequalität: Risiken werden frühzeitig erkannt und präventive Maßnahmen ermöglicht.
  • Team-Entlastung: Weniger Papierkram bedeutet weniger Stress für das Pflegepersonal.

Key Takeaways

  • Die SIS ist ein wissenschaftsbasiertes Konzept, das Pflegedokumentation strukturiert und vereinfacht.
  • Der Pflegeprozess gliedert sich in vier Schritte: Strukturierte Informationssammlung, Maßnahmenplanung, Berichteblatt und Evaluation.
  • Eine klare Systematik und Vollständigkeit der Dokumentation sind essenziell für eine erfolgreiche Umsetzung.
  • Die SIS stärkt die personenzentrierte Pflege und reduziert gleichzeitig den administrativen Aufwand.
  • Pflegeeinrichtungen können mit der SIS nicht nur ihre Dokumentationsqualität, sondern auch ihre MDK-Bewertungen erheblich verbessern.

Die strukturierte Informationssammlung bietet eine transformative Lösung für die Herausforderungen in der stationären Pflege. Indem sie den Fokus auf die Bewohner legt und gleichzeitig den Pflegekräften den Arbeitsalltag erleichtert, schafft sie eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Jetzt liegt es an den Pflegeeinrichtungen, dieses Potenzial voll auszuschöpfen und von den Vorteilen des SIS-Modells zu profitieren.

Source: "✨ Die SIS® – einfach, schnell & MDK-sicher! ✨ #SIS #MDK | @DiePflegeexpertin" - Die Pflegeexpertin - Schwester Eva, YouTube, Mar 10, 2021 - https://www.youtube.com/watch?v=i-CaDM_dyPc

Verwandte Blogbeiträge

KI für die Pflege. Von Sprachdokumentation bis zu KI-Dienstplanung. Wir sorgen dafür, dass Pflegekräfte mehr Zeit haben.

Bonner Wall 126, 50677 Köln, Deutschland
Blog
Kontakt
Impressum
Datenschutz
© 2026 dexter health GmbH
DSGVO-konform
EU-KI-Verordnung
heyData trusted logo
heyData EU AI trusted logo